Ein Date mit dem Kleiderschrank – und Fashionstylistin Carola Nahnsen

Carola Nahnsen ist seit sieben Jahren selbstständig als Fashionstylistin und arbeitet vorwiegend für Frauen in Führungspositionen und Unternehmerinnen. Uns hat sie verraten, wie man Fehlkäufe vermeidet und ob man jeden Modetrend mitmachen sollte.

Du machst persönliche Stil- und Imageberatung – wie bist du dazu gekommen?
Meine Mutter ist Schneiderin und deshalb habe ich mich schon immer für Mode interessiert. Vor sieben Jahren habe ich dann eine Weiterbildung im Bereich Image und Outfit, Farb- und Stilberatung und Visagistik gemacht. Ich weiß noch wie heute, wie ich dann von Astrid Rudolph, meiner Ausbilderin, gefragt wurde, ob ich in ihr Stylingteam möchte. Das war wie eine Erleuchtung für mich, weil ich wusste: Das ist das, was ich machen möchte. Und seitdem bin ich selbstständig. 

Wie laufen deine Stylingseminare ab?
Ein Seminar besteht aus einer Kleingruppe von maximal sechs Frauen. Vorab gibt es immer meinen Herzensvortrag „Du bist schöner als du denkst“, um ins Thema einzusteigen, ein paar Stylingregeln zu erklären und Vorher/Nachher-Bilder zu zeigen. Dann erhält jede Teilnehmerin eine moderne Farbberatung, sodass ich auf das Image und auf die Figur eingehen kann. Nach dem Mittagessen zeigt jede Teilnehmerin ihre zwei mitgebrachten Outfits und bekommt dann ein Feedback zu ihrer Wirkung. Zudem bringt jede auch einen Fehlkauf mit, an dem wir zusammen herausfinden, ob es wirklich ein Fehlkauf ist oder nicht. Zwei Wochen danach bekommen die Frauen noch einen Follow-up-call, das heißt sie setzen sich Ziele, die sie umsetzen wollen, wie eine Umorganisation des Kleiderschranks. Dann unterstütze ich sie nochmal im Anruf und viele buchen danach auch noch eine Einkaufsbegleitung oder einen Kleiderschrankcheck mit mir.

Wie vermeide ich Fehlkäufe?
Ich würde immer empfehlen einen Kleiderschrankcheck beziehungsweise ein „Date mit der Kleiderschrank“ zu machen, bevor ich das nächste Mal Shoppen gehe. Nur wenn ich weiß, was ich wirklich im Schrank habe und auch mal aussortiert habe, kann ich Fehlkäufe vermeiden. Viele Frauen haben Größen im Schrank, die ihnen nicht passen – von diesen sogenannten Zielhosen sollte man sich irgendwann befreien. Fehlkäufe vermeiden wir auch, wenn wir wissen, welche Schnitte und Farben uns stehen und welches Image wir mit unserer Kleidung aussenden möchten.

Machst du jeden Modetrend mit?
Nein. Natürlich habe ich Spaß an Mode und Trends und schaue danach, was gerade angesagt ist. Wenn es mir gefällt, mache ich mit – wichtiger ist mir allerdings, dass mir die Mode passt. Ich bin beispielsweise nur 1,60m groß und trage deshalb Trends wie extrem weite Hosen oder Schlaghosen nicht gerne, weil sie mich noch kleiner wirken lassen. 

Wie finde ich heraus, was zu mir passt? 
Wichtig ist es, immer ehrlich mit sich selbst zu sein. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, dann sollte ich es einfach mal anprobieren, kombinieren und mir dann die folgende Frage aus dem Magic Cleaning Buch von Marie Condo stellen: Macht mich das glücklich? Wenn ich zum Beispiel eine Leobluse anprobiere, weil Leomuster wieder total im Trend sind, aber ich merke, dass ich mich darin nicht wohlfühle, dann lasse ich besser die Finger davon.

Wann ist ein Kleidungsstück ein Fehlkauf?
Bei den Kleiderschrankchecks fallen Fehlkäufe sofort auf, wenn sie noch mit Etikett im Schrank hängen. Auch die „1 Mal und nie wieder“-Teile sind eindeutig Fehlkäufe. Die würde ich rigoros aus dem Schrank nehmen. Oft ist es aber auch kein Fehlkauf, auch wenn es schon lange mit Etikett im Schrank hängt – man hat vorher nur nicht gewusst, wie man es kombiniert. Manchmal hilft ein zweiter Blick darauf. Wenn man es wirklich nie trägt, würde ich es wieder in den Modekreislauf geben, also einer Freundin schenken oder auf Plattformen wie Kleiderkreisel verkaufen.

Wie falle ich nicht auf Sale-Angebote rein? 
Ich mag Sale natürlich auch, frage mich allerdings immer, ob das Teil wirklich zu meiner aktuellen Garderobe passt oder ich es nur kaufe, weil Sale ist. Beispielsweise bin ich kein Rockfan - ich habe zwar ein paar Röcke, aber ehrlicherweise bleiben sie doch meistens im Schrank. Wenn also ein schöner Rock im Sale ist, sage ich lieber direkt nein und bin vernünftig. 

Was ist dein ultimativer Shopping Tipp?
Ich gehe super gern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen einkaufen, weil ich es mag, in kleinen Boutiquen zu stöbern, die nur wenige Leute kennen. Wenn ich vorab den Kleiderschrankcheck gemacht habe, weiß ich auch wirklich, was mir fehlt und dann ist es leichter in etwas zu investieren, das auch mal etwas kostenintensiver ist. Mein zweiter ultimativer Tipp ist es, sich mit einem Kleidungsstück zu fotografieren, um nochmal die Außenwirkung zu sehen. Gern schaue ich auch auf Pinterest nach Kombinationsmöglichkeiten für meine Teile.

Danke für das Gespräch, Carola!


Wer hier schreibt:

Rabea Sobolewski

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Ein Date mit dem Kleiderschrank – und Fashionstylistin Carola Nahnsen

Carola Nahnsen ist seit sieben Jahren selbstständig als Fashionstylistin und arbeitet vorwiegend für Frauen in Führungspositionen und Unternehmerinnen. Uns hat sie verraten, wie man Fehlkäufe vermeidet und ob man jeden Modetrend mitmachen sollte.

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