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Kreativitätsmethoden Finde die besten Ideen!

Kreativitätsmethoden: Frau beim Arbeiten
© Rawpixel.com / Shutterstock
Du brauchst frische Ideen, kämpfst aber mit einer Blockade? Wir stellen dir Kreativitätsmethoden vor, die für neue Eingebungen und Anregungen sorgen.

Kennst du das? Immer dann, wenn du eine gute Idee brauchst, fällt dir keine ein. Glücklicherweise gibt es ein paar effektive Kreativitätsmethoden, die dir genau in dieser Situation weiterhelfen. Manchmal braucht unser Gehirn einfach ein bisschen Unterstützung, um das Routinedenken zu umgehen. Durch folgende Strategien kommst du auf ganz neue Konzepte, die Kollegen und Chefs beeindrucken werden!

Kreativitätsmethoden: Mindmapping

Du bist eher ein visueller Lerntyp? Dann wird dir das sogenannte Mindmapping garantiert gefallen! Du brauchst dafür einen Stift und ein Blatt Papier und kannst sofort loslegen. Je nach Umfang dauert diese Kreativitätstechnik zwischen fünf und 60 Minuten. Mindmapping kannst du allein oder in einer kleinen Gruppe durchführen.

So gehst du vor:

  1. In der Mitte des Papiers notierst du die Haupt-Fragestellung oder das Problem, für das du eine Lösung suchst. Rahme es mit einem bunten Stift ein.
  2. Schreibe nun die ersten Eingebungen auf, die dir dazu einfallen, ohne groß nachzudenken. Du kannst auch Bilder oder Symbole aufzeichnen.
  3. Identifiziere wichtige Oberthemen, die mit dem Problem zusammenhängen. Schreibe sie rundherum um den Bildmittelpunkt auf und kreise sie ein.
  4. Unterteile auch die Oberthemen in weitere Punkte: Wie lassen sie sich realisieren, was spricht dafür und was dagegen?
  5. Verbinde Punkte, die sich bedingen oder zusammengehören. Nutze dicke Linien für eindeutige Verbindungen und dünne Linien für wage Zusammenhänge ("kann, muss aber nicht").
  6. Analysiere, welche Punkte als nächstes Handlungsbedarf haben und markiere sie mit einem Stern.
  7. Bewahre die Mindmap an einer gut sichtbaren Stelle auf, damit du dich immer wieder davon inspirieren lassen kannst.

Mindmapping gibt dir einen guten Überblick über ein Thema. Daher ist diese Kreativitätsmethode gut im Anfangsstadium einer Ideenentwicklung geeignet. Du kannst sie aber auch nutzen, wenn du in einem Bereich nicht mehr weiterkommst und eine neue Perspektive brauchst.

Die Kopfstandmethode als Kreativitätstechnik

Manchmal müssen wir umdenken, um auf eine Lösung zu kommen. Genau dabei hilft dir die Kopfstandmethode. Hier werden die Fragen auf den Kopf gestellt – bzw. ins Gegenteil umgekehrt. Du fragst dich nicht, welche Idee dich jetzt weiterbringt. Du analysierst, was du gerade auf keinen Fall tun solltest, wenn du ein bestimmtes Ziel erreichen willst.

Bist du zum Beispiel mit der Produktentwicklung beschäftigt, fragst du dich, was die Käufer gerade nicht kaufen würden und was nicht von Interesse ist. Durch dieses Ausschlussverfahren kommst du auf indirektem Wege auf neue Ideen. Denn wenn du weißt, was nicht gewollt ist, wird dir schneller klar, was gewollt ist!

Hier stellen wir dir die Kopfstandmethode ganz detailliert vor.

Kreativitätsmethoden: Die 6 Denkhüte

Edward de Bono, Kreativitätsforscher, hat die Kreativitätsmethode namens "Die 6 Denkhüte" entwickelt. Sie wird daher auch als "De Bono-Methode" betitelt. Die Denkhüte sind eigentlich Farben – und zwar Weiß, Rot, Schwarz, Gelb, Grün und Blau. Diese Farben stehen für bestimmte Charaktereigenschaften. Stell dir beim Entwickeln einer Idee vor, du würdest einen anderen Denkhut aufsetzen und aus dieser Rolle heraus denken.

Dafür stehen die Farben:

  1. Weiß: Neutralität und Objektivität
  2. Rot: Emotionalität und Subjektivität
  3. Schwarz: Pessimismus und Kritik
  4. Gelb: Optimismus und Zuversicht
  5. Grün: Kreativität und Offenheit
  6. Blau: Ordnung, Planung, Struktur

Wenn du über eine Idee nachdenkst, gehst du diese sechs verschiedenen Positionen durch. Du kannst diese Methode auch in einer Gruppe durchführen, in der jeder einen unterschiedlichen "Hut" erhält und dementsprechend eine andere Position einnehmen muss. Beim Durchsprechen könnt ihr Chancen und Möglichkeiten erkennen, die zuvor noch unentdeckt waren.

Osborn-Checkliste

Du möchtest ein bestehendes Projekt oder einen aktuellen Ablauf verbessern? Beim Überdenken hilft dir die Osborn-Checkliste. Hier werden gezielte Fragen gestellt, die dabei helfen, Probleme und Schwachstellen zu erkennen. Und daraus kannst du dann ganz neue Ideen ableiten.

Die zehn Fragen sind:

  1. Anders verwenden: Wie könnte man den Einsatzort verändern?
  2. Anpassen: Was könnte man von einer anderen Idee übernehmen?
  3. Ändern: Was sollte man dringend ändern?
  4. Vergrößern: Was kann man vergrößern oder vermehren?
  5. Verkleinern: Was sollte man verkleinern oder vermindern?
  6. Ersetzen: Was sollte ersetzt werden?
  7. Umstellen: Wie könnte man die Position verändern, was sollte man umsortieren?
  8. Umkehren: Sollte man etwas ins Gegenteil kehren?
  9. Kombinieren: Könnte man die neue Idee mit bestehenden Ideen, Konzepten oder Strategien kombinieren?
  10. Transformieren: Wäre es möglich, die Form, Farbe, Größe usw. zu verwandeln?

Wenn du etwas weiterentwickeln oder verbessern möchtest, ist die Osborn-Checkliste am allerbesten geeignet.

Walt-Disney-Methode

Manchmal stehen wir uns bei der Ideenfindung selbst im Weg. Wir verzetteln uns und verwerfen vieles, was uns unrealistisch erscheint. Dadurch gehen viele tolle Ideen verloren – und das ist schade! Die Walt-Disney-Methode hilft dir dabei, größer zu denken und dadurch wirklich innovative Themen zu entdecken.

Bei der Ideenfindung versetzt du dich in drei verschiedene Rollen:

  1. Der Träumer: Zuerst bist du ganz mutig und schreibst jede noch so unrealistisch scheinende Idee auf.
  2. Der Realist: Im zweiten Schritt kümmerst du dich um einen Reality-Check. Ist wirklich alles so unmöglich, wie es scheint? Wie kannst du die Ideen konkret umsetzen?
  3. Der Kritiker: Als letztes prüfst du, was noch fehlt bzw. was von anderen kritisiert werden könnte.

Lese hier im Detail nach, wie du die Walt-Disney-Methode anwenden kannst.

6-3-5-Methode

Diese Kreativitätstechnik ist perfekt geeignet, um in einer Gruppe auf neue Ideen zu kommen. Hier werden jede Menge neue Konzepte entwickelt – daher eignet sich diese Strategie gut, wenn du nicht nur eine, sondern gleich mehrere überzeugende Ideen finden musst. Plane etwas 20 bis 30 Minuten ein, um diese Übung durchzuführen.

Und so geht die 6-3-5-Methode:

  1. Fasse das Problem oder die Herausforderung in einem leicht verständlichen Satz schriftlich zusammen.
  2. Jeder Teilnehmer erhält ein Blatt Papier mit einer Tabelle, die aus 3 Spalten und 6 Zeilen besteht. (Oder ihr führt die Übung alternativ am Laptop durch, z.B. in Excel.)
  3. In der ersten Zeile notiert jeder, der mitmacht, drei Ideen, die ihm gerade in den Sinn kommen.
  4. Nach drei Minuten wird der Zettel weitergegeben (bzw. weitergeschickt, wenn ihr digital arbeitet).
  5. Jeder versucht wiederum drei neue Ideen zu finden.
  6. Die Schritte 4 und 5 werden fünfmal durchgeführt, bis alle Zeilen gefüllt sind.
  7. Zum Schluss sprecht ihr alle Ideen durch: Welche Highlights haben sich ergeben und welche Ideen gefallen euch besonders gut?

Die Methode setzt ein gutes Grundwissen in dem Bereich voraus, in dem du eine neue Idee generieren sollst – sonst fehlt das nötige Know-how für die vielen neuen Konzepte.

Diese Kreativitätsmethoden können dir dabei helfen, Blockaden zu lösen und insgesamt kreativer zu denken. Weitere Themen rund um den Bereich Kreativitätstechniken, Job und Persönlichkeit findest du auch in der BRIGITTE Academy. Schau doch mal vorbei!

Verwendete Quellen: Curedale, Robert: Design Thinking: process and methods manual. Design Community College Inc. ISBN: 9780988236240.


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