Selbstmarketing: 7 Tipps für mehr Anerkennung

In über 30 Prozent der Fälle besetzen Personaler eine Stelle über persönliche Kontakte. Zeit also, sich sichtbar zu machen! Mit diesen 7 Tipps schaffst du dir mehr Anerkennung. 

Es gibt diesen Kollegen, der regelmäßig auf Facebook, Instagram, Twitter verkündet: "Super Meeting. Check!" Angeber, denkt man. Aber auch: Die Chefin findet's sicher toll. Frauen reden rund 20-mal häufiger über vermeintliche Unzulänglichkeiten als Männer, fand die Unternehmensberatung McKinsey heraus. "Sie haben das Gefühl, sich anzupreisen, wenn sie über Fähigkeiten oder Ziele sprechen", sagt Karriere-Coach Cordula Nussbaum. Lieber warteten Frauen darauf, dass Führungskräfte sie entdecken. Die Realität: In über 30 Prozent der Fälle besetzen Personaler eine Stelle über persönliche Kontakte, so Nussbaum. Zeit also, sich sichtbar zu machen!

Da will ich hin!

Im Job beweisen wir uns jeden Tag. Viel wichtiger für den Karrieresprung aber ist: "Zeige anderen, wohin Du möchtest", sagt Cordula Nussbaum. "Überlege dir nach jedem Projekt, was dir daran lag und in welche Richtung du möchtest." Wer klar weiß, was ihn reizt, kann das mitteilen, beim Mitarbeitergespräch und dem Lunch mit der Chefin. Die wird sich beim nächsten Projekt daran erinnern.

Was kann ich, was nicht?

Wenn man von seinem Ziel spricht, sollte man seine Stärken und Schwächen im Kopf haben. Kritische Nachfragen spielt man am besten vorher durch: Welche Chancen bringt das Vorhaben für die Firma mit sich, welche Risiken? Und warum bin ich genau die Richtige dafür?

Sieben Berührungen

Eine alte Marketing-Weisheit besagt: Wir brauchen sieben positive Berührungspunkte, bevor wir Vertrauen fassen. Es lohnt sich also, auf verschiedenen Wegen für Vorgesetzte oder potenzielle Kunden sichtbar zu sein. Das Meeting, die Präsentation, ein Fachbeitrag, das informelle Gespräch beim Lunch - je mehr Kommunikationskanäle, desto besser.

"Ich" statt "wir"

Gerade Frauen sagen oft "Wir haben das Projekt gemeistert". Das ist nett und verbindend. Nur: Die persönliche Leistung geht unter. Im zweiten Satz sollte daher der eigene, besondere Anteil am Projektgelingen folgen. Greifbare Infos sind auch für den Chef angenehmer.

Offensive digital

Die Kollegin postet bei Facebook super Fotos von ihrer Dienstreise. Muss man da mitspielen? "Die sozialen Medien sind als Karrierebooster nicht zu unterschätzen", sagt Nussbaum. Doch sollte man nur preisgeben, womit man sich wohlfühlt. "Am stärksten überzeugt weiterhin die Sach- und Fachebene." Also lieber bei Linkedin, Xing oder im Firmen-Intranet regelmäßig mit Fachbeiträgen punkten.

Komm auf den Punkt!

Die Aufmerksamkeit von Menschen ist kurz. "Im Job-Kontext oft nur zwei Minuten", sagt Nussbaum. Deshalb gilt: Bei Präsentationen, Vorträgen, Konferenzbeiträgen schnell auf den Punkt kommen. Effizienz schafft Sympathie!

"Das war alles ich"

Vor wichtigen Terminen lohnt es sich, das Selbstwertgefühl gezielt aufzubürsten. Mit einer Liste der Erfolge aus den letzten Monaten. Auch hilfreich: an Kolleginnen zu denken, die man für ihre Souveränität bewundert. Wie verkaufen die sich? Und dann zu eigen machen.

BRIGITTE 04/2019

Wer hier schreibt:

Carola Kleinschmidt
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