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Studieren im Ausland Bist du ready fürs Auslandssemester?

Studieren im Ausland: Studierende in der Gruppenarbeit
© Jacob Lund / Shutterstock
Ein anderes Land entdecken, Neues erleben und persönlich daran wachsen: Studieren im Ausland ist eine tolle Sache! Christine Mahrenholz von Toni Knows verrät, wie dein Auslandssemester ein Erfolg wird.

Step 1: Was sind deine Ziele beim Studieren im Ausland?

Frag dich zu allererst, was du in deinem Auslandssemester überhaupt alles erleben und erreichen möchtest. Willst du vor allem ein bestimmtes Land bzw. eine Stadt so richtig kennenlernen? Oder hast du vorrangig Lust darauf, möglichst viele Leute zu treffen, zu feiern und Spaß zu haben? Ist es dir besonders wichtig, beim Auslandsstudium deine fremdsprachlichen Kenntnisse zu verbessern – vielleicht auch im Hinblick auf einen späteren internationalen Job? Reizt dich das besondere Lehrangebot, das eine bestimmte Auslands-Uni im Programm hat? Hast du – je nach gewünschtem Ziel – Lust auf Natur pur, oder freust du dich auf den Trubel einer Großstadt? Denk in Ruhe über all diese Kriterien nach und halte dann am besten schriftlich fest, was dir beim Studieren im Ausland besonders wichtig ist. Dann kann es mit Step 2 weitergehen.

Studieren im Ausland: Christine Mahrenholz
Christine Mahrenholz hat mit Toni Knows einen Online-Studien- und Berufswahltest ins Leben gerufen, der auf Basis der Persönlichkeit individuelle Empfehlungen gibt. Außerdem ist sie als Beraterin für Schüler und Schülerinnen sowie Erwachsene in der Karriereberatung Struss & Claussen Personal Development tätig. An beiden Stellen verhilft sie Menschen dazu, sich in ihrer Einzigartigkeit zu erkennen und den richtigen beruflichen Platz für sich zu finden. 
© Christian Brandes

Step 2: Wo möchtest du dein Auslandssemester verbringen?

Nicht nur deine eigenen Wünsche sind ausschlaggebend, wenn es um die Wahl deines Studienortes im Ausland geht, sondern auch das Kooperationsangebot deiner Hochschule. Fast alle deutschen Unis und Fachhochschulen stehen in partnerschaftlichen Beziehungen zu Hochschulen im Ausland – mit fester Struktur, die den Austausch und die finanzielle Förderung regelt. Das bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass beim Studieren im Ausland die an der ausländischen Uni besuchten Kurse meistens ohne Probleme an der deutschen Hochschule angerechnet werden.

Schau dir deine Kriterien-Liste aus Step 1 noch mal an und vergleiche sie mit dem Kooperationsangebot deiner Hochschule. Findest du eine oder mehrere Partnerunis, die deinen Vorstellungen fürs Auslandsstudium entsprechen? Dann geht es in Step 3 weiter mit deiner Bewerbung. Sollte nichts Passendes für dich dabei sein, kannst du immer noch als "Freemover" auf eigene Faust deinen Auslandsaufenthalt planen – was jedoch einen höheren Organisationsaufwand und mitunter finanzielle Nachteile mit sich bringt. Du findest online viele Informationen, wie dieser Weg trotzdem gelingen kann.

Step 3: Was motiviert dich am Studieren im Ausland?

Los geht’s mit der Bewerbung: Beim zuständigen Ansprechpartner deiner Hochschule – zum Beispiel im International Office – erfährst du, wie der Prozess ganz konkret abläuft und bis wann du welche Unterlagen einreichen musst. In der Regel bei jeder Bewerbung fester Bestandteil: ein Motivationsschreiben. Dabei solltest du dich richtig ins Zeug legen und gute Argumente anbringen, warum genau du für den Auslandsstudienplatz die richtige Wahl wärst. Gehe in deinem Motivationsschreiben unbedingt auf die folgenden Aspekte ein:

Warum reizt dich Studieren im Ausland – und warum genau an dieser Universität?

Such dir auf der Hochschul-Website schon mal Kurse und Seminare aus, an denen du gerne teilnehmen würdest, und lies dir deren Beschreibungen im Detail durch. Damit kannst du nämlich argumentieren, welche Vorteile du dir von diesen Kursen für dein weiteres Studium und deine beruflichen Ziele erhoffst. Zudem kannst du weitere Vorzüge der Universität, beispielsweise ihre Ausstattung, ihre Forschungsschwerpunkte auf einem für dich spannenden Gebiet, ihr Sport- und Freizeitangebot oder ihre Auszeichnungen als Gründe anführen, warum dir diese Hochschule reizvoll erscheint.

Warum willst du Zeit in dieser Stadt bzw. diesem Land verbringen?

Einerseits kannst du auf fachliche Gründe eingehen, warum der Studienort im Ausland für dich spannend ist. Zum Beispiel solltest du als BWL-Student bei Interesse am Studienort Shanghai deine Begeisterung für das wirtschaftliche Wachstum in China benennen und als künftiger Französischlehrer bei einer Pariser Uni dein Sprachinteresse betonen. Andererseits kannst du gerne auch über das Fachliche hinaus Dinge anbringen, die das Land oder die Stadt für dich interessant machen: zum Beispiel das Lebensgefühl der Menschen, die besondere Natur oder die kulturelle Vielfalt.

Was bringst du mit?

Vermittle klar und glaubhaft, warum du den Studienplatz "verdienst": Erläutere zum Beispiel, wie sehr du dich im Studium und darüber hinaus engagierst, wie gut deine Sprachkenntnisse bereits sind, mit welchen (Sprach-)Kursen du dich bereits auf das Studieren im Ausland vorbereitest oder auf welche Art du dich an der Austauschuni einbringen wirst.

Step 4: Wo willst du während des Auslandssemesters wohnen?

Du hast eine Zusage bekommen und alles Formelle abgeklärt – super! Bevor es mit dem Studieren im Ausland losgehen kann, solltest du dir überlegen, wo du während deines Auslandssemester wohnen willst. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel WG, Studentenwohnheim oder auch eigene Wohnung. Jede Option birgt gewisse Vor- und Nachteile – überlege deshalb schon jetzt, was dir besonders wichtig ist.  

WG: 

Ziehst du in ein WG-Zimmer, lernst du in der Regel vorab deine potentiellen neuen Mitbewohner kennen. Der Vorteil dabei ist, dass du dir Menschen aussuchen kannst, mit denen die Chemie stimmt und somit die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass du dich dort wohlfühlen wirst. Andererseits bedeutet WG-Leben aber immer auch gegenseitige Rücksichtnahme, Anpassung und Klärung von Konflikten, zum Beispiel beim Thema Haushalt. Gerade in großen "Party"-WGs gibt es womöglich auch wenig Gelegenheit, um sich mal zurückzuziehen und seine Ruhe zu haben.

Studentenwohnheim:

Der große Vorteil liegt hier in den günstigen Kosten, die diese Option meist mit sich bringt. Außerdem knüpfst du schnell Kontakte, weil Wohnbereich, Küche und Bad  häufig auf einer Etage geteilt werden. Oft kommen dort (Austausch-)Studenten aus vielen verschiedenen Ländern zusammen, sodass du diverse Sprachkenntnisse aufbauen und eine Menge über andere Kulturen erfahren kannst. Auch hier solltest du dich aber darauf einstellen, dass es wegen Wohnheim-Partys öfter laut werden kann und dass du aufgrund geteilter Räumlichkeiten teilweise nur wenig Privatsphäre hast.

Eigene Wohnung:

Hier erwartet dich absoluter Freiraum: Ob Einrichtungsstil, Nutzung von Bad und Küche oder Ruhebedürnis – du kannst völlig unabhängig von anderen entscheiden, wonach dir (gerade) ist. Liegt deine Wohnung zentral, musst du auch keine Vereinsamung befürchten. Dennoch findest du gegebenenfall erst mit der Zeit Anschluss, während sich viele Austauschstudenten schon vor Semesterbeginn aus dem Wohnheim kennen. Je nachdem, was für ein Typ du bist, muss das jedoch kein Problem für dich sein.

Meist kannst du über die Website der Uni oder einfach über Google herausfinden, welche Studentenwohnheime es vor Ort gibt. Portale wie WG-Gesucht und Nestpick oder Facebook-Gruppen wie "Wohnungen und WGs in Wien" sind geeignet, um WG-Zimmer oder eigene Wohnung zu finden. Gerade über einschlägige Social-Media-Gruppen kannst du Kontakte zu anderen Wohnungssuchenden knüpfen und vielleicht sogar mit ihnen gemeinsam eine WG gründen. Hast du erst mal kein Glück auf diesen Wegen, kannst du über Couchsurfing oder Hostelworld eine Übergangslösung finden.

Step 5: Wie gut sind deine Sprachkenntnisse fürs Studieren im Ausland?

Du sprichst die Landessprache deines Austauschorts noch kaum oder gar nicht? Dann solltest du unbedingt vor Beginn deines Auslandssemesters etwas daran ändern, zum Beispiel mit einem Kurs an deiner deutschen Uni oder auch einem Intensivkurs an der Volkshochschule. Das kostet zwar etwas, lohnt sich aber! Denn selbst, wenn deine Uni im Ausland auf Englisch unterrichtet, musst du dich davon abgesehen auch im Alltag mit Menschen unterhalten können. Auch eine super Möglichkeit: Such dir über Social Media oder Portale wie TandemPartners einen Muttersprachler als Tandempartner! Ihr könnt euch regelmäßig zum Kaffee oder Spazierengehen treffen und euch abwechselnd auf euren beiden Muttersprachen unterhalten. So lernt ihr die andere Sprache quasi beiläufig und baut nebenbei vielleicht sogar eine Freundschaft auf.  

Damit ist es natürlich nicht getan: Arbeite auch vor Ort während deines Auslandssemesters kontinuierlich an deinen Sprachkenntnissen, etwa mit Aufbaukursen an der Hochschule, einem Tandempartner, der dir außerdem den Ort zeigen kann, und vor allem durch ganz viel Austausch mit Einheimischen. So lernst du eine Fremdsprache nämlich am besten und schnappst auch kulturelle sprachliche Besonderheiten auf. Ein weiterer Vorteil beim Studieren im Ausland!

Du bist dir noch unsicher, was du eigentlich studieren möchtest? Finde es mit dem Test von Toni Knows heraus!


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