Urlaubsgeld: Was steht mir zu?

Wir brauchen Urlaub, um uns zu erholen und neue Energie zu tanken. Mit Urlaubsgeld lässt sich noch unbeschwerter die Zeit genießen. Was dir zusteht, erfährst du hier.

Urlaubsgeld: 3 wichtige Fakten:

  • Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld
  • Urlaubsgeld ist nicht mit dem Urlaubsentgelt gleich zu setzen
  • Urlaubsgeld kann im Arbeitsvertrag festgeschrieben werden

Urlaubsgeld: Unterschied zum Urlaubsentgelt

Urlaubsentgelt ist im Unterschied zum Urlaubsgeld im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) festgeschrieben. Es handelt sich um die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber während deiner genehmigten Urlaubstage.

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Urlaubsentgelt und bekommt meistens gar nichts davon mit, wenn der Arbeitgeber das Geld als Gehalt einfach monatlich überweist.

Urlaubsgeld: Was steckt dahinter?

  • Beim Urlaubsgeld handelt es sich um eine freiwillige Sonderzahlung vom Arbeitgeber. Als Arbeitnehmer kannst du folglich keinen Anspruch darauf erheben. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag die Sonderzahlung garantiert. Genauso verhält es sich auch beim Weihnachtsgeld.
  • Selbst bei einer Anstellung nach Tarifvertrag kannst du nicht automatisch mit dem zusätzlichen Geld rechnen. Oft gibt es jedoch eine sogenannte Jahressonderzahlung, in der Urlaubs- und Weihnachtsgeld zusammen gezahlt werden.
  • Aus einer freiwilligen Leistung kann jedoch ein Anspruch entstehen, wenn Arbeitgeber wiederholt Urlaubsgeld bezahlen, ohne sich einen Widerruf vorzubehalten. Man spricht in dem Zusammenhang von einer sogenannten betrieblichen Übung.

Urlaubsgeld: Welche Höhe kann ich erwarten?

Die Höhe vom Urlaubsgeld weicht je nach Branche stark voneinander ab. Dabei lag die Spanne laut einer Studie der "Hans-Böckler-Stiftung" aus dem Jahr 2013 zwischen 155 und 2204 Euro. Meistens ist die Höhe an das Gehalt gekoppelt, sodass z.B. 60 Prozent, 80 Prozent oder sogar ein volles Monatsgehalt überwiesen werden.

Urlaubsgeld: Was passiert bei Krankheit?

  • Manche Arbeitnehmer sind so lange krank, dass sie weder dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen, noch ihren Urlaub genießen können. Arbeitgeber können den Beschäftigten die Sonderzahlung deswegen jedoch nicht einfach streichen. Denn auch der Urlaubsanspruch bleibt ja trotz Krankheit grundsätzlich bestehen. Ob Arbeitnehmer überhaupt in den Urlaub fahren, spielt auch keine Rolle für die Zahlung.
  • Arbeitgeber haben jedoch das Recht, selbst die Bedingungen für Urlaubsgeld im Arbeitsvertrag zu verankern. Sie können daher das Urlaubsgeld mit der Inanspruchnahme von Urlaub (zum Beispiel x Urlaubstage müssen genommen werden, bevor Urlaubsgeld gezahlt wird) koppeln. Auf keinen Fall darf es aber einzelnen Mitarbeitern per se vorenthalten werden.

Urlaubsgeld: Bekomme ich Geld trotz Kündigung?

Du fragst dich: Kann ich denn trotz Kündigung noch Urlaubsgeld erhalten? Zunächst einmal benötigst du dafür einen Anspruch auf Urlaubsgeld, der im Arbeitsvertrag (Tarifvertrag) verankert ist. Arbeitgeber können auch Rückzahlungsklauseln festschreiben, die bei einer Kündigung wirksam werden.

Entscheidend für die Wirksamkeit ist die Definition des Urlaubsgeldes im Arbeitsvertrag. Handelt es sich um eine freiwillige Sonderzahlung, dann kommst du um eine Rückzahlung nicht herum. Wenn dir jedoch Urlaubsgeld garantiert wird, gibt es auch bei einer Kündigung keine Grundlage zur Rückzahlung.

Urlaubsgeld: 3 zusätzliche Tipps!

  • Anteilig: Anspruch auf das komplette Urlaubsgeld liegt nur dann vor, wenn der Arbeitnehmer auch das gesamte Jahr im Unternehmen angestellt ist. Ist dies nicht der Fall, wird das Urlaubsgeld entsprechend anteilig gezahlt.
  • Überstunden: Wenn der Arbeitsvertrag/Tarifvertrag es vorsieht, werden Überstunden über das Urlaubsgeld individuell abgegolten. Bei einer Teilzeitbeschäftigung müssen nicht ausgezahlte Überstunden beim Urlaubsgeld berücksichtigt werden.
  • Zeitpunkt: Während Weihnachtsgeld meistens im November gezahlt wird, bekommen Arbeitnehmer Urlaubsgeld oft ein halbes Jahr vorher, sprich im Juni. Der Zeitpunkt der Zahlung kann jedoch davon abweichen.

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