Konflikte lösen: So geht's in nur 6 Schritten

Im Job, in der Beziehung, in der Familie oder mit uns selbst – Konflikte lösen müssen wir immer und überall. Wir verraten, wie es geht.

Konflikte lösen: So entsteht ein Konflikt – 3 Beispiele

Konflikte entstehen immer dann, wenn mindestens zwei verschiedene Ziele, Erwartungen oder Wertvorstellungen aufeinandertreffen (übrigens auch im buchstäblichen Sinne: Der Begriff ist vom Lateinischen Verb "confligere" abgeleitet und das bedeutet "zusammentreffen, kämpfen"). 

  • Beispiel Job: Kollege A braucht dringend Support von Kollege B (wahrscheinlich IT-Profi), aber Kollege B hat vorher noch zig andere Prios – Zack, Konflikt! 
  • Beispiel Beziehung: Sie legt Wert auf Unabhängigkeit, er wünscht sich am allermeisten Nähe – Streiten vorprogrammiert!
  • Beispiel Persönlichkeit: Ich will niemanden enttäuschen, aber ich brauche wirklich mal ein Wochenende nur für mich – Mediator dringend gesucht! 

Wir könnten endlos so weitermachen, denn: Konfliktsituationen gibt es überall! Umso wichtiger, ein paar Konfliktlösungsstrategien in petto zu haben. Keine Frage: Wer sich mit Konfliktmanagement auskennt, ist klar im Vorteil.

Konflikte lösen – in 6 Schritten

  1. Konflikt anerkennen: Sobald wir einen Konflikt spüren, sollten wir ihn als solchen einordnen und uns damit auseinandersetzen.
    Warum? Wenn wir Konflikte ignorieren oder gezielt vermeiden, tun wir uns und unserem Umfeld keinen Gefallen. Ein ungelöster Konflikt ist immer Nährboden für Wut, negative Gefühle, schlechte Stimmung, Auseinandersetzungen, Streit und Streitigkeiten – und früher oder später eskaliert die Situation dann total. Nochmal: Dass unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen, wenn mehrere Leute zusammenkommen, ist ganz natürlich und absolut okay. Konflikte sind keine Anzeichen, dass Menschen nicht zusammenpassen – die Unfähigkeit, sie zu lösen, dagegen schon.   
  2. Dem anderen gute Absichten unterstellen: Der Konfliktpartner (wir sagen extra nicht "Gegner") hat seinen Standpunkt und wären wir ganz genau an seiner Stelle, würden wir uns vermutlich genauso verhalten wie er. Bei Konflikten gibt es keine richtige und falsche Position. Beide Ansichten haben ihre Berechtigung und ihren Hintergrund.
  3. Die widerstrebenden Vorstellungen erkennen: Jetzt beginnt in der Regel das Konfliktgespräch: Welche Interessen prallen eigentlich aufeinander? Warum genau kommen sich die Beteiligten in die Quere? Das zu klären, ist unverzichtbar, denn sonst wissen wir überhaupt nicht, worüber wir reden müssen, um den Konflikt zu entschärfen.
  4. Die eigene Position erklären: Beide Gesprächspartner legen dem anderen ihren Standpunkt dar, respektvoll, offen und ohne Ausreden oder Schuldzuweisungen. Wer über Schritt 2 gegangen ist, wird nun in der Regel bestätigt. Da viele Konflikte durch Missverständnisse befeuert werden, ist die Aussprache der beteiligten Kollegen oder Partner (oder inneren Stimmen 😜) oft der Schlüssel zur Konfliktbewältigung – es sei denn, unterschwellig spielt noch etwas anderes mit rein, zum Beispiel eine grundlegende Unzufriedenheit mit Chef, Kollegen, Arbeitsplatz oder Partner (oder unserer Persönlichkeit 😳).
  5. Eine Lösung suchen: Jetzt machen die Parteien Lösungsvorschläge und finden im Idealfall gemeinsam einen Kompromiss, der beiden Vorstellungen gerecht wird. Manchmal kann sich die Konfliktlösung für einen von beiden wie eine Niederlage anfühlen. Wenn zum Beispiel der andere hierarchisch über uns steht oder Infos berücksichtigen konnte, von denen wir nichts wussten (etwa strategische Überlegungen), müssen wir in der Regel mehr nachgeben und stärker von unseren ursprünglichen Erwartungen abweichen als er. Aber wenn Schritt 4 gut gelaufen ist, sollte das keinen Groll in uns hervorrufen.
  6. Außenstehende um Rat fragen: So oder so: Es ist immer gut, Außenstehende um ihre Einschätzung oder Hilfe zu bitten. Wenn sich die Fronten im Gespräch nur noch mehr verhärten, sollte – gerade im Arbeitsumfeld – am besten ein Moderator oder Mediator vermitteln. Doch auch, wenn wir den Konflikt lösen konnten, tut es oft gut, hinterher noch einem Dritten davon zu erzählen, um endgültig damit abzuschließen. Bei Konflikten, die wir mit uns selbst austragen, ist es sowieso immer ratsam, sich Rückmeldung von anderen zu holen – denn auch die können eskalieren und das ist dann alles andere als harmlos ... 

Zugegeben: Selbst wenn wir absolute Profis im Konfliktmanagement sind, werden wir die Eskalation eines Konflikts zum Streit nicht immer vermeiden können. Gerade Machtkonflikte sind oft kaum aus der Welt zu schaffen. Aber wenn wir für uns insbesondere die ersten zwei Schritte verinnerlichen und dann auch noch bereit sind, kreativ nach Kompromissen zu suchen und offen zu kommunizieren, machen zumindest wir schonmal alles richtig.

Apropos richtig und Kommunikation: Welche Kommunikationsfehler du auch im Konfliktgespräch vermeiden solltest, erfährst du hier. Und falls du denkst, Freundlichkeit lohnt sich nicht – vielleicht kann dich unser Artikel dazu vom Gegenteil überzeugen. 

Und eine Konfliktlösungsstrategie der etwas anderen Art stellen wir dir unten in unserem Video vor.

Vitdeotipp: So kannst du andere Menschen überzeugen

Menschen überzeugen: Das sind die besten Tricks

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