Urlaubsanspruch bei Kündigung

Bei einer Kündigung denken wir an Bewerbungen und Arbeitslosengeld. Doch was passiert mit dem Urlaubsanspruch bei Kündigung? Wir verraten es dir.

Urlaubsanspruch bei Kündigung: Einführung

Der Anspruch auf Urlaub ist im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) verankert. Bei einer Woche mit fünf Arbeitstagen stehen einem Arbeitnehmer 20 Urlaubstage zu. Der Urlaub in der Probezeit unterliegt dabei einer gesonderten Regelung, da du in den ersten Monaten nur anteilig Anspruch auf Jahresurlaub besitzt.

Urlaubsanspruch bei Kündigung: Pflicht auf Einlösung?

  • Wenn du deinen Resturlaub vor Ablauf vom Arbeitsverhältnis nicht mehr nehmen kannst, dann steht dir gemäß Bundesurlaubsgesetz (§7 Abs. 4 BurlG) eine Abgeltung zu. Wenn möglich, hat ein Arbeitnehmer seine ihm zustehenden Urlaubstage geltend zu machen.
  • Für den Fall, dass du als Arbeitnehmer nicht alle Urlaubstage vor der Kündigung abbauen kannst, muss dir dein Arbeitgeber ein Urlaubsentgelt bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du oder der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beendet haben.
  • Du kannst also auf jeden Fall beruhigt sein – bei einer Kündigung geht dir der Anspruch auf Urlaub nicht verloren. Für die Abwicklung der Urlaubstage gilt jedoch die Unterscheidung, ob es in der ersten Jahreshälfte oder erst in der zweiten Jahreshälfte zur Kündigung kommt.

Urlaubsanspruch bei Kündigung: Erste Jahreshälfte

Wenn das Arbeitsverhältnis in der ersten Jahreshälfte beendet wird, kannst du als Arbeitnehmer anteilig deinen Jahresurlaub nehmen. Das Bundesurlaubsgesetz sieht vor, dass du ein Zwölftel vom Jahresurlaub für jeden vollen Monat des Kalenderjahres einreichen kannst.

Beispiel: Bei 24 Urlaubstagen im Jahr hast du pro Monat zwei Tage Anspruch auf Urlaub. Scheidest du Ende Mai aus dem Unternehmen aus, stehen dir bis dahin für fünf Monate zehn Urlaubstage zu. Sollte es zu Bruchteilen von Urlaubstagen in der Berechnung kommen, kannst du ab einem halben Urlaubstag aufrunden.

Urlaubsanspruch bei Kündigung: Zweite Jahreshälfte

Bei einem Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte hast du immer Anspruch auf den kompletten gesetzlichen Jahresurlaub, sofern du bereits seit Anfang des Kalenderjahres im Unternehmen angestellt bist.

Inwieweit du den im Arbeitsvertrag vereinbarten Zusatzurlaub geltend machen kannst, hängt vom Vorliegen der sogenannten "pro rata temporis“ (anteilig) Regelung ab. Liegt diese Klausel nicht vor, kannst du dich über den vollen vertraglich vereinbarten Jahresurlaub freuen. Mit der Klausel wird dein Anspruch entsprechend dem Zeitpunkt des Ausscheidens anteilig gewährt.

Urlaubsanspruch bei Kündigung: Was gilt bei Freistellung?

Im Falle einer fristlosen Kündigung, die jedoch nicht wirksam ist, kann der Arbeitgeber die Zeit bis zum Ablauf der fristgerechten Kündigung mit einer Freistellung des Arbeitnehmers überbrücken. Bei dieser können noch ausstehende Urlaubstage eingerechnet werden, jedoch nur, wenn der Arbeitgeber das Urlaubsentgelt für diese Tage auszahlt.

Du fragst dich, ob Urlaub in der Probezeit erlaubt ist oder bist krank in der Probezeit? Wir zeigen dir, wie du damit umgehst. Bei uns bekommst du auch Ideen für die Frage: Wie finde ich den richtigen Job?

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