3 Strategien für eine gelungene Selbsteinschätzung

Eine Selbsteinschätzung zu formulieren ist nicht immer leicht, kann jedoch für dein berufliches Weiterkommen hilfreich sein. Wir zeigen dir Strategien, wie dir eine realistische Selbstbeurteilung gelingt.

Du bist auf Jobsuche oder wurdest von deinem Arbeitgeber gebeten eine Selbsteinschätzung von dir abzugeben? Und du hast keinen Plan, was du jetzt tun sollst? Was es damit auf sich hat und wie du die Aufgabe meisterst, zeigen wir dir hier.

Definition der Selbsteinschätzung

Unter einer Selbsteinschätzung versteht man die Fähigkeit, sich selber realistisch einzuschätzen:

  • Was sind meine Stärken?
  • Was sind meine Schwächen?
  • Wo liegen meine Talente?
  • Woran möchte oder sollte ich noch arbeiten?

Eine Selbsteinschätzung kann aber auch dazu dienen, nicht Persönlichkeitsmerkmale, sondern z. B. bei Schülern die Lernresultate zu analysieren und zu bewerten.

Wofür brauche ich das?

Besonders im beruflichen Kontext dient eine Selbsteinschätzung als Ergänzung zu einem Mitarbeitergespräch. So lässt sich das Fremd- und das Selbstbild miteinander vergleichen. Zudem könnt ihr damit herausfinden, wo deine Schlüsselqualifikationen liegen. Wie eine Selbsteinschätzung aussehen soll, hängt davon ab: Es gibt sie als eine Art Fragebogen oder es wird ein Fließtext erwartet.

Doch auch in Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch hilft dir eine Selbsteinschätzung weiter. Zu gerne fragen Personaler nach Stärken und Schwächen, doch damit bist du bestens vorbereitet. Wie du das machst und was du besser lassen solltest, erklären wir im Folgenden.

Das Phänomen von Hochstaplern und Tiefstaplern

Die Psychologen Robert Arkin und Jean Guerrettaz von der Ohio State University haben etwas Spannendes herausgefunden: In einer Studie wurden die Teilnehmer gebeten, sich mittels eines Testes selber einzuschätzen. Anschließend sollten sie zehn wesentliche Eigenschaften, die sie als Menschen ausmachten, angeben und gewichten. Nun sollten sie die wichtigsten durch Beispiele aus ihrem Leben belegen – und scheiterten.

Wir alle haben blinde Flecken – Stärken und Schwächen, die wir nicht an uns sehen (können – oder wollen? Hier gibt es mehr zum sogenannten Blinder-Fleck-Effekt). Auch wenn eine andere Studie nahelegt, dass Selbstüberschätzung glücklich machen kann, wollen wir uns ja gerne weiterentwickeln! Zur Selbsteinschätzung gehört nämlich mehr, als sich nur über seine Talente bewusst zu sein. Erfolge als solche überhaupt zu erkennen und sich realistische Ziele zu setzen, sind ebenso wichtig. Denn neben Hochstaplern, also denen, die sich gerne mal überschätzen, laufen auch noch genug Tiefstapler durch die Berufswelt, die sich und ihre Fähigkeiten als zu gering einschätzen. Damit du nicht in eine dieser Fallen tappst, helfen dir folgende Tipps!

3 Tipps für deine Selbsteinschätzung

Diese Strategien helfen dir dabei, dich langfristig besser einschätzen zu können:

1. Erfolg definieren

Für den einen ist es die gelungene Präsentation, für den anderen die Spitzenposition im Unternehmen – Erfolg definieren wir alle anders. Jeder hat seine Vorstellung von einem erfüllten (Berufs-)Leben und wie das aussieht, entscheidest du.

2. Erfolge notieren

Der eine oder andere kennt die Methode des Dankbarkeitstagebuchs, welches uns glücklicher machen soll. Wie wäre es mal mit einem Erfolgstagebuch? Schreibe am Ende eines Tages deine 5 persönlichen Erfolge auf – ja, es ist nicht leicht am Anfang, du wirst im Laufe der Zeit sehen, dass es dir immer leichter fällt. (Dein Dankbarkeitstagebuch kannst du selbstverständlich weiterführen!)

3. Regelmäßige Selbstreflexion

So wie ein Erfolgstagebuch hilft dir eine regelmäßige Selbstreflexion dabei, herauszufinden, woran du noch arbeiten möchtest (oder was du schon gut kannst!) und wo du hin möchtest. Im beruflichen Kontext können dir dabei folgende Fragen helfen:

  • In welche Richtung möchte ich mich entwickeln?
  • Wo kann ich meine Talente (besser) einsetzen?
  • Welche Ziele möchte ich mir setzen?
  • Was muss ich tun, um mein Ziel zu erreichen? Hier findest du Tipps zum Ziele setzen

Was sind überhaupt Hard und Soft Skills?

Fachkompetenzen werden als Hard Skills bezeichnet, darunter fallen also deine fachlichen Fähigkeiten, die du dir zum Beispiel durch Ausbildung und Zusatzqualifikationen sowie durch Berufserfahrung angeeignet hast. Unter Soft Skills fallen deine persönlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen, wie etwa

  • Teamfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Motivation
  • Selbständigkeit
  • Kreativität

Selbsteinschätzung schreiben

Du sollst oder möchtest eine Selbsteinschätzung als Fließtext schreiben und weißt nicht genau wie? Hier kommen ein paar Tipps, was dort unbedingt rein sollte:

  • Leistungen und Erfolge (am besten durch Beispiele belegt)
  • Verbesserungspotenziale (deine Schwächen, an denen du arbeiten möchtest)
  • Gewünschte Weiterbildung und persönliche Entwicklung

Deine Selbstbeurteilung sollte ohne Floskeln auskommen, verzichte auf so etwas wie "Ich bin freundlich und hilfsbereit" (auch wenn du das bist). Du punktest mit Ehrlichkeit sowie aktiven Sätzen und Ich-Aussagen ("Bei der Aufgabe XY konnte ich zeigen, dass YZ"). Signalisiere ebenso deine Lernbereitschaft und Motivation, indem du deine Schwachstellen nicht verschweigst, sondern sie als Entwicklungspotenzial siehst, vergiss dabei jedoch nicht deine Stärken und Erfolge.

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