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Verkäufer Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Verkäufer: Verkäuferin nimmt die Kreditkarte ihrer Kundin entgegen.
© G-Stock Studio / Shutterstock
Überal, wo man etwas kaufen kann, braucht es fachkundige Verkäufer, die beraten und verkaufen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Verkäufers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Verkäufer

Art der Ausbildung.

Duale Berufsausbildung

Ausbildungsdauer.

2 Jahre

Durchschnittsgehalt.

1.890 Euro

Einstiegsgehalt.

1.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Bitte Karte auflegen oder reinstecken!Sie begegnen uns in Modegeschäften, Drogeriemärkten oder auch beispielsweise im klassischen Supermarkt (Lidl, Aldi, Rewe und co.) und grundsätzlich überall dort, wo es etwas zu verkaufen, beziehungsweise kaufen gibt: Verkäuferinnen und Verkäufer. Als fachkundige Beraterinnen und Berater stehen sie allen Kundinnen und Kunden bei ihren Fragen und Anliegen zur Verfügung und haben darüber hinaus die verantwortungsvolle Aufgabe, zur Ordnung und zum langfristigen Erfolg im Betrieb aktiv beizutragen. Die Arbeit findet in der Regel sowohl in den jeweiligen Verkaufsflächen, als auch in Lagerräumen und Büros der Unternehmen statt. Unter anderem können dabei folgende Aufgaben von ihnen übernommen werden:

    • Die Hauptaufgabe der Verkäuferinnen und Verkäufer liegt darin, den Kunden oder die Kundin zu beraten und bei der Kaufentscheidung zu unterstützen.
    • Warenlieferungen werden von ihnen entgegengenommen und auf Vollständigkeit überprüft (Wareneingangskontrollen).
    • Die Waren werden sortiert und in die entsprechenden Verkaufsregale eingeräumt. Dabei wird von den Verkäuferinnen und Verkäufern auf eine ansprechende Präsentation geachtet, um die Kauflust anzuregen (Visual Merchandising).
    • Um schon vor der Kasse zu wissen, wie viel das Produkt kostet achten Verkäuferinnen und Verkäufer zudem darauf, dass an den Regalen die korrekten Preise angebracht sind.
    • In regelmäßigen Abständen werden durch die Verkäuferinnen und Verkäufer Qualitätskontrollen durchgeführt und gegebenenfalls Waren nachbestellt und beschädigte, fehlende oder verdorbene Waren reklamiert.
    • Bei allen Arbeitsschritten berücksichtigen Verkäuferinnen und Verkäufer zudem die Aspekte der Nachhaltigkeit, wie etwa die Vermeidung von Müllproduktion und beispielsweise eine bewusste Strom-, und Wasserverwendung.
    • Verkäuferinnen und Verkäufer tragen auch dazu bei die Verkaufszahlen durch besondere Werbemaßnahmen zu verbessern. Dabei kann beispielsweise das Dekorieren der Verkaufsräume oder Schaufenster zu den Aufgaben gehören.
    • Ob mit Bargeld oder Karte, Verkäuferinnen und Verkäufer wickeln Zahlungen an der Kasse ab und achten dabei auf die richtige Ausgabe des Wechselgeldes.
    • Am Ende des Tages werden durch die Verkäuferinnen und Verkäufer die Einnahmen abgerechnet.
    • Falls das jeweilige Geschäft nicht nur vor Ort sondern auch online Produkte verkauft, werden von den Verkäuferinnen und Verkäufern die zu verschickenden Waren versandfertig gemacht.
    • Auch Inventuren gehören zum Alltag der Verkäuferinnen und Verkäufer. Zur Erleichterung dieser Arbeit werden mobile Datenerfassungsgeräte eingesetzt.

    Verkäuferinnen oder Verkäufer sind also mehr als reine Kundenberaterinnen und Kundenberater. Sie sorgen als unersetzliche Kettenglieder für einen reibungslosen Ablauf hinter und vor den Kulissen des Geschäftes und tragen maßgeblich zum langfristigen Erfolg des Unternehmens bei.

    Vorteile   Nachteile

    Täglicher Kundenkontakt

    Teils unfreundliche Kunden

    Arbeit im Team

    Arbeit am Wochenende

    Aufstiegschancen

    Körperlich fordernd (Verräumen von Waren)

    Wie wird man Verkäufer?

    Für den Einstieg in denBeruf als Verkäuferin oder Verkäufer, muss eine duale Ausbildung abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass die Ausbildung zum einen praktisch im Betrieb stattfindet und zum anderen durch theoretische Inhalte in der Berufsschule im Umkreis des Betriebes ergänzt wird. Um die Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer beginnen zu können, wird keine bestimmte Vorbildung gesetzlich vorausgesetzt. Trotzdem legen die meisten Betriebe, in denen die Ausbildung stattfindet, Wert auf einen Hauptschulabschluss oder sogar einen mittleren Bildungsabschluss, beispielsweise der mittleren Reife. Falls die Tätigkeit als Verkäuferin oder Verkäufer mit Lebensmitteln zu tun hat, ist zudem eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes erforderlich. 

    Von den insgesamt 22.104, die sich 2017 für den Einstieg in die Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer entschieden haben, hatten 48 Prozent einen Hauptschulabschluss und 38 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss. Nur 5 Prozent hatten keinen Hauptschulabschluss. Die Zahlen zeigen also: Die Chancen stehen ohne schulischen Abschluss eher schlecht einen Ausbildungsplatz zur Verkäuferin oder zum Verkäufer zu bekommen, obwohl dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Also heißt es für alle: fleißig die Schulbank drücken.

    Die Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer dauert zwei Jahre. Insgesamt gibt es zwei wichtige Prüfungen. Die Erste findet zum Beginn des 2. Jahres der Ausbildung statt und nennt sich Zwischenprüfung. Ist auch das 2. Jahr der Ausbildung erfolgreich überstanden, muss noch eine Abschlussprüfung abgelegt werden, um schließlich als ausgebildete Verkäuferin oder ausgebildeter Verkäufer im Berufsleben voll durchstarten zu können.

    Während der zwei Jahre andauernden Ausbildung eignen sich die angehenden Verkäuferinnen und Verkäufer unter anderem folgende Kompetenzen an: 

    • Wissen über das Warensortiment im jeweiligen Betrieb, in dem die Ausbildung stattfindet
    • Ansprechende Präsentation der Waren, sowie der effektiven Verwendung von Werbung
    • Kompetenzen um im Kundengespräch die individuellen Wünsche zu erkennen und auf diese eingehen zu können
    • Korrekter Umgang mit Kassensystemen (z. B. Abwicklung von Zahlungen und Abrechnungen)
    • Zu ergreifende Maßnahmen bei Beschwerden und Reklamationen
    • Richtiger Umgang mit Warenwirtschaftssystemen (z. B. zur Kontrolle von Wareneingängen)
    • Wissen über korrekte Preiskalkulationen und Preisangaben an den Produktregalen

    In Abhängigkeit davon, wo die Ausbildung stattfindet, werden von den Verkäuferinnen und Verkäufern durch sogenannte "Wahlqualifikationseinheiten" jene Bereiche intensiver behandelt, die für den Betrieb besonders von Bedeutung sind. Hier kann beispielsweise mehr über die Beratung von Kunden oder auch über Werbung und Verkaufsförderung gelernt werden.

    Weitere Inhalte der Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer können im offiziellen Rahmenlehrplan nachgelesen werden.

    Welche Fähigkeiten sollten Verkäufer mitbringen?

    Verkäuferinnen und Verkäufer haben täglichen Kontakt zu Kundinnen und Kunden, weshalb in erster Linie Folgendes wichtig ist: eine positive Ausstrahlung. Denn Kompetenz und Fachwissen allein reichen nicht aus, um eine kurz- oder auch langfristige Kundenbindung zu erzeugen. Neben einem freundlichen Auftreten sollten die Verkäuferinnen und Verkäufer dazu in der Lage sein, die Kunden von einem Kauf zu überzeugen, indem sie die angebotenen Waren ansprechend präsentieren. Und nicht nur überzeugend, sondern auch einfühlsam sollten die Verkäuferinnen und Verkäufer auftreten, um mit einem angemessenen Feingefühl auf die Käuferwünsche in der Beratung eingehen zu können.

    Auch ein Sinn für Ordnung und Genauigkeit ist schon in der Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer wichtig, damit mögliches Falschgeld direkt erkannt wird und sich beim Herausgeben des Wechselgeldes, bei der Abrechnung oder der Bestandsaufnahme vorhandener Artikel keine Fehler einschleichen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Verkäufer?

    Der Großteil aller Verkäuferinnen und Verkäufer arbeitet im Einzelhandel. Dazu zählen beispielsweise

    • Kaufhäuser,
    • Supermärkte,
    • Modegeschäfte,
    • Ladenbereiche von Flughäfen
    • oder Baumärkte.

    Daneben können Verkäuferinnen und Verkäufer auch im Vermietungs- und Verleihgewerbe, beispielsweise in Videotheken oder Fahrradverleihern, arbeiten.

    Im Einzelhandel können darüber hinaus für Verkäuferinnen und Verkäufer die folgenden Fachhandel infrage kommen: 

    • Gemüseläden
    • Tankstellen
    • Elektronikfachhandel
    • Versand- und Internet-Einzelhandel

    Außerdem arbeiten Verkäufer im Einzelhandel mit

    • Spielwaren
    • Kosmetikartikeln
    • Büroartikeln
    • Antiquitäten und Gebrauchtwaren.

    Gehalt: Was verdient ein Verkäufer?

    Pauschal kann nicht gesagt werden, wie viel eine Verkäuferin oder ein Verkäufer verdient, da folgende Faktoren eine große Rolle spielen:

    • Absolvierte Aus- und Weiterbildungen
    • Verantwortung und spezifischen Anforderungen im Beruf
    • Branche, Region und Betrieb
    • Tarifgebundene oder nicht tarifgebundene Betriebe

    Da es sich hier um eine duale Ausbildung handelt, arbeiten die angehenden Verkäuferinnen und Verkäufer schon während der Ausbildung in einem Betrieb und das wird natürlich entlohnt. Bereits in der Ausbildung ist die Bezahlung leider nicht einheitlich, da in jedem Bundesland unterschiedliche Tarifbedingungen gelten. Im Durchschnitt werden in den beiden Ausbildungsjahren aber folgende Gehälter gezahlt:

    • 1. Ausbildungsjahr: 705 Euro - 850 Euro 
    • 2. Ausbildungsjahr: 760 Euro - 955 Euro 

    Mit Blick auf das WSI-Tarifarchiv wird klar, dass auch nach erfolgreicher Ausbildung die Gehälter zu Recht mit Unzufriedenheit der Verkäuferinnen und Verkäufern betrachtet werden. Bei einer 38-Stunden-Woche liegt der Verdienst bei durchschnittlich 1.890 Euro. Mit zunehmender Berufserfahrung kann dieses Gehalt allerdings noch weiter bis zu einem Betrag von 2.030 Euro steigen. In tarifgebundenen Betrieben liegt der durchschnittliche Lohn bei 2.050 Euro . Doch dies muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Durch Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind als Verkäuferin oder Verkäufer in Führungs- und Spitzenpositionen noch höhere Gehälter denkbar.

    Einstieg: Aussichten von Verkäufern 

    Trotz der vielerorts geringfügigen Bezahlung des Ausbildungsberufes zur Verkäuferin oder zum Verkäufer, lag die Zahl an neu geschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2016 bei 22.983. Damit machte das die Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer zur drittbegehrtesten Ausbildung in ganz Deutschland. Die hohe Nachfrage unter den Auszubildenden macht eines klar: Der Beruf ist bis auf unbestimmte Zeit unverzichtbar und sofern sich die Betriebe an den geltenden Tarifverträgen orientieren, bietet der Beruf als Verkäuferin oder Verkäufer viele attraktive Perspektiven, die durch zusätzliche Fortbildungen oder gar ein Studium erweitert werden können.

    Bewerbung: Womit punkten Verkäufer?

    Der zukünftige Arbeitgeber soll ab der ersten Minute einen positiven Eindruck gewinnen, der schon mit dem Lebenslauf und Anschreiben positiv beeinflusst werden kann. Dabei kommt es nicht nur darauf an inhaltlich zu überzeugen, sondern auch sprachlich. Eine korrekte Rechtschreibung, möglichst ohne Grammatikfehler und falsch gesetzten Kommata, wirkt direkt seriös und schafft den Eindruck, dass die Bewerberin oder der Bewerber sorgfältig und gewissenhaft arbeitet. Besondere Qualifikationen nach der Ausbildung, wie beispielsweise ein Abschluss als Einzelhandelskauffrau oder Einzelhandelskaufmann, sollten auch Erwähnung finden.

    Karriere: Aufstiegschance für Verkäufer?

    Nach zwei Jahren Ausbildung dürfen sich die Absolventinnen und Absolventen ab sofort Verkäuferin oder Verkäufer nennen. Wem dieser Titel noch nicht ausreicht und nach einer steileren Karriere strebt, hat mit dieser Ausbildung die Weichen in eine vielversprechende Richtung gestellt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung um ein weiteres Jahr verlängert und abschließend die Prüfung als Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel abgelegt werden. Mit dieser Weiterbildung besteht unter anderem die Möglichkeit, Führungspositionen einzunehmen, was natürlich auch mit einem höheren Gehalt einhergeht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit nach der Ausbildung einen Abschluss als Handelsfachwirtin oder Handelsfachwirt zu erlangen. Wem das nicht ausreichen sollte, könnte ein Studium, beispielsweise in Handelsbetriebswirtschaft, in Erwägung ziehen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Verkäufers entwickelt?

    Auch vor dem Einzelhandel macht die zunehmende Automatisierung in unserer Gesellschaft keinen Halt. Vor allem ältere berufstätige Generationen stellt dies oftmals vor teils große Herausforderungen. Hilfsroboter, zunehmende Vernetzung von Online- und Offlinehandel und technische Spielereien, wie etwa die Möglichkeit zur virtuellen Anprobe von Kleidungsstücken via Virtual-Reality-Brille im Laden erweitern das klassische Angebot des Handels. Vieles wird durch technische Innovationen im Arbeitsalltag der Verkäuferinnen und Verkäufer erleichtert und vor allem routinierte Tätigkeiten können durch Roboter langfristig übernommen werden.

    Doch komplexere Aufgaben, wie etwa die Beantwortung individueller Kundenfragen sowie administrative Tätigkeiten werden noch auf unbestimmte Zeit in den Händen unserer kompetenten Verkäuferinnen und Verkäufer liegen.

    Verkäuferinnen: Welche Chancen haben Frauen im Verkauf?

    Die Ausbildung und auch der spätere Beruf als Verkäuferin sind besonders unter Frauen seit jeher sehr begehrt. Dem gegenüber steht eine generelle Unzufriedenheit sowohl bei Männern als auch bei Frauen, über die derzeitigen Löhne, die als Verkäuferin oder Verkäufer bezogen werden. Hinzu kommt ein klarer Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau. Frauen haben zudem mit 60 Prozent deutlich häufiger eine Teilzeitstelle, wodurch natürlich auch der Lohn entsprechend gering ausfällt. Es gilt daher zu hoffen, dass das derzeitige Ungleichgewicht sich in Zukunft zum Besseren verändert. Eine große Chance ist dahingehend in den tarifgebundenen Verträgen zu sehen. Damit werden Löhne einheitlich geregelt, wodurch der sogenannte Gender Pay Gap geschlossen und damit die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ausgeglichen werden könnten.

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    Servicekraft für Dialogmarketing, Fachlagerist, Fachkraft im Gastgewerbe, Drogist

    Quellen:

    Kmk.de, Berufenet, BiBB.de


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