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Tourismuskauffrau Berufsbild, Gehalt, Karriere

Tourismuskauffrau: Reisebüro
© Viktoriia Hnatiuk / Shutterstock
Tourismuskauffrauen beraten Kunden bei ihrer Reise- oder Urlaubsplanung. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf einer Tourismuskauffrau wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Tourismuskauffrau (m/w/d)

Art der Ausbildung

duale Ausbildung

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Einstiegsgehalt

2.000  Euro

Durchschnittsgehalt

3.000  Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Tourismuskauffrau

    Die Tourismuskauffrau kennen manche vielleicht noch unter der Bezeichnung Reiseverkehrskauffrau. Allerdings ist dieser Begriff schon seit 2011 ausgelaufen. Tourismuskauffrauen arbeiten in einer der in Deutschland umsatzstärksten Branchen: dem Urlaubsgeschäft.

    Ganz genau lautet die Berufs-Bezeichnung Tourismuskaufmann/Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen. Auch wenn der Name an den Beruf des Kaufmannes für Tourismus und Freizeit erinnert, ist das Berufsprofil sehr unterschiedlich. Während die Kaufmänner und Kauffrauen häufig regionale Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten präsentieren, um einen Urlaub individuell zu gestalten, liegt für die Tourismuskauffrau der Schwerpunkt eindeutig auf der Planungsphase und dem Ablauf einer Reise.

    Tourismuskauffrauen vermitteln Reisen an ihre Kunden. Hierbei ist das Kundengespräch sehr wichtig, um die Art der Reise, die Dauer und die Wünsche im Bezug auf die Kosten in Erfahrung zu bringen. Bereits während des Kundengespräches sucht die Tourismuskauffrau nach passenden Angeboten und legt die Vorschläge dem Kunden vor. Hierbei brillieren Tourismuskaufleute mit ihrer Erfahrung und auch mit dem Wissen, welches sie über die Reiseangebote und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung an den verschiedenen Standorten haben.

    Das heißt: Tourismuskauffrauen brauchen eine gesunde Portion Wissensdurst und sollten sich konstant weiterbilden, um ihren Kunden die bestmöglichen Angebote machen zu können. Dazu müssen sie sich genau mit dem Markt auskennen. Ein Ressort, das vor einem Jahr geschlossen wurde, sollte zum Beispiel nicht mehr in der Datenbank auftauchen. Daher ist auch die Datenpflege in dem Berufsprofil der Tourismuskauffrau stark vertreten. Ebenso arbeiten Tourismuskauffrauen Marketingkonzepte aus oder erstellen Pauschalreiseangebote für große Reiseveranstalter.

    Tourismuskauffrauen geben nicht nur Auskunft über mögliche Urlaubsziele, sondern kümmern sich, wenn die Entscheidung für eine Reise gefallen ist, auch um die Zusammenstellung der nötigen Bestandteile der Reise. Sie planen oft auch Flüge, Hotelzimmer, Mietwagen und so weiter. Da das Berufsbild Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen gilt, gibt es in dieser Tätigkeit noch einen weiteren Schwerpunkt, dem sich Tourismuskauffrauen in Unternehmen widmen: Geschäftsreisen kosteneffizient zu planen.

    Ebenso wichtig bei der Planung einer Geschäftsreise ist die Zeit, welche der Reisende benötigt, um zum Ort zu kommen, wo er eine Konferenz hat, sowie eine Unterbringung nahe am Veranstaltungsort, die zum geschäftlichen Budget passt. Die Planung eines Mietwagens vor Ort wird ebenfalls von der Tourismuskauffrau vorgenommen. Je nachdem wie die Möglichkeiten der Geschäftsreise sind, bietet es sich an, zum Veranstaltungsort zu fliegen, mit der Bahn oder mit einem Mietwagen zu reisen. Diese Kriterien muss die Tourismuskauffrau bedenken, während sie eine Geschäftsreise plant.

    Vorteile als Tourismuskauffrau:

    • Zukunftssicheres Jobprofil
    • Reisen dorthin, wo andere Urlaub machen

    Nachteile als Tourismuskauffrau:

    • Auch am Samstag im Reisebüro arbeiten
    • Konkurrenz unter Kollegen, Reisen zu verkaufen und Provision zu erhalten
    • Stetige Weiterbildung nötig

    Tourismuskauffrau: Die Ausbildung

    Tourismuskauffrau wird man durch eine dreijährige Ausbildung in der Reisebranche im Bereich Industrie und Handel der IHK. Die Ausbildung verläuft dual und wird im Ausbildungsbetrieb und blockweise in der Berufsschule absolviert.  

    In der Ausbildung zur Tourismuskauffrau wird verstärkt auf den Einsatz digitaler Technologie gesetzt und es werden Kenntnisse in Buchungssystemen vermittelt, damit eine Tourismuskauffrau in der Lage ist, Verträge abzuschließen. Ebenso gehört das Erlernen von der Kommunikation mit Kunden und das Verkaufsgespräch in der Ausbildung eingeübt. Im theoretischen Unterricht werden Rechte und Gesetze, welche die Tourismusbranche betreffen, gelehrt – zum Beispiel Beförderungsbestimmungen und Vertragsrecht.

    Da die Ausbildung kaufmännisch geprägt ist, werden auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse in der Ausbildung vermittelt. Dazu gehören Marketing, Rechnungswesen und Buchhaltung. Im Marketing-Unterricht lernen die angehenden Tourismuskauffrauen wie sie Werbung, Marketingstrategien und Marketingtechniken entwickeln können. Eine Kombination aus verschiedenen Marketingtechniken kann von erfahrenen Tourismuskauffrauen in ein Marketingkonzept verwandelt werden, welches den Erfolg der Marketingaktionen messbar macht.

    Im praktischen Teil der Ausbildung kann die angehende Tourismuskauffrau dann direkt im Betrieb die theoretischen Kenntnisse, welche sie in der Berufsschule erworben hat, praktisch ausprobieren.

    In der Ausbildung ist es ebenfalls wichtig, sich Fremdsprachenkenntnisse anzueignen, denn häufig wird eine Tourismuskauffrau in ihrem beruflichen Alltag Angebote und Reiseplanung mit Ansprechpartnern vor Ort besprechen müssen, um diese an ihre Kunden zu vermitteln. Wenn eine angehende Tourismuskauffrau die Ausbildung bei einem großen Reiseveranstalter wahrnehmen will, bieten diese häufig auch die Möglichkeit, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren und noch zusätzliche Sprachkenntnisse zu erwerben.

    In der Ausbildung zur Tourismuskauffrau lernt man auch, wie man sich im Falle von Stornierungen oder Zahlungsrückständen zu verhalten hat und wie man Buchungen vornimmt. Eine Tourismuskauffrau muss auch Reiserechte lernen und Beschwerdemanagement einüben.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollte ein Tourismuskauffrau mitbringen?

    Als Tourismuskauffrau sollte man Freude am Umgang mit Menschen haben und sich kunden- und serviceorientiert verhalten. Eine Passion für Tourismus und Reisen sollte eine Tourismuskauffrau ebenfalls mitbringen. Denn die Planung von Reisen und auch das eigene Reisen stehen häufig im Vordergrund von Tourismuskauffrauen.

    Tourismuskauffrauen brauchen ebenso Verkaufstalent und die Fähigkeit, ein Angebot überzeugend zu präsentieren, um Kunden zum Buchen zu motivieren. Ebenso von Vorteil sind Selbstorganisation und Genauigkeit, um stets alle Parameter, die eine Reise ausmachen, im Auge zu behalten.

    Hilfreich für die Tätigkeit als Tourismuskauffrau sind Fremdsprachenkenntnisse, in erster Linie Englisch. Andere Sprachen sind aber auch nicht verkehrt. Dies ist besonders wichtig, wenn eine Tourismuskauffrau in einem international agierenden Unternehmen arbeitet, in dem sie auch mit internationalen Kunden in Kontakt tritt. Bei geschäftlich Reisenden ist es zum Beispiel durchaus möglich, dass eine Tourismuskauffrau auch mal einen Reiseplan auf Englisch verfassen muss.

     

    Arbeitgeber: Wer sucht Tourismuskauffrauen?

    Tourismuskauffrauen arbeiten in Reisebüros (auch online) und im Bereich des Geschäftsreisenservice. Ebenso werden Tourismuskauffrauen vor Ort in den jeweiligen Urlaubsländern eingesetzt, um die Gäste willkommen zu heißen, umfassend zu informieren oder in größeren Hotels vor Ort bei der Reiseplanung und dem Angebot von zusätzlichen Urlaubsangeboten zu unterstützen. Tourismuskauffrauen arbeiten bei Reiseveranstaltern, Tourismusverbänden oder Personenbeförderungsunternehmen wie Flug- oder Personenschifffahrtsunternehmen.

    Tourismuskauffrauen Gehalt: Was kann man verdienen?

    Das Einstiegsgehalt für Tourismuskauffrauen mit abgeschlossener Ausbildung variiert je nach Größe und Standort ihres Unternehmens. Durchschnittlich lässt es sich jedoch auf 2.000 Euro brutto im Monat festsetzen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung und Weiterbildungen lässt sich das Gehalt von Tourismuskauffrauen auf bis zu 3.000 Euro brutto im Monat steigern.  

    Einstiegschancen: Aussichten von Tourismuskauffrauen

    Die Einstiegschancen für Tourismuskauffrauen sind gut. Das Berufsprofil der ehemaligen Reiseverkehrskauffrau wurde seit 2011, als dieser Beruf eingestellt wurde, modernisiert und an das digitale Zeitalter angepasst. Die Zukunftsperspektiven des Berufes der Tourismuskauffrau wurden an die Anforderungen des digitalen Zeitalters angepasst und werden sich in den zukünftigen Arbeitsmarkt gut integrieren lassen.

    Bewerbung: Womit punkten Tourismuskauffrauen?

    Neben einer abgeschlossenen Ausbildung punkten Tourismuskauffrauen in einer Bewerbung mit der speziellen Erwähnung von einer kunden- und serviceorientierten Arbeitsweise. Zudem überzeugen Tourismuskauffrauen mit Menschenkenntnis und guten kommunikativen Fähigkeiten.

    64 Prozent der Tourismuskauffrauen haben vor ihrer Ausbildung das Abitur erworben, 31 Prozent die mittlere Reife und der Rest der Absolventen hat einen Hauptschulabschluss oder gar keinen Schulabschluss. Bei einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz zur Tourismuskauffrau ist daher ein Abitur von Vorteil, jedoch ist die mittlere Reife nicht von Nachteil, wenn die angehende Tourismuskauffrau ihre Lehre abgeschlossen hat und sich auf Stellen bewirbt.

    Karriere: Entwicklungs- und Aufstiegschancen als Tourismuskauffrau

    An die Ausbildung zur Tourismuskauffrau lässt sich nach zwei Jahren Berufspraxis eine Fortbildungzum Tourismusfachwirt anschließen, welche verstärkt auf betriebswirtschaftliche Abläufe im Reisebüro und der Tätigkeit der Tourismuskauffrau im Allgemeinen eingeht. Aufbauend auf dieser Weiterbildung gibt es noch eine Fortbildung, die ebenso wie die zum Tourismusfachwirt 18 Monate dauert. Diese Weiterbildung führt zum beruflichen Titel Tourismusbetriebswirt und bringt die betriebswirtschaftlichen Inhalte der Weiterbildung zum Tourismusfachwirt weiter. Ebenso werden Marketing und Management im Bereich Touristik vermittelt.

    Ebenso ist es Tourismuskauffrauen mit abgeschlossener Ausbildung möglich, ein Studium im Bereich Touristik an die Ausbildung anzuhängen. Hier bieten sich vor allem Tourismusmanagement und Betriebswirtschaft mit touristischem Schwerpunkt an.

    Tourismuskauffrau: Chancen für Frauen in der Reiseveranstaltung

    Der Frauenanteil in der Ausbildung und Tätigkeit der Tourismuskauffrau ist überdurchschnittlich hoch, nämlich bei konstant über 80 Prozent. Seit der Einführung des Berufsprofils zählt die Tourismuskauffrau zu den Top 5 der beliebtesten Ausbildungsberufe bei Frauen. Die Work-Life-Balance ist relativ ausgewogen, jedoch kann es auch vorkommen, dass Tourismuskauffrauen an einem Samstag arbeiten müssen, was nicht besonders familienfreundlich ist. Dies lässt sich jedoch sicherlich mit dem Arbeitgeber absprechen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld von Tourismuskauffrauen entwickelt?

    Der Beruf der Tourismuskauffrau gilt bei einigen heute als nicht mehr zeitgemäß und zukunftsunsicher, denn immer mehr Reisen werden über das Internet gebucht. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn viele Tourismuskauffrauen arbeiten in der digitalen Tourismus-Industrie. Viele Reisebüros bieten mittlerweile einen Online-Service an, zusammen mit multimedialer Betreuung.

    Das Reisebüro an sich wird immer weniger aufgesucht. Daher weitet sich die Branche immer mehr in ihrer digitalen Form aus. 90 Prozent aller Pauschalreisen werden von Reiseveranstaltern geplant und im Internet angeboten und es sind die Tourismuskaufleute, die hinter der Planung und der Organisation dieser Reisen stehen. Das Berufsprofil, welches ausgelaufen ist und nicht an die Digitalisierung angepasst war, trug die Bezeichnung Reiseverkehrskauffrau. Durch die Umstellung der Ausbildung zur Tourismuskauffrau wurde das Berufsprofil modernisiert und verspricht rosige Zukunftsaussichten.

    Es lässt sich nicht absehen, wie die persönliche Beratung von Tourismuskauffrauen in der Zukunft aussehen wird, jedoch ist zu erwarten, dass das klassische Reisebüro sich weiterhin dem Trend der Digitalisierung nicht entziehen kann und eine persönliche Beratung über Messenger-Dienste oder ein digitalisiertes Gespräch mit der Tourismuskauffrau stattfinden wird.

    Ähnliche Berufe wie Tourismuskauffrau:

    • Kauffrau für Tourismus und Freizeit

    • Assistent für Tourismus und Hotelmanagement

    • Duales Studium Tourismus

    • Duales Studium Luftverkehrsmanagement

    Quellen:

    ausbildung.de, azubiyo.de, azubi.de, berufenet.arbeitsagentur.de


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