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Zoologe Berufsbild, Gehalt, Karriere

Zoologe: Zoologin
© James Kirkikis / Shutterstock
Zoologen untersuchen und erforschen Tiere. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Zoologen wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Zoologe (m/w/d)

Art der Ausbildung

Studium

Ausbildungsdauer

10 Semester

Einstiegsgehalt

3.000 Euro

Durchschnittsgehalt

4.883 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Zoologe

    Im Beruf der Zoologinnen und Zoologen steht nicht unbedingt der Zoo im Mittelpunkt, sondern die Arbeit in tierbezogenen Themengebieten. Der Begriff Zoo ist übrigens aus dem Griechischen "zōon" (Lautsprache) abgeleitet worden und kann mit "Lebewesen" oder "Tier" übersetzt werden. Die Spezialistinnen und Spezialisten der Zoologie können unterschiedliche Aufgaben übernehmen – in Abhängigkeit davon, in welchem Bereich sie sich spezialisiert haben.

    Unter anderem arbeiten sie als Forscherinnen und Forscher und publizieren ihre Erkenntnisse oder halten Vorträge darüber. Zudem kommt ihnen eine beratende oder informierende Funktion rund um das Thema Zoologie zu, beispielsweise indem sie als wissenschaftliche Spezialistinnen und Spezialisten in Tiergärten arbeiten. In diesen koordinieren die Fachleute der Zoologie darüber hinaus die Tierhaltung und Tierzucht. Des Weiteren kann das Tätigkeitsfeld der Zoologinnen und Zoologen folgende Aspekte umschließen:

    • Bei der Haltung von Tieren sind möglichst hohe Standards zu beachten, die ihren biologischen Bedürfnissen gerecht werden. Zoologinnen und Zoologen sorgen daher für die Sicherstellung einer artgerechten Haltung von Tieren. Dies schließt natürlich auch deren Fütterung mit ein.
    • Um gewährleisten zu können, dass die Tiere langfristig in bester Gesundheit leben, stellen die Fachkräfte der Zoologie die dafür notwendige tiermedizinische Versorgung bereit.
    • Zoologinnen und Zoologen arbeiten selten isoliert in ihrer Filterblase. Wenn es beispielsweise um die Erhaltung von Tierbeständen oder interdisziplinäre Forschungsarbeiten geht, kommunizieren sie mit anderen Institutionen oder zoologischen Gärten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
    • Unter anderem übernehmen Zoologinnen und Zoologen Lehrtätigkeiten, wie etwa das Abhalten von Vorlesungen oder Seminaren an Hochschulen.
    • Auch administrative Aufgaben können in die Hände der Fachkräfte der Zoologie fallen, wie etwa die Anleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Budgetplanungen oder die Entwicklung und Umsetzung von Marketingstrategien sowie die Öffentlichkeitsarbeit der jeweiligen Einrichtung.

    Vorteile als Zoologe: 

    • Arbeit mit Tieren
    • Abwechslungsreich
    • Hohe Zahl an Spezialisierungsmöglichkeiten

    Nachteile als Zoologe: 

    • Teils unangenehme Gerüche in Tierställen
    • Forschung im Freiland auch bei schlechtem Wetter
    • Arbeit oftmals auch am Wochenende

    Zoologe: Der Weg zum Ziel 

    Voraussetzung, um als Zoologin oder Zoologe arbeiten zu können, ist die Hochschulreife. Momentan gibt es in Deutschland nicht die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium der Zoologie zu absolvieren. Da die Zoologie eine Disziplin der Biologie ist, überrascht es daher nicht, dass die meisten Zoologinnen und Zoologen Biologie studiert haben.

    Der NC hängt dabei sowohl von der Hochschule ab als auch von der Nachfrage für den jeweiligen Studiengang. Während zum Wintersemester 2019/2020 an der TU Carola-Wilhelmina zu Braunschweig alle Bewerberinnen und Bewerber angenommen wurden, war es zur gleichen Zeit an der FU in Berlin mit einem NC von 1,5 deutlich schwieriger einen Studienplatz zu ergattern.

    Im Bachelor-Studium können die angehenden Profis der Zoologie bereits die richtigen Weichen für den späteren Fachbereich stellen. Hier sollten sich Zoologie-Interessierte zudem über die Zugangsbestimmungen der Hochschulen für ein Masterstudium informieren. Denn oftmals werden besondere Module, wie beispielsweise in Molekularbiologie, vorausgesetzt. Folgende Inhalte sind unter anderem im Bachelor-Studium zu erwarten:

    • Mathematik
    • Allgemeine und anorganische Chemie
    • Physik
    • Entwicklungsbiologie
    • Gentechnik
    • Biometrie
    • Ökologie
    • Bioinformatik
    • Mikrobiologie
    • Biotechnologie
    • Pflanzenphysiologie
    • Geobotanik
    • Synthetische Biologie
    • Computer- und Präsentationstechniken

    In Abhängigkeit davon, in welchem Teilgebiet der Zoologie eine Spezialisierung stattfinden soll, werden unterschiedliche Kennnisse gefordert. Liegt das Interesse beispielsweise vorwiegend in der Verhaltensforschung, sollten tiefgreifende Kenntnisse in der Psychologie erworben werden.

    Besteht eine Vorliebe für Neurobiologie, sollten Physik und Informatik im Studium nicht zu kurz kommen. Auch die Wahl des Masterstudiums sollte wohl überlegt sein, denn jede Universität setzt andere Schwerpunkte, die sich natürlich möglichst mit der eigenen Interessenlage überschneiden sollten. In Deutschland könnten unter anderem folgende Master-Studiengänge in Frage kommen:

    • Der Masterstudiengang Animal Biology and Biomedial Sciences an der tierärztlichen Hochschule Hannover hat beispielsweise die Schwerpunkte Infektionsbiologie, Zell-, Entwicklungs- und Neurobiologie sowie Evolution, Biodiversität und Verhalten.
    • Der Masterstudiengang Laboratory Animal Science der RWTH Aachen spezialisiert sich hingegen auf Versuchstierkunde.
    • Integrated Plant and Animal Breeding ist der Name eines Masterstudiengangs der Georg-August-Universität Göttingen und hier geht es um Zuchtforschung, sowohl auf pflanzlicher als auch tierischer Ebene. Gentechnik spielt hier folglich eine zentrale Rolle.

    Nähere Informationen zum Studienaufbau und den Lerninhalten können auf den jeweiligen Websiten der Studiengänge entnommen werden.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollte ein Zoologe mitbringen?

    Von Zoologinnen und Zoologen wird ein hohes Verantwortungsbewusstsein abverlangt, wenn es beispielsweise darum geht die Zucht oder Haltung von Tieren zu planen oder zu überwachen. Auch Genauigkeit ist gefragt, beispielsweise bei der Durchführung von Versuchen im Labor. Denn schon ein kleiner Fehler kann fatale Auswirkungen für die Gesundheit der Tiere haben und darüber hinaus können ganze Versuchsreihen nutzlos gemacht werden.

    Je größer das Forschungsprojekt ist, in dem die Zoologinnen oder Zoologen arbeiten, desto wichtiger ist die Fähigkeit, im Team gut zu funktionieren. Eine ausgeprägte Kommunikationsstärke ist daher Voraussetzung, um im Forschungsteam mit allen Parteien möglichst fehlerfrei und effizient arbeiten zu können. Nicht selten kommen die Spezialistinnen und Spezialisten der Zoologie mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern in Kontakt. Neben interkulturellen Kompetenzen sollten die Fachkräfte der Zoologie daher Kenntnisse über die englische Sprache verfügen.

     

    Zoologe: Wer braucht sie?

    In Abhängigkeit davon, welche Schwerpunkte im Studium gesetzt wurden und wie es um die praktische Erfahrung und Interessenlage steht, kommen entsprechend unterschiedliche Arbeitgeber infrage. Wurde der Schwerpunkt auf eines der klassischen Fächer der Zoologie, wie etwa Morphologie, Anatomie, Evolutionsforschung oder Ökologie gelegt, sind folgende Tätigkeiten denkbar:

    • Biotechnologische Berufe in der Industrie
    • Anstellung in botanischen oder zoologischen Gärten und Naturparks
    • Forschungsstellen an der Universität oder Forschungsinstituten in den Bereichen Natur-, Agrar-, Ingenieurwissenschaften sowie Medizin
    • Arbeit im Naturschutz

    Zoologie: Was kann man verdienen?

    Sofern das Gehalt auf der Grundlage eines Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) ausgezahlt wird und die Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger der Zoologie einen Masterabschluss vorweisen können, ist anfangs mit einem Einstiegsgehalt von 3.000 bis 4.000 Euro brutto zu rechnen.

    Steigt die Jahreszahl an Arbeitserfahrung, steigt auch das Gehalt. Werden leitende Positionen, beispielsweise in der Institutsleitung, erreicht, können sogar Spitzengehälter von bis zu 7.500 Euro brutto erzielt werden. Sowohl innerhalb des öffentlichen Dienstes, wozu Stellen an der Universität, in zoologischen Gärten oder auch Forschungseinrichtungen und Museen zählen, als auch in der freien Wirtschaft sind hohe Gehälter nicht ausgeschlossen. Expertinnen und Experten der Zoologie verdienen durchschnittlich sogar mehr, sollte sie der Weg in die freie Wirtschaft treiben.

    Einstiegschancen: Aussichten von Zoologen

    Durch die facettenreichen Einsatzgebiete von Zoologinnen und Zoologen kann keine allgemeine Aussage zu deren beruflichen Aussichten gemacht werden. Grundsätzlich steht die Berufsgruppe der Zoologie derzeit vor einem deutlichen (Fach-)Kräfteüberschuss. Auf 100 sozialversicherungspflichtig gemeldete Stellen kommen derzeit 1.161 Arbeitslose. Trotzdem beläuft sich die zeitliche Vakanz auf derzeit 56 Tage und ist damit weit unter dem allgemeinen Durchschnitt von 113 Tagen.

    Auch weitere Aspekte lassen die relativ hohe Zahl an Arbeitslosen in ein positives Licht rücken. Zum einen sinkt seit Jahren der prozentuale Anteil an Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind (2018 belief er sich auf 17,6 Prozent) und zum anderen ist die Arbeitslosenquote seit Jahren rückläufig. Allein zwischen den Jahren 2016 und 2018 sank die Zahl an Arbeitssuchenden innerhalb dieser Berufsgruppe um ganze 17,2 Prozent. Diese Beobachtungen können angehende Zoologinnen und Zoologen durchaus optimistisch stimmen.

    Bewerbung: Womit punkten Zoologen? 

    Das Arbeitsfeld der Zoologie bietet überdurchschnittlich viele Einsatzmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es seine Nische zu finden, in der entsprechende Fachkenntnisse erworben werden. Diese besondere fachliche Expertise sollte auch in der Bewerbung entsprechend zur Geltung kommen, um in der zukünftigen Arbeitsstelle im Tierpark oder der Forschungseinrichtung punkten zu können.

    In diesem Zuge könnte auf das Masterstudium verwiesen werden, in dem die Studierenden sich in der Regel auf einen bestimmten Fachbereich der Zoologie spezialisieren, beispielsweise der Morphologie, Zoogeographie oder auch der Zytologie. Entscheidend können dabei auch vergangene Praktika oder Arbeitserfahrungen in der jeweilige Branche sein.

    Karriere: Entwicklungs- und Aufstiegschancen als Zoologe

    Um als Zoologe oder Zoologin arbeiten zu können, wird in der Branche mindestens ein Masterabschluss gefordert. Ein grundständiges Biologie-Studium ist daher nicht ausreichend, um beruflich durchstarten zu können, denn erst im Masterstudium eignen sich die Studierenden tiefergehende und fachspezifische Sachkenntnisse an.

    Um diese noch weiter zu vertiefen, empfiehlt sich unter Umständen eine Promotion im jeweiligen Fachbereich. Diese Entscheidung sollte allerdings wohlüberlebt sein. Zwar erhöht sich durch die Promotion in der Regel das Gehalt, doch der Weg zum Doktortitel ist mit viel zeitlichem Aufwand verbunden und erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Ist diese große Hürde gemeistert, eröffnen sich damit attraktive Karrieremöglichkeiten und zudem werden dadurch die Chancen erhöht, schneller in Positionen mit leitender Funktion zu gelangen.

    Während die Dissertation geschrieben wird, arbeiten viele Doktoranden als wissenschaftliche Hilfskräfte, um sich auf diesem Weg zu finanzieren. Alternativ könnte sich der Besuch eines Graduiertenkollegs empfehlen, das von den Hochschulen gefördert wird und mit einem Stipendium für die Promovierenden einhergeht. Eine weitere Option findet sich in der freien Wirtschaft. Hier könnte in Rahmen eines Forschungsprojektes für einen Konzern zu einem vorgegebenen Thema eine Dissertation angefertigt werden. Von Vorteil ist hier das meist attraktive Gehalt.

    Neben einer Promotion sorgen zudem Weiterbildungen dafür die eigenen Kompetenzen zu vertiefen und auszubauen, beispielsweise in den Bereichen Biochemie, Tiermedizin, Biotechnologie, Betriebswirtschaft oder auch branchenspezifische EDV-Anwendungen. Vor allem, wenn auf eine begehrte Stelle in der Institutsleitung geschielt wird und es darum geht, nicht nur unter wissenschaftlichen, sondern auch ökonomischen Aspekten zu handeln, sind Weiterbildungen unausweichlich.

    Zoologinnen: Chancen für Frauen in der Zoologie

    Derzeit arbeiten 20.348 Spezialistinnen und Spezialisten in der Berufsgruppe, zu der auch die Zoologie gezählt wird. Auffällig ist der hohe Anteil an Frauen, die mit circa 58 Prozent den Großteil der Fachkräfte ausmachen. Mit Blick auf die berufsspezifische Statistik der Bundesagentur für Arbeit wird klar, dass sich dieser verhältnismäßig hohe Frauenanteil in den noch kommenden Jahren weiter vergrößern könnte.

    Denn allein zwischen 2016 und 2018 stieg die Zahl an berufstätigen Frauen in dieser Gruppe um 11,9 Prozent an. In den MINT-Berufen (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) allgemein ist ein langsamer aber dafür stetig wachsender Frauenanteil zu beobachten. Zwischen den Jahren 2013 und 2018 stieg ihr Anteil von 14,4 Prozent auf 15,4 Prozent an.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld von Zoologen entwickelt?

    Im Zusammenhang mit Zoologie würden wohl nicht wenige einen besonderen Namen aus der Evolutionslehre assoziieren: Charles Darwin. Doch es wäre weit gefehlt seine bahnbrechenden Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert als Beginn der Zoologie zu beschreiben.

    Bereits im antiken Griechenland legten schlaue Köpfe wie Aristoteles mit seinem Werk namens "Historia animalium" den Grundstein dieser heute vielfältigen Disziplin. Im Verlauf der Jahrhunderte mauserte sich die Zoologie Schritt für Schritt zu einer wissenschaftlichen Disziplin wie wir sie heute kennen. Prägende Figuren waren auf diesem Weg neben Conrad Gesner, dem Begründer der modernen Zoologie, Alexander von Humboldt mit seinen empirischen Methoden sowie natürlich Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie auf Grundlage der natürlichen Selektion.

    Durch technische Innovationen und stetiger Optimierungsprozesse ist die heutige und zukünftige Zoologie ein immer feinfühligeres und komplexeres Instrument zur Beobachtung und Analyse mehrzelligen Lebens. Die Anforderungen an den Beruf sind hoch, entsprechend lange ist der Ausbildungsweg. Doch belohnt werden die Absolventinnen und Absolventen mit einem breiten Angebot an Spezialisierungsmöglichkeiten und zunehmend positiven Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

    Ähnliche Berufe wie Zoologe:

    • Biologin/Biologe
    • Tierärztin/Tierarzt

    Quellen:

    berufenet.arbeitsagentur.de, vbio.de, hochschulkompass.de


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