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Tierpfleger Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Tierpfleger: Fütterung von Seelöwen
© Evannovostro / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Tierpflegers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Tierpflegers

Art der Ausbildung.

dual

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 2.500 Euro

Einstiegsgehalt.

 1.700 - 2.000 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Bei dem Beruf Tierpfleger denken die meisten von uns in der Regel gleich an Tiere in Zoos oder an andere Exoten. Das ist aber nur eine der möglichen Fachrichtungen in der Ausbildung und im Beruf des Tierpflegers. Tatsächlich werden sie in vielen unterschiedlichen Bereichen benötigt.

    Tierpfleger wissen genau, was sie welchem Tier zu fressen geben und wie sie die Gehege richtig erstellen und säubern. Ebenso spielen Tierpfleger kreative Spiele mit den Tieren, damit diese auch intellektuell gefordert werden, und damit ihnen, oftmals gerade in Käfighaltung, nicht langweilig wird. Ebenso helfen Tierpfleger bei der Aufzucht von Jungtieren und der Verhaltensbeobachtung der ihnen anvertrauten Tiere, um festzustellen, wie es ihnen geht. Im Falle eines Falles stehen sie auch helfend und pflegend zur Seite, wenn die Tiere krank sind.

    Tierpfleger haben jedoch nicht nur Kontakt mit Tieren, sondern beantworten im Zoo auch gerne Fragen der Besucher zu den von ihnen versorgten Tieren. Außerdem geben sie Adoptanten im Tierheim Auskunft über die Herkunft und Erziehung der Tiere, die bei ihnen ein potenzielles Zuhause finden sollen.

    Tierpfleger assistieren auch, wenn der Tierarzt den Tieren einen Besuch abstattet, oder arbeiten in Tierkliniken und Tierarztpraxen. Daher kennen sich Tierpfleger im klinischen Bereich mit Hygiene, Desinfektion und auch der speziellen Pflege von kranken oder verletzten Tieren aus.

    Ebenso müssen Tierpfleger manchmal Tiere einfangen, um sie vor sich selbst zu schützen, oder sie ins Tierheim bringen, wenn sie ausgesetzt wurden. Auch gehört es, gerade in der Pflege von Reptilien oder fleischfressenden Tieren, zu den Aufgaben eines Tierpflegers sich mit dem Tod von Futtertieren auseinanderzusetzen und diesen auch teilweise herbeizuführen. Dies gehört ebenso zum Berufsprofil eines Tierpflegers wie Wochenendarbeit und Rufbereitschaft, wenn beispielsweise eine Elefantenkuh nachts ihr Kalb zur Welt bringt.

    Der Beruf des Tierpflegers ist ein Traumberuf für viele, aber er muss auch mit Leidenschaft und Fürsorglichkeit ausgeführt werden.

    Vorteile   Nachteile
    • abwechslungsreiche Tätigkeit, kein Tag ist wie der andere
      
    • Arbeit im Freien, auch im Winter
    • erfüllende Tätigkeit
    • Gerüche beim Saubermachen von Gehegen
      
    • Arbeit im Team
      
    • Gefahr, gekratzt oder gebissen zu werden

    Wie wird man Tierpfleger?

    Tierpfleger wird man über eine 3-jährige Ausbildung, welche staatlich anerkannt und in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierpfleger/zur Tierpflegerin (TierpflAusbV) von 2003 geregelt ist. Ca. 90 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber haben einen mittleren oder höheren Schulabschluss, lediglich 10% haben beim Beginn der Ausbildung als Tierpfleger nur einen Hauptschulabschluss vorzuweisen. Schulische Vorkenntnisse im Bereich Biologie sind für die Arbeit als Tierpfleger bzw. Tierpflegerin am wichtigsten, ebenso wie ein sicherer Umgang mit den Grundrechenarten, welche für die Berechnung der benötigten Futtermenge ebenfalls sehr hilfreich sind.

    Die Ausbildung läuft über die Industrie- und Handelskammer und wird dual, also sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb, absolviert. In den ersten beiden Lehrjahren lernen angehende Tierpfleger die artgerechte Haltung von Tieren kennen. Dies beginnt mit dem richtigen Futter und geht mit der Errichtung und Reinigung eines passenden Geheges weiter bis hin zum Transport der Tiere zwischen verschiedenen Einrichtungen. Nach einer Zwischenprüfung über diese Themen beginnt ein neuer Abschnitt in der Ausbildung zum Tierpfleger.

    Nach dem zweiten Lehrjahr können sich angehende Tierpfleger und Tierpflegerinnen nämlich für eine der folgenden Fachrichtungen entscheiden:

    • Tierpfleger – Zoo
    • Tierpfleger – Forschung und Klinik
    • Tierpfleger – Tierheim und Tierpension

    Jede der drei Spezialisierungen der Ausbildung hat ihren eigenen Schwerpunkt. Tierpfleger, welche sich für den Bereich Zoo entscheiden, arbeiten später vor allem mit im Zoo gehaltenen Tieren und in Aquarien. Dies müssen nicht immer exotische Tiere sein; ein Tierpfleger kann zum Beispiel auch für den Streichelzoo verantwortlich sein.

    Tierpfleger im Zoo lernen vor allem, die Gehege den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer tierischen Schützlinge anzupassen und diese soartgerecht wie möglich zu versorgen. Außerdem lernen Tierpfleger mit dem Schwerpunkt Zoo, wie Gruppen von Tieren zusammengeführt werden, und was zu tun ist, wenn exotische Tiere nach ihrem Transport nach Deutschland in die Quarantäne müssen.

    In der Fachrichtung Forschung und Klinik lernen angehende Tierpfleger, wie man sich um Tiere in der Wissenschaft kümmert und auch spezielle Züchtungen von Tieren unterstützt. Darüber hinaus arbeiten Tierpfleger in der tierärztlichen Versorgung von kranken oder verletzten Tieren, welche medizinische Hilfe und Nachsorge benötigen. Tierpfleger dieser Fachrichtung müssen sich daher auch mit den klinischen Hygienevorschriften und dem Dokumentieren von Eingriffen, Medikamenten- und Futtergaben auseinandersetzen. Außerdem lernen Tierpfleger der Fachrichtung Forschung und Klinik, Züchtungspläne zu erstellen und genetisch veränderte Tiere zu versorgen.

    Gerade im Bereich Tierheim und Tierpension müssen Tierpfleger sehr einfühlsam mit ihren Schützlingen umgehen, denn diese haben oft einiges mitgemacht, sind psychisch auffällig oder haben unheilbare Krankheiten. Die Tierpflege in Tierheimen ist oft auf Haustiere ausgerichtet, jedoch beschäftigen sich Tierpfleger in Tierheimen auch öfter mal mit exotischen Tieren, die aufgefunden und ins Tierheim gebracht werde, so wie etwa Schlangen oder Eidechsen. In diesem Bereich werden daher auch die Fähigkeiten vermittelt, Tiere einzufangen und zu transportieren.

    Fortgeschrittene Kenntnisse in der Hundeerziehung werden ebenfalls in der Ausbildung zum Tierhelfer mit Schwerpunkt Tierheim und Tierpension vermittelt. Es ist eine Aufgabe des Tierpflegers, gerade jene Hunde, die gerettet oder in Tierheimen abgegeben wurden, zu erziehen. Teilweise wurden diese Tiere zuvor unqualifiziert oder gar nicht erzogen, weshalb sie ein auffälliges Verhalten an den Tag legen können. Meist ist dies auch der Grund, weshalb solche Tiere sich in der Obhut von Tierpflegern im Tierheim oder einer Tierpension wiederfinden. Durch diese Verhaltensweisen werden die Tiere schwer vermittelbar. Hier kann ein Tierpfleger oder eine Tierpflegerin erzieherisch eingreifen, damit das Tier anschließend doch noch vermittelt werden kann.

    Welche Fähigkeiten sollten Tierpfleger mitbringen?

    Ein Tierpfleger muss vor allem Spaß am und Geduld im Umgang mit Tieren haben. Tierpfleger sollten außerdem besonders tierlieb und fürsorglich sein, insbesondere dann, wenn sie im Bereich Tierheim und Tierpension arbeiten wollen. Die Tiere dort haben häufig schlechte Erfahrung im Umgang mit Menschen gemacht und sind deswegen meist nicht sehr zutraulich und ihre Pflege erfordert besonderes Fingerspitzengefühl. Umso wichtiger sind dann einfühlsame Tierpfleger, die sich um sie kümmern, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben.

    Darüber hinaus sollte man als Tierpfleger psychisch belastbar sein, denn im Schwerpunkt Klinik und Forschung sowie in der Tierheim- und Tierpension-Fachrichtung werden oft auch leidende oder kranke Tiere gepflegt. Dies kann für Tierpfleger manchmal auch traurig enden. Daher ist es wichtig, dies nicht zu nahe an sich herankommen zu lassen. Körperliche Fitness ist ebenfalls von Tierpflegerinnen und Tierpflegern gefragt, denn Futter auffüllen oder abmisten sind stark körperlich fordernde Tätigkeiten.

    Arbeitgeber: Wer sucht Tierpfleger?

    Tierpfleger arbeiten je nach ihrer Spezialisierung

    • in Zoos, Aquarien, Reptilienhäusern und Wildgehegen,
    • an universitären Forschungseinrichtungen, in Tierkliniken und Tierarztpraxen,
    • in Tierheimen und Tierpensionen.

    Gehalt: Was verdient ein Tierpfleger?

    Im ersten Lehrjahr starten Auszubildende mit einem Gehalt von ca. 900 Euro brutto und steigern sich im dritten Jahr, je nach Spezialisierung, auf bis zu 1.050 Euro brutto. Je nach Berufsfeld ist das Einstiegsgehalt von Tierpflegern dann verschieden. Generell lässt sich sagen, dass das Gehalt bei öffentlichen Trägern durch einen Tarifvertrag geregelt ist und etwas höher ausfällt als in Tierarztpraxen oder in der Landwirtschaft. Das Einstiegsgehalt schwankt dort zwischen 1.700 bis 2.000 Euro brutto, welches sich mit einigen Jahren Berufserfahrung tariflich oder auch außertariflich steigern lässt.

    Einstieg: Aussichten von Tierpflegern

    Die Fachrichtung mit den meisten Absolventen ist die des Tierpflegers mit dem Schwerpunkt Tierheim oder Tierpension, daher wäre es eine Überlegung wert, sich in den beiden anderen Bereichen zu qualifizieren, um weniger Konkurrenz und bessere Chancen zu haben. Jedoch sollte dies nicht der einzige Gesichtspunkt sein, nach dem man seine berufliche Entscheidung während der Ausbildung zum Tierpfleger fällt, denn gerade in Tierheimen werden immer Tierpfleger gebraucht. Die Einstiegschancen für Tierpfleger in allen drei Fachrichtungen sind gut; oftmals werden Tierpfleger sogar direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen. 

    Bewerbung: Womit punkten Tierpfleger?

    Tierpfleger und Tierpflegerinnen punkten in erster Linie damit, dass ihnen die Arbeit mit Tieren Spaß macht. Gerade im Bereich der Pflege von Zootieren arbeiten Tierpfleger auch im Team, wenn große Tiere oder Gruppen von Tieren zu versorgen sind, deswegen ist die Fähigkeit zu Teamwork auch wichtig in der Bewerbung zu erwähnen. Tierpfleger observieren auch oft das Verhalten von Tieren, um festzustellen, ob es ihnen gut geht, daher ist es ratsam, auch eine gute Auffassungsgabe in der Bewerbung unterzubringen.

    Karriere: Aufstiegschance für Tierpfleger?

    Nach der Ausbildung gibt es noch diverse Weiterbildungsmöglichkeiten für Tierpfleger. Für alle drei Fachrichtungen gibt es den Tierpflegemeister, durch welchen man noch vertiefende Kenntnisse in der Tierpflege erlangt, so zum Beispiel in den Bereichen Artenschutz und Umwelt. Nach der Prüfung zum Tierpflegemeister kann man auch die Ausbildung neuer Tierpfleger übernehmen.

    Ebenfalls bietet sich die Möglichkeit eines Studiums in den Bereichen Agrarwissenschaft, Tiermedizin, Naturschutz oder Ökologie für Tierpfleger und Tierpflegerinnen mit Hochschulreife oder Tierpflegern an, welche die Weiterbildung zum Tierpflegemeister abgeschlossen haben.

    Tierpflegerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Tierpflege?

    Laut Arbeitsagentur waren im Jahr 2018 53% der Tierpfleger Frauen, demnach lässt sich eine ausgeglichene Geschlechtersituation in diesem Beruf verzeichnen.

    Die Arbeit als Tierpfleger/in ist teilweise körperlich anstrengend, denn Futtereimer müssen getragen, Mistkarren beladen und geschoben werden, welches natürlich mit einer gesunden Konstitution auch für Frauen gut zu bewältigen ist.

    Die Gehaltsaussichten für Frauen sind im Beruf der Tierpfleger bereits angepasst worden, sodass ein nahezu identisches Einkommen im Vergleich zu den männlichen Tierpflegern zu verzeichnen ist. Die Gleichberechtigung im Bereich der Löhne ist bei Tierpflegern und Tierpflegerinnen also bereits heute Realität.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Tierpflegers entwickelt?

    Seitdem Tierversuche in der Europäischen Union abgeschafft wurden, hat sich auch die Tätigkeit der Tierpflegerinnen und Tierpfleger mit klinischem Schwerpunkt leicht verändert. Die Kosmetikbranche darf in Europa beispielsweise kein Arbeitgeber für Tierpfleger mehr sein, jedoch sind Tierversuche paradoxerweise in der Wissenschaft noch immer genehmigt. Die Entwicklung in diesem Bereich ist nicht absehbar, weshalb Tierpfleger im klinischen Sektor mit Sicherheit noch eine Weile Schützlinge in der Forschung und Gentechnik zu versorgen haben werden.

    Tierpfleger sind heute auch an der Züchtung bedrohter Arten beteiligt, um dabei zu helfen, diese vor dem Aussterben zu schützen und ihnen auch in Zukunft ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Es gibt auch einen immer stärkeren Trend dazu, Tiere nicht in Gefangenschaft zu halten, sondern in ihren natürlichen Lebensräumen zu pflegen und die Populationen stabil zu halten. Das Beschäftigungsfeld von Tierpflegern wird sich dadurch in Zukunft noch erweitern.

    Ähnliche Berufe wie Tierpfleger:

    Tiermedizinischer Fachangestellter
    Tierwirt

    Quellen:

    ausbildung.de, berufenet.arbeitsagentur.de, azubiyo.de, gesetze-im-internet.de, statistik.arbeitsagentur.de, interaktiv.morgenpost.de


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