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Spielerisch programmieren lernen

Codino: Spielerisch lernen
Codino: Spielerisch lernen
© Codino
Der Frauenanteil in der Tech-Branche ist immer noch erschreckend gering. Deshalb gründeten 2016 Dr. Alexander Mrozek und Stephan Hillekamps „CODINO“: Ein Baukastenspiel, das den Code in die reale Welt holt und mit dem jeder – und hoffentlich viele Mädchen – programmieren lernen. 

„CODINO ist dein Reisepass in die digitale Welt. Wir bieten Programmier-Baukästen für einen einfachen, spielerischen Einstieg in die Programmierung an. Man kann sich unsere Programmier-Baukästen wie früher den Chemie Baukasten vorstellen – nur für unsere digitale Welt mit Bits und Bytes“, sagt Stefanie Mrozek. Sie ist mit ins Unternehmen eingestiegen und leitet jetzt die operative Geschäftsführung. Wir haben uns von ihr erklären lassen, wie CODINO funktioniert und wie sie vor allem Mädchen für das Programmieren begeistern möchte.

CODINO ist es wichtig, mit dem Programmieren eine echte digitale Kompetenz zu vermitteln, die digitales Gestalten ermöglicht. „Häufig beschränkt sich die nicht analoge Bildung nämlich nur auf digitalen Konsum, wie das Lernen über digitale Medien,“ sagt Mrozek. Mit den Programmier-Baukästen können Kunden – Kinder wie Erwachsene – an zehn verschiedenen Projekten arbeiten und von der leuchtenden LED über die Mini-Alarmanlage bis zum Keyboard alles selbst programmieren. Durch Schritt-für-Schritt Anleitungen wird das für jeden möglich. 

Mrozek erklärt: „CODINO ist nach dem BUILD-CODE-PLAY Prinzip aufgebaut, das heißt im BUILD-Teil werden die Bauteile gesteckt, im CODE-Teil wird programmiert und im PLAY-Teil werden die Projekte kreativ weiterentwickelt.“ Beispielsweise möchte ich ein Mikrofon bauen: Dann werden im ersten Schritt alle Bauteile wie bei LEGO verbunden und ein Stromkreislauf aufgebaut. Über ein USB-Kabel und einen sogenannten Mikrokontroller werden die Bauteile dann mit dem Computer verbunden. Bei der Programmierung erweckt man die Bauteile dann mit Programmier-Code über eine entsprechende Software und einen Mikro-Controller zum Leben. Beim Codieren hilft ein Handbuch, sodass wirklich jeder ohne Vorkenntnisse CODINO nutzen kann. Der letzte Teil ist dem Nutzer selbst überlassen und dient zur kreativen Auslebung – dabei soll es vor allem darum gehen, den Code spielerisch zu verstehen, indem man Variablen verändert oder aus den Bauteilen etwas komplett Neues baut. So entwickelt man ein nachhaltiges Verständnis von Programmiersprachen und den Zusammenhängen innerhalb eines Programmier-Codes.  

„Ich bin überzeugt, dass die Chancen der Zukunft in der digitalen Welt liegen – und an diesen Chancen sollen Frauen und Männer gleichermaßen partizipieren können“,

sagt Mrozek. CODINO möchte deshalb mehr Mädchen für das Programmieren begeistern und das Interesse an Berufsfeldern in technischen Branchen steigern. „Wir müssen hier jetzt etwas bewegen, damit wir Frauen von den Chancen der digitalen Zukunft profitieren und auch im Tech-Bereich endlich die 50% Marke knacken“, so Mrozek. Das Programmier-Baukasten-Angebot richtet sich an Jung und Alt, weiblich und männlich: „Unser ältester Kunde ist 89 Jahre alt und hat uns neulich eine Postkarte geschickt, dass CODINO sein modernes Gehirn-Jogging ist.“ 

Für die Baukästen wird die am weitesten verbreitete  Programmiersprache C++ benutzt. Mrozek berichtet: „Wir möchten die Digitalisierung mit echten Projekten greifbar machen und zeigen, was mit Codes in der realen Welt möglich ist. Außerdem möchten wir die Kreativität fördern – denn die Digitalisierung erfordert auch, dass wir innovativ sind – und das können wir nur indem wir etwas Neues schaffen, also kreativ sind.“  Bislang gibt es zwei Programmierbaukästen: Das Starter Kit bietet den perfekten Einstieg in die Programmierung und das Lightning Kit gibt Fortgeschrittenen die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vertiefen. Beide Baukästen enthalten zehn Projekte. Im Januar 2019 erscheint ein neues Kit – das Education Kit – das speziell für den Einsatz im Unterricht entwickelt wurde. Mit CODINO lernt man Coden also nicht, indem man Bücher wälzt oder noch mehr Stunden vor dem Monitor sitzt, sondern indem man spielerisch und kreativ ein eigenes Projekt verwirklicht. Stefanie Mrozek sagt über ihre Aufgabe: "Ich sehe es grundsätzlich als große Chance, mich als Frau dafür stark zu machen, mehr Mädchen für digitale Themen und Bildung zu begeistern."


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