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Uhrmacher: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Uhrmacher: Uhrwerk
© Rudenkois / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Uhrmachers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Uhrmacher

Art der Ausbildung.

Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule

Ausbildungsdauer.

 3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

  2.200 - 2.600 Euro

Einstiegsgehalt.

 1.800 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Beinah unzählig viele, kleinste Zahnrädchen greifen rhythmisch im Sekundentakt ineinander. Sie ticken und zucken im Einklang, um stets die richtige Uhrzeit anzugeben. Und das seit Jahrhunderten. Uhrwerke sind feine, mechanische Meisterwerke. Sie zu entwerfen und perfekt zusammenzusetzten, ist die Aufgabe der Uhrmacher und Uhrmacherinnen.

    Armband- oder Standuhren, Kirchturmuhren oder Wecker - Uhrmacher und Uhrmacherinnen verstehen die Mechanik aller Werke und haben das Handwerk gelernt, sie zu produzieren und zu restaurieren. Die Arbeitsplätze erstrecken sich dabei von kleinen Betrieben des Handwerks bis hin zur Arbeit für große Unternehmen der Industrie. Teamarbeit heißt hier trotzdem, am eigenen Werkstück zu arbeiten. 

    Mechanische Armbanduhren bestehen beispielsweise aus bis zu 250 Einzelteilen. Sie werden auf den nicht einmal fünf Zentimetern Durchmesser einer Armbanduhr untergebracht. Das zu leisten erfordert von Uhrmachern und Uhrmacherinnen höchste Präzision und Geduld. Ohne diese Fähigkeiten ist es unmöglich, den feinen Teilen einer Uhr gerecht zu werden.

    Uhrmacherinnen und Uhrmachern müssen in der Lage sein, die Kleinteile einer Uhr auch selbst herzustellen. Deshalb gleichen die Grundlagen in der Ausbildung auch denen von Schlossern. Uhrmacher können Werkzeugmaschinen programmieren, die automatisch filigrane Präzisionsteile herstellen, und sind Experten in der Feinmechanik.

    Es kann aber auch hoch hinaus gehen und körperlich werden. Denn Uhren tragen Menschen nicht nur am Arm, sie sind auch für alle sichtbar an Kirchtürmen befestigt. Auch diese wollen gewartet, instandgesetzt oder restauriert werden. Hier kann es dann auch mal auf Montage gehen. Uhrmacher und Uhrmacherinnen, die sich auf Turmuhren spezialisieren, machen zwar nur einen kleinen Teil der Berufsgruppe aus, zeigen aber, wie vielseitig die beruflichen Möglichkeiten für Uhrmacher sind.

    Doch nicht nur das Uhrwerk spielt eine große Rolle im Beruf. Auch die Kommunikation ist wichtig. Uhrmacher und Uhrmacherinnen arbeiten häufig in Geschäften, in denen sie direkten Kontakt zu Kundinnen und Kunden haben. Welches Armband ist zum Beispiel das Richtige? Und wie finden Kundinnen und Kunden die Uhr, die perfekt für sie ist? Die Beratung und das Verkaufsgespräch sind für Uhrmacher und Uhrmacherinnen im Beruf elementar.

    Vorteile   Nachteile
    • großes, spannendes Berufsfeld
      
    • anstrengend für die Augen
    • feinmechanische Arbeit
      
    • wenig Bewegung
    • traditionsreiches Handwerk
      
    • immer hochkonzentriert arbeiten

    Wie wird man Uhrmacher?

    Uhrmacher und Uhrmacherinnen werden in Betrieben ausgebildet und besuchen daneben die Berufsschule. Entscheidend, um eingestellt zu werden, ist weniger der Schulabschluss als die Eignung. Daher ist es üblich, dass angehende Uhrmacher und Uhrmacherinnen vor Antritt der Lehre ein Praktikum im Betrieb machen. Obwohl der Beruf allen offen steht, werden am häufigsten Auszubildende mit Hochschulreife genommen. 

    Ausbildungsbetriebe achten dabei auf unterschiedliche Fähigkeiten:

    • mathematisches Talent
    • handwerkliches Geschick
    • Physikkenntnisse
    • Präzision und Geduld

    Sind die Bewerbenden genommen, erwartet sie in der Lehre zum Uhrmacher bzw. zur Uhrmacherin vor allem:

    • Umgang mit dem Werkzeug
    • Wartung von Uhren
    • Ersatzteile herstellen
    • Maschinengravuren
    • Strom, Spannung und Gleichstromkreise
    • Fehleranalyse und die systematische Suche nach Qualitätsmängeln

    In jedem Ausbildungsjahr liegt das Hauptaugenmerk auf einer anderen Uhr. Im Ersten wird anhand der Pendeluhr die Grundlagenarbeit geleistet, bevor es im zweiten Jahr um die Quarzuhr geht. Richtig komplex und detailliert wird es dann im dritten Lehrjahr, das angehende Uhrmacher und Uhrmacherinnen in den Chronographen einarbeitet.

    Aber auch andere Fähigkeiten werden geschult, so zum Beispiel das Anfertigen von technischen Zeichnungen und die Arbeit mit computergesteuerten Maschinen. Aber auch das Verhalten im Verkaufsgespräch wird geübt.

    Das Gehalt während der Ausbildung zum Uhrmacher, zur Uhrmacherin, beträgt dabei durchschnittliche 850 Euro brutto im ersten Lehrjahr und steigt über die Zeit auf ca. 980 Euro brutto im dritten.

    Welche Fähigkeiten sollten Uhrmacher mitbringen?

    Ohne Geduld und Liebe zum Detail können Uhrmacher und Uhrmacherinnen nicht arbeiten. Um täglich an kleinsten, feinmechanischen Zahnrädchen zu arbeiten, brauchen Uhrmacher und Uhrmacherinnen eine ruhige Hand und ausdauernde Konzentration. Vorausgesetzt ist dabei natürlich eine präzise Auge-Hand-Koordination.

    Doch nicht nur ihr Talent für Präzision und kleine Teile benötigen Uhrmacherinnen und Uhrmacher, um erfolgreich im Beruf zu sein. Gute Kenntnisse der Physik und Mathematik sind ebenso wichtig. Denn ohne das logische Verständnis, wie Uhren funktionieren, kann sie niemand entwerfen, bauen oder restaurieren.

    Arbeitgeber: Wer sucht Uhrmacher?

    Uhrmacher haben es nicht schwer auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Fähigkeiten sind natürlich vor allem in Handwerksbetrieben gesucht. Sie übernehmen beispielsweise Geschäfte, die keinen Nachfolger finden, oder machen sich selbstständig.  Sie können aber auch Werkstattleiter in Handwerksbetrieben werden.

    Aber auch in der Industrie wird händeringend nach qualifizierten Kräften gesucht. Uhrenmacher und Uhrenmacherinnen finden hier nicht nur in ihrem angestammten Feld Anstellungen: Überall, wo in der Industrie kreative Köpfe mit ruhiger Hand und einem Verständnis von Mechanik gesucht werden, finden Uhrenmacher und Uhrenmacherinnen Anstellungen.

    Gehalt: Was verdient ein Uhrmacher?

    Das Gehalt von Uhrmacher und Uhrmacherinnen ist klar beeinflusst von ihrer Spezialisierung. In der Metallindustrie, in der viele Uhrmacher und Uhrmacherinnen arbeiten, sind die Gehaltsstrukturen oft von Gewerkschaften, wie der IG Metall, ausgehandelt. Hier werden Uhrmacher und Uhrmacherinnen nach Tarif bezahlt und verdienen im Beruf ein Gehalt, das über 2.000 Euro brutto liegt. Haben sie lange im Betrieb gearbeitet und Zusatzqualifikationen erworben, verdienen Uhrmacher 2.700 Euro brutto im Monat.

    Die Metallindustrie ist allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten, als Uhrmacher oder Uhrmacherin Geld zu verdienen. Viele machen sich in ihrem Fachgebiet selbstständig, zum Beispiel als Restaurateur spezieller Uhren.

    Auch innovatives Arbeiten im Luxusbereich ist für Uhrmacher und Uhrmacherinnen möglich. Hier gibt es Anstellungsmöglichkeiten in herausragend ausgestatten Werkstätten oder die Chance, sich selbst als Designer einen Namen zu machen. Die Topstars der Uhrenbranche können dann viel Geld verdienen.

    Einstieg: Aussichten von Uhrmachern

    Besonders in der Industrie sind qualifizierte Uhrmacher und Uhrmacherinnen sehr gefragt. Wer interessiert daran ist, mit modernster Technik an Neuentwicklungen zu arbeiten, ist hier genau richtig. Spezialisierungen bieten viele Möglichkeiten, die richtige Stelle zu finden. Zwischen Elektronik und diversen Feinwerktechniken, wie den Gold- und Silberschmiedetechniken oder der Edelsteinbearbeitung, liegt eine Bandbreite an Möglichkeiten.

    Wer hingegen in der traditionellen Handwerkskunst der Uhrmacher und Uhrmacherinnen arbeiten möchte, kann sich selbstständig machen oder bei einer Werkstatt anfangen, die auf Reparaturen spezialisiert ist. Oft bietet sich Uhrmachern und Uhrmacherinnen die Chance, eine Werkstatt zu übernehmen, da Eigentümerinnen und Eigentümer häufig keine geeignete Nachfolge finden.

    Bewerbung: Womit punkten Uhrmacher?

    Grundlegend für Uhrmacher und Uhrmacherinnen ist die hochkonzentrierte Arbeit am Werkstück. Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit zeigen sie oft erst während des Probearbeitens. Dennoch sollten diese Eigenschaften im Bewerbungsschreiben und -gespräch deutlich hervorgehoben werden. Hilfreich sind auch Grundkenntnisse oder Erfahrungen in anderen Feinwerktechniken, diese sollten unbedingt im Bewerbungsschreiben angegeben werden.

    Schulnoten sind nicht das Hauptauswahlkriterium im Bewerbungsverfahren. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen achten allerdings darauf, dass die Auszubildenden gute Kenntnisse in Mathe und Physik mitbringen. Diese Fächer sind die Voraussetzung, um die Mechanik verstehen und berechnen zu können.

    Karriere: Aufstiegschance für Uhrmacher?

    Uhrmacher und Uhrmacherinnen haben eine große Bandbreite an Möglichkeiten, nach der Ausbildung ihren persönlichen Karriereweg einzuschlagen.

    Innerhalb der großen, jahrhundertealten Uhrentradition haben sich viele unterschiedliche Produktions- und Herstellungsweisen entwickelt. Fachexpertise in der Restauration von außergewöhnlichen Uhren wird immer gesucht. Ähnlich verhält es sich auch mit den Turmuhren an Kirchen.

    Uhrmacher und Uhrmacherinnen haben nicht nur die Möglichkeit, sich über Weiterbildungen zu entwickeln, sie können auch einen Meister machen oder ein Studium anstreben. Der Meister bringt einem dabei nicht nur unzählige fachliche Qualifikation, sondern vermittelt einem mit betriebswirtschaftlichen Grundlagen für die Selbstständigkeit.

    Akademisch bietet sich für Uhrmacherinnen und Uhrmacher der Bachelor in der Fachrichtung ,Feinwerktechnik‘ an. Neben dem Prototypenbau und Fähigkeiten in der Entwicklung und Konstruktion erhalten die Studierenden auch Kompetenzen in der Mitarbeiterführung.

    Uhrmacherinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Uhrmacherei?

    Bei Berufen im Handwerk wird noch oft an Männer gedacht. In Deutschland ist das Handwerk der Uhrmacher nach wie vor eine Branche, in der mehr Männer als Frauen arbeiten. Doch das ändert sich. Viele Auszubildende berichten davon, dass die Klassen oft zur Hälfte aus Frauen bestehen. Dementsprechend werden in Zukunft auch immer mehr Uhrmacherinnen dem Arbeitsmarkt entgegenstreben.  

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Uhrmachers entwickelt?

    Uhren gibt es seit Jahrhunderten; die meisten Innovationen im Bereich der mechanischen Uhren gab es bereits im 18 Jahrhundert. Die Armbanduhr existiert allerdings erst seit 1923. Und mit ihr wandelte sich vieles in der Industrie und dem Berufsbild. Auch die Digitaluhr und das Handy stellten den Uhrenmarkt auf den Kopf. Und auch heute arbeiten große Konzerne auf Hochtouren an innovativen Uhren.

    Eins blieb jedoch über die Jahrhunderte: der Wunsch nach hochqualitativen Uhren und der Bedarf an Restauration. Wie auch immer sich also der Uhrenmarkt entwickelt, Uhrmacher und Uhrmacherinnen werden immer Arbeitsmöglichkeiten haben.

    Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Laut Statista arbeiteten 2018 ca. 3.000 Männer und Frauen als Uhrmacher oder Uhrmacherinnen. Arbeitslose Uhrmacher und Uhrmacherinnen gibt es hingegen nur sehr wenige. Im Vergleich zu anderen Gewerken ist das Berufsbild der Uhrmacher und Uhrmacherinnen auch nicht so überlaufen. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, stehen also nicht schlecht.

    Ähnliche Berufe wie Uhrmacher:

    Goldschmied / -in
    Edelsteinfräser /-in
    Feinwerkmechaniker / -in
    Chirurgiemechaniker / -in
    Industriemechaniker / -in
    Schneidewerkzeugmechaniker / -in

    Quellen:

    berufenet.arbeitsagentur.de, ausbildung.de, youtube.com, wap.igmetall.de, karriere-her.de, welt.de, futureplan.de


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