Michaela Hagemann: "Ich bin meine eigene Chefin"

Kennen wir alle, so einen Tag aus der Hölle. Umso schöner, wenn wir uns da so richtig auf die Arbeit freuen. Eine Mutter erzählt von ihre Idee, die schon jetzt prima funktioniert.

Michaela Hagemann: Gründerin und Geschäftsführerin einer Naturkosmetikfirma

Michaela Hagemann, 28, Gründerin und Geschäftsführerin der Naturkosmetikfirma das boep

"Ich bin eigentlich Ärztin. Doch nach der Geburt meiner ersten Tochter war mir klar, dass ich es im konservativen Krankenhausbetrieb von nun an schwer haben würde. Es gibt dort nur wenige gute flexible Arbeitsmodelle, und ich wollte nicht diejenige sein, die immer nur als Lückenbüßerin eingesetzt wird. Also gründete ich 2015 aus der Elternzeit heraus meine eigene Firma, das Babyölprodukt, kurz das boep, um selbstbestimmter arbeiten zu können. Die Idee kam mir, als ich keine Pflegeprodukte für meine Tochter fand, die mir gefielen. Also beschloss ich: Ich mache das selbst. Es war sicher eine Portion Naivität dabei - zum Glück. Vielleicht hätte ich mich sonst gar nicht getraut. Als Gründerin mit mittlerweile zwei Kleinkindern stehe ich immer wieder vor großen Herausforderungen. Steht zum Beispiel eine wichtige Messe an, erfordert das maximale Organisation." 

Flexible Arbeitsmodelle sollten gesellschaftlich akzeptiert werden

"Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich nun meine eigene Chefin bin und mir selbst einteilen kann, wann ich arbeite. Viele Nachmittage verbringe ich nicht im Büro, sondern mit meinen Töchtern, die heute vier und eins sind. Wenn sie abends schlafen, setze ich mich wieder an den Computer. Wird eins der Mädchen krank, muss ich mich bei keinem genervten Chef abmelden, sondern arbeite im Home Office. Dennoch wäre es nicht möglich, meine kleine Firma mit sieben Leuten zu führen, wenn meine Eltern uns nicht unterstützen würden. Mein Mann und ich gehen das Thema Kindererziehung zudem sehr gleichberechtigt an. Er ist ebenfalls Arzt und hat erfolgreich dafür gekämpft, auf 80 Prozent reduzieren zu können. Ich finde es wichtig, dass flexible Arbeitsmodelle gesellschaftlich akzeptiert sind und von Männern und Frauen getragen werden. Da gibt es noch viel zu tun."

Brigitte Mom 03/2018

Wer hier schreibt:

Katja Michel
Themen in diesem Artikel

BRIGITTE Academy direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!