16 effektive Lernmethoden, die du kennen solltest

Du steckst mitten im Studium, in der Ausbildung oder bist dabei eine neue Sprache zu lernen? Welche Lernmethoden dir helfen, verraten wir dir hier. 16 effektive Lernstrategien im Überblick.

Eine Prüfung steht an, du absolvierst eine wichtige Schulung in der Firma oder du bist dabei eine neue Sprache zu lernen: es gibt viele Situationen, in denen wir Neues lernen, das wir später wieder anwenden müssen, wenn es darauf ankommt. Um das zu erreichen, kannst du auf verschiedene Lernmethoden zurückgreifen.

Natürlich spielt es eine Rolle, welcher Lerntyp du bist. Einige Menschen lernen am besten durch Zuhören oder Diskutieren, andere brauchen visuelle oder haptische Unterstützung zum Lernen. Doch sind wir nicht zwingend zu 100 Prozent einer der vier Lerntypen, sondern ein Mischtyp mit verschiedenen Ausprägungen. Mache hier den Test, welcher Lerntyp du bist!

Was versteht man unter Lernmethoden

Lernmethoden sollen uns dabei helfen, Lernstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufen oder auch langfristig anwenden zu können. Denn das sture Auswendiglernen von Stoff ist selten hilfreich und häufig wird nach der Prüfung dann schnell wieder alles vergessen. Mit welchen Lernstrategien du am erfolgreichsten bist, solltest du für dich selber herausfinden. Oftmals hilft auch eine Kombination aus verschiedenen Methoden, um den Stoff auf möglichst viele Arten zu behandeln und so besser zu verankern.

So lernen wir am besten

Wir nehmen Informationen über unsere Sinnesorgane auf, die im Gehirn verarbeitet und gespeichert werden. Je nachdem wie wichtig diese Informationen sind, vergessen wir sie nach kurzer Zeit wieder oder sie gelangen ins Langzeitgedächtnis. Aber auch, wie wir eine Information aufnehmen, spielt eine Rolle. Wenn wir etwas selber machen, merken wir uns etwas am ehesten, ähnlich beim Erklären von etwas, während beim bloßen Zuhören die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass das Gesagte fest verankert wird. Das bedeutet, die aktive Aufnahme ist effektiver als die passive und über je mehr Eingangskanäle die Information eingeht, umso besser wird sie gespeichert. Auch Abwechslung trägt zum effektiven Lernen bei, denn damit stimulierst du dein Gedächtnis immer wieder neu.

Lernen und Lernmethoden im Alter

Natürlich kann man auch im Alter immer noch Neues dazu lernen, wenn vielleicht auch langsamer Fortschritte erkennbar sind. Ein wichtiger Tipp ist, dabei auf Assoziationen zu setzen, d. h. bereits Bekanntes heranzuziehen und mit ähnlichen Bereichen zu verknüpfen. Generell ist es sinnvoll am Ball zu bleiben und schon während des Arbeitslebens, das Gedächtnis immer wieder neu zu fordern. Schon kurze Lernpausen sind schlecht für das Gehirn, wie eine Studie der Universität Houston (Texas, USA) zeigte. Verschiedene Gruppen von Rentnern und deren Aktivitäten wurden verglichen und nur bei den aktiven Rentnern blieb die Gehirnaktivität über mehrere Jahre konstant hoch.

Lernmethoden – systematisch lernen

Selbstverständlich kannst du beim Lernen auf klassische Methoden wie Eselsbrücken oder Karteikarten zurückgreifen. Diese können z. B. auch auf eine spielerische Art und Weise eingesetzt werden, um dein Wissen langfristig zu festigen. Wir haben dir eine Übersicht mit einigen effektiven Lernmethoden zusammengestellt, mit denen du systematisch und kreativ lernen kannst. Die Lernmethoden im Einzelnen:

Zusammenfassung schreiben

Oftmals bleibt nicht alles Relevante im Gedächtnis, wenn wir einen Text nur einmal (schnell) lesen. Damit die wichtigsten Kernaussagen erlernt werden, ist es sinnvoll eine Zusammenfassung über das Gelesene zu schreiben.

Restrukturierung von Zusammenfassung schreiben

Wenn du bereits Zusammenfassungen geschrieben hast, kannst du diese restrukturieren: Durch die erneute Auseinandersetzung, die neuen Entscheidungen (was ist wichtig, was kann vielleicht weggelassen werden, etc.), das Überdenken, usw. vertiefst du das Erlernte noch einmal.

Skript verfassen

Ein Skript bietet sich an, wenn dein Lernstoff sich aus verschiedenen Quellen zusammensetzt, wie Bücher, Zeitschriften, Diagramme, usw. Bei einem komplexen Gebiet schaffst du so eine Struktur und setzt dich intensiv mit dem Stoff auseinander, was dir Lernfortschritt verschafft. Achte darauf, dass das Skript sinnvoll aufgebaut ist!

Loci-Methode

Du musst dir einige Dinge in einer bestimmten Reihenfolge merken? Dann wird dir die Loci-Methode sicher helfen. Dabei erstellst du eine Art innere Landkarte, auf der du Dinge mit Orten verknüpfst. Ein Beispiel findest du im Artikel Loci-Methode.

Geschichte verfassen

Die Geschichtentechnik funktioniert ähnlich, wie die Loci-Methode. Dabei denkst du dir jedoch eine x-beliebige Geschichte aus. Doch je persönlicher der Bezug, desto besser kannst du dir alles merken!

Zeichnungen

Lernst du mit visueller Unterstützung besonders gut, sind Zeichnungen eine gute Lernstrategie für dich. Denn so kannst du dir Informationen besser merken, wenn du sie mit einem Bild bzw. einer Zeichnung assoziierst.  

Mindmaps

Mindmaps eignen sich hervorragend für komplexe Sachverhalte und helfen dir, Gedanken visuell und strukturiert darzustellen. Und so kannst du eine Mindmap erstellen.  

Lege-Technik

Bei dieser Lernmethode notierst du wichtige Begriffe z. B auf Karteikarten. Dann legst du alle Begriffe strukturiert zusammen, d. h. was gehört inhaltlich zusammen und in welchem Verhältnis steht es zueinander (z. B. über-/untergeordnet?).

ABC-Listen

Die ABC-Methode erinnert an Mindmapping, denn du ordnest zum Themengebiet gehörende Begriffe zu. Du erstellst eine Liste mit den Buchstaben von A bis Z, von oben nach unten. Dein Oberthema schreibst du oben drüber. Jetzt suchst du für jeden Buchstaben Begriffe, die zu deinem Thema passen – grenze dich dabei nicht zu sehr ein, schreibe alle möglichen Assoziationen auf. Aber: auch Lücken sind erlaubt und du musst nicht von oben nach unten durchgehen. Schreibe alles so auf, wie es dir gerade einfällt, auch mehrere Begriffe pro Buchstabe sind in Ordnung!

Case Studies

Eine Fallstudie kann helfen, trockenen Stoff besser nachzuvollziehen. Zudem kannst du damit deinen Wissenstand überprüfen und sehen, wo noch Nachholbedarf besteht. Mit dem Auseinandersetzen des Stoffes anhand einer Fallstudie, lernst du verschiedene Perspektiven kennen und erweiterst und vertiefst deine Erkenntnisse. Case Studies eignen sich auch für das Lernen in der Gruppe (siehe Abschnitt Diskussionsrunde).

Akronyme

Akronyme sind Kurzwörter gebildet aus Anfangsbuchstaben (z. B. PKW für Personenkraftwagen). Dieses Prinzip kannst du dir als Lernmethode zunutze machen und selber Akronyme bilden, die sich leichter einprägen. 

Audio-Aufnahme

Brauchte man früher noch ein Diktiergerät, können viele heutzutage einfach auf ihr Smartphone zurückgreifen, denn auf diesem steht oftmals eine Diktierfunktion zur Verfügung. Diese kannst du dazu nutzen, deinen Lernstoff drauf zu sprechen und dir diesen immer wieder anzuhören und zu verinnerlichen.

Probe-Tests

Mit Tests kannst du dein Wissenstand überprüfen und gleichzeitig den Stoff festigen. Dazu eignen sich besonders alte Tests aus dem Bereich. Kommst du nicht an solche heran, kannst du zum Beispiel mit Kommilitonen oder anderen Gleichgesinnten eigene Prüfungssituationen kreieren.

Diskussionsrunde/Lerngruppe

Nicht nur Prüfungssituationen oder Tests eignen sich zum Lernen, generell ist eine Lerngruppe oder eine Diskussionsgruppe ein sehr effektiver Weg, um Gelerntes zu festigen und Neues dazuzulernen. Denn du setzt dich mit deinem Erlernten auseinander, versuchst vielleicht andere zu überzeugen oder Sachverhalte zu erklären und zusätzlich setzt du dich mit dem auseinander, was andere erklären oder einbringen.

Sich selbst überzeugen

Den Stoff mit anderen durchzusprechen ist eine effektive Lernmethode. Das Ganze funktioniert auch mit dir selber! Hast du zurzeit niemanden, mit dem du dich austauschen kannst, hilft dir eine Art Selbstgespräch. Du beschäftigst dich mit dem Lernstoff und erklärst dir selber die Sachverhalte. Das Wiederholen und Erklären hilft dir, den Stoff zu verinnerlichen.

SQ3R-Methode

Die Methode SQ3R steht für: Survey, Question, Read, Recite und Review. Also: Überblick, Frage, Lesen, Wiedergeben, Rückblick. Uns so gehst du bei der SQ3R-Methode zum Lernen vor:

  • Survey: Verschaffe dir einen Überblick! Ist das Buch/der Text für deine Zwecke sinnvoll? Mache dich mit dem Lesestoff vertraut, siehe dir die Kapitel an, lies den Klappentext oder die Zusammenfassung.   
  • Question: Stelle Fragen an den Text. Was erwarte ich von dem Text? Kann der Text mir Antworten geben? Dazu musst du dir im Klaren darüber sein, welche Ziele du verfolgst. Dazu solltest du bei den Fragen konkret werden.
  • Read: Wenn du Fragen gestellt hast, geht es ans Lesen des Textes, um Antworten zu finden. Notiere dir interessante Textstellen, Gedanken etc.
  • Recite: Halte nun die Kernaussagen des Buches oder des Textes fest. So kannst du überprüfen, ob du die Sachverhalte und den Gesamtzusammenhang richtig aufgefasst hast. Halte auch die konkreten Antworten auf deine Fragen fest!
  • Review: Wurden alle Fragen beantwortet? Gehe die Fragen und Antworten noch einmal durch. Suche Anknüpfungspunkte zu bereits vorhandenem Wissen, um den Stoff noch zu vertiefen.

Tipp: Hier erfährst du, wie du langfristig dein Gedächtnis verbessern kannst!

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