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Systemadministrator: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Systemadministratorin hilft einem Mann bei seinem Computerproblem
© Shutterstock
Wenn der Computer mal wieder streikt, braucht es Experten, die das Problem schnell beheben können. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Systemadministrator wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Systemadministrator

Art der Ausbildung.

Studium + Selbststudium

Ausbildungsdauer.

4 Jahre

Durchschnittsgehalt.

3.700 - 5.700 Euro

Einstiegsgehalt.

2.700 - 3.700 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Was brauchen wir, damit die IT im Unternehmen oder der Behörde funktioniert? Die aktuellste Software? Cloud-Services? Und wie stellen wir sicher, dass alles nicht gehackt wird?

    Systemadministratoren sorgen dafür, dass alles funktioniert. Sie sind die Schnittstelle zwischen der Technik, den Systemen und dem Betrieb. Ihre Aufgabe ist es, komplexe IT-Systeme zu betreiben und sicherzustellen, dass alles reibungslos läuft.  Können sie das, sind ihre Berufsaussichten exzellent.

    Funktionieren im Unternehmen heißt auch, sich weiterzuentwickeln. Systemadministratoren kümmern sich auch darum, den Bedarf und Nutzen von Soft- und Hardware im Unternehmen zu beurteilen und diese anzuschaffen.

    Neben den technischen Aspekten im Beruf sind IT-Systemadministratoren viel im Kontakt mit den Mitarbeitern im Unternehmen. Sie halten Präsentationen über die Anwendung verschiedener Tools und erarbeiten mit den leitenden Personen Strategien zu Prozessoptimierung.

    Systemadministratoren sind klassische Quereinsteiger. Denn kein Studium oder Ausbildung bereitet einen perfekt auf den Beruf der Systemadministratoren vor. Es gibt jedoch verschiedene Felder, deren Ausbildung eine gute Grundlage für die Arbeit als Systemadministratoren legen. Dazu gehören:

    • Informatik
    • Wirtschaftsinformatik
    • Computermathematik
    • Fachinformatiker oder -informatikerin Systemintegration
    • Informatikkauffmann oder -kauffrau
    • Medieninformatik
    • Betriebsinformatiker oder -informatikerinnen

    Je nachdem, welche Schwerpunkte im Studium gesetzt werden, müssen IT-Systemadministratoren in anderen Bereichen dazu lernen. Menschen, die gut programmieren können, müssen sich oft in konkrete einzelne Programme und Anwendungen einarbeiten. Andere müssen sich zum Beispiel mit den Unternehmensstrukturen, -zielen und der -kommunikation vertraut machen. Konkret bedeutet das für IT-Systemadministratoren, die folgenden Kernkompetenzen zu beherrschen:

    • Datenbanken
    • Netzwerke
    • Betriebssysteme
    • Datensicherungskonzepte
    • Sicherheitskonzepte und -Überwachung
    • Datenvisualisierung
    • Wirtschaftlichkeitsanalysen
    • Marktüberblick

    Die Fähigkeiten, um den Beruf der Systemadministratoren auszuführen, bringen sich die meisten im Selbststudium bei. Diese Kenntnisse können mit Zertifikaten, zum Beispiel von der IHK oder Hard- und Softwareunternehmen, bestätigt werden.

    Jedes Unternehmen und jede Behörde hat eine IT-Abteilung. Der Ausbau dieser und die Digitalisierung der Arbeitsprozesse in vielen Bereichen führt zu einer konstant hohen Nachfrage im IT-Bereich. Gleichzeitig verändern sich die Themen, mit denen IT-Systemadministratoren konfrontiert sind. Sie machen den Beruf auf der einen Seite sehr abwechslungsreich, auf der anderen Seite ist es sehr wahrscheinlich, dass qualifizierte IT-Systemadministratoren auch in Zukunft sehr gefragt sein werden.

    Für die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens oder einer Behörde zuständig zu sein, birgt viel Verantwortung. Die wird zwar am Ende des Monats durch das verhältnismäßig hohe Gehalt honoriert, ist oft aber auch daran gekoppelt, Bereitschaftsdienste und Mehrarbeit zu leisten.

    Vorteile   Nachteile

    Sehr gute Einstiegschancen

    Man muss sich stetig weiterbilden

    Abwechslungsreich

    Oft Mehrarbeit und Bereitschaftsdienst

    Viel Verantwortung

    Hohes Maß an Eigeninitiative, um den Beruf zu lernen

    Wie wird man Systemadministrator?

    Die Entscheidung IT-Systemadministrator zu werden, ist oft keine, die vor der Berufsausbildung getroffen wird. Das liegt vor allem daran, dass es weder eine wählbare Ausbildung noch ein Studium gibt. Deshalb sind die Wege in den Beruf äußerst verschieden. Für viele, die einen Informatikhintergrund haben, ob durch Ausbildung oder Studium, ist es eine gute Option, sich weiterzubilden, um als Systemadministratoren arbeiten zu können.

    Besonders attraktiv ist der Beruf für diejenigen, die ein Studium abgebrochen haben oder sich nach einer Ausbildung im IT-Bereich für Berufe mit mehr Verantwortung und Gehalt interessieren. Allerdings können auch Menschen ohne Informatikhintergrund als Systemadministratoren arbeiten. Sie kommen häufig aus der Physik und Mathematik. Mit ihrem Verständnis für Logik können sie sich gut in die Zusammenhänge einer komplexen IT-Infrastruktur einarbeiten.

    Selbststudium heißt konkret, dass sich angehende IT-Systemadministratoren eigenständig weiterbilden. Sie entscheiden selbst, in welchen Feldern sie sich kompetent fühlen und in welchen sie dazulernen müssen. Das Selbststudium kann auch zertifiziert werden.

    Die Industrie- und Handelskammer (IHK) bietet Zertifizierungsverfahren für IT-Systemadministratoren an. In der Vorbereitung darauf können auch Kurse, die in der Regel in Teilzeit stattfinden, belegt werden. In der Regel dauert die Vorbereitung auf die Prüfung ein Jahr.

    Die drei großen Bereiche der Systemadministration werden unter diesen Punkten zusammengefasst:

    • Changemanagement
    • Fault-, Performance- und Securitymanagement, Datensicherung und Backup
    • Organisation und Beratung

    Mit dem Abschluss der Prüfung der IHK können sich Systemadministratoren Spezialisten nach dem IT-Weiterbildungssystem nennen. Dieses System wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen, um die Weiterbildungen in der IT klarer zu strukturieren. Sie unterscheiden in drei Karrierestufen: Spezialisten, operative und strategische Professionals.

    Andere Wege, zukünftigen Arbeitgebern sein Know-how zu zeigen und Wissen zu erwerben, sind Fortbildungen der IT-Unternehmen. Die Großkonzerne, die die Hard- und Softwareinfrastruktur für die meisten Unternehmen und Behörden gestalten, bieten viele Weiterbildungen und Workshops an. Dieses Wissen ist für angehende IT-Systemadministratoren besonders wichtig. In den wenigsten Ausbildungen und Studiengängen werden diese konkreten Soft- und Hardwaresysteme gelehrt. Doch gerade die sind es, die einen großen Teil in der Arbeit von Systemadministratoren einnehmen.

    Welche Fähigkeiten sollten Systemadministratoren mitbringen?

    Im ‚Maschinenraum‘ moderner Unternehmen zu arbeiten, heißt komplexe Hard- und Softwaresysteme aufzubauen und zu pflegen. Um diese zu begreifen, braucht es von den IT-Systemadministratoren ein ausgeprägtes logisches und mathematisches Verständnis.

    Systemadministratoren sitzen jedoch nicht isoliert in einem Rechenzentrum, sondern arbeiten an vielen Stellen mit Mitarbeitern und leitenden Personen an den optimalen Lösungen. Dafür brauchen sie, neben dem Know-how, ein ausgeprägtes Kommunikationsverständnis. Zum einen müssen sie kommunizieren, wie die Technik funktioniert. Zum anderen sind sie ein wichtiger Teil der Prozessoptimierung im Unternehmen. Dazu wird ihnen ein grundlegendes Verständnis über Organisationen und Unternehmensstrategien abverlangt.

    Natürlich kommt IT-Arbeit nicht ohne Programmieren aus. Unterschiedliche Programmiersprachen zu beherrschen ist für IT-Systemadministratoren elementar.

    Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind weitere Eigenschaften, die von allen IT-Systemadministratoren im Job erwartet werden.

    Arbeitgeber: Wer sucht Systemadministratoren?

    Systemadministratoren arbeiten in allen Unternehmen und Behörden, die über eine komplexere IT-Infrastruktur verfügen. Das bedeutet, dass in nahezu allen Wirtschaftszweigen potenzielle Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen warten:

    • Bankenwesen
    • Gesundheitswesen
    • produzierende Industrie
    • Handel
    • Transportwesen
    • Verbände 
    • Versicherungen

    Gehalt: Was verdient ein Systemadministrator?

    Das Gehalt der IT-Systemadministratoren ist in der Informatik eher ein durchschnittliches Gehalt. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht verdienen. In der Regel starten Systemadministratoren bei einem Gehalt von 2.700 Euro brutto in den Beruf. Im Laufe der Karriere steigen die Gehälter und pendeln sich zwischen 3.700 Euro und 5.700 Euro brutto monatlich ein. Je nach Branche variieren die Gehälter für Systemadministratoren. Während in der Softwarebranche oder dem Bankenwesen durchschnittliche Gehälter gezahlt werden, verdienen IT-Systemadministratoren in anderen Branchen deutlich besser, zum Beispiel in Behörden, der Forschung, der Autoindustrie und der Elektrotechnik.

    Auch die Größe des Unternehmens wirkt sich auf den Gehaltscheck aus. IT-Systemadministratoren, die sehr komplexe Strukturen in großen mittelständigen Unternehmen betreuen, können mit Gehältern von 6.700 Euro brutto und mehr rechnen.

    Einstieg: Aussichten von Systemadministratoren 

    IT-Systemadministratoren haben sehr gute Einstiegschancen, da die IT-Branche weiterhin stark floriert. Viele Unternehmen und Behörden stellen zum Beispiel noch die Weichen für die digitale Infrastruktur.

    Und auch tiefgreifende große Entwicklungen wie die wachsende Digitalisierung und  Cloudcomputing tragen dazu bei, dass fähige Systemadministratoren für eine gelungene IT-Umsetzung im Unternehmen sorgen.

    Bewerbung: Womit punkten Systemadministratoren?

    IT-Fähigkeiten sind für Systemadministratoren enorm wichtig. Diese verifizieren sie mit Zertifikaten, Urkunden und Zeugnissen. Dadurch, dass es keine einheitliche Ausbildung gibt, ist es wichtig, zu zeigen, dass das eigene Know-how das richtige für dieses Unternehmen ist.

    Besonders glänzen IT-Systemadministratoren mit Zertifikaten von Soft- oder Hardware-Unternehmen:

    • von Cisco Systems,
    • SAP,
    • Microsoft,
    • Adobe,
    • Apple
    • bis hin zu Linux
    • und Novell, ist vieles möglich.

    Mit der richtigen Spezialisierung werden sie dann oft mit Kusshand genommen.

    Trotzdem wird es viele unternehmensspezifische Themen geben, die Bewerberinnen und Bewerber nicht beherrschen. Davon sollten sie sich allerdings nicht abschrecken lassen. Lernfähigkeit gehört in dem Beruf dazu. IT-Systemadministratoren stoßen immer auf Neues und sollten ihren zukünftigen Vorgesetzten zeigen, dass sie damit schnell und konzentriert umgehen können.

    Karriere: Aufstiegschance für Systemadministratoren?

    In der wachsenden IT-Branche sind die Karrieremöglichkeiten vielfältig. Im Unternehmen können Systemadministratoren recht schnell in leitende Funktionen aufsteigen, ob Team- oder Abteilungsleiter.

    Große Unternehmen locken mit größeren Gehaltschecks. Diese sind für viele Systemadministratoren oft der nächste Karriereschritt. Auch hier ist die Karriereleiter meist klassisch hierarchisch.

    Bildungseinrichtungen bieten für IT-Systemadministratoren den naheliegenden Weg, die Prüfung zum operativen IT-Professional dort abzulegen. Angrenzend sind auch Weiterbildungen zum IT-Projektleiter oder IT-Ökonomen möglich. Für Studieninteressierte bieten sich diverse Informatikstudiengänge (Wirtschaft, Medien, Softwaretechnik etc.) an.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Systemadministrators entwickelt?

    Administration braucht jedes System. Wer entscheidet, welche Programme, Sicherheitssoftware und Hardware im Unternehmen verwendet werden und hält diese instand? Natürlich IT-Systemadministratoren. Doch die aktuelle Hard- und Software verändert sich jährlich. Systeme, die zehn Jahre alt sind, sind heute obsolet und in zehn Jahren werden die heutigen Systeme wahrscheinlich auch wieder veraltet sein.

    Systemadministratoren müssen lernfähig sein und in jedem Unternehmen das aktuelle System durchschauen und beherrschen sowie auf den Wandel eingehen können.

    Systemadministratorinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Systemadministration?

    IT-Branche heißt Männerdomäne. Trotz zahlreicher, jahrelanger Kampagnen beginnen nach wie vor wenige Frauen ein Studium in der IT-Branche. In Zahlen sind 15 Prozent der angestellten Systemadministratoren Frauen.

    Es gibt auch Initiativen, die sich für mehr Frauen in der IT einsetzen. Bis 2020 soll jede vierte Stelle in der IT-Branche mit einer Frau besetzt werden. Darauf haben sich die meisten ITK-Unternehmen (Informations- und Kommunikationstechnik) geeinigt.

    Ähnliche Berufe wie Systemadministrator:

    IT-Manager, IT-Architekt, Netzwerkadministrator, Datenbankspezialist

    Quellen:

    t3n.de, wirtschaftsinformatik-studieren.net, Berufenet, get-in-it.de, Tagesspiegel.de


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