Laufen ist Meditation in Bewegung: Hanna Tempelhagen im Interview

Hanna Tempelhagen ist Gründerin von The Mindful Spaces und Speakerin auf unserem BRIGITTE Academy Balance Day. Mit ihrem Konzept des Mindful Runnings unterstützt sie Menschen auf ihrem Weg zu größerer mentaler Stärke, mehr Lebensfreude und einem gesünderem Leben.

Was bedeutet der Begriff "Mindful" für dich?
Der deutsche Begriff für Mindfulness ist Achtsamkeit. Für mich bedeutet es, im Moment zu leben und diesen Moment in ganzer Fülle zu leben, das was da ist anzunehmen und es nicht zu bewerten. Jeder Moment ist so kurz und unser Geist ist permanent damit beschäftigt, irgendwo anders zu sein. Mindfulness bedeutet, zu bemerken, dass man abschweift und die Kunst sich wieder zurückzubesinnen und tatsächlich präsent zu sein.

Du bist MBSR-Lehrerin. Was ist das eigentlich?
MBSR bedeutet Mindfulness-Based-Stress-Reduction und ist ein weltweit standardisiertes Programm, basierend auf Achtsamkeit zur Stressreduktion. Traditionelle Weisheiten, moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Elemente aus der Psychologie bilden die Grundlage des Programms. Ein MBSR-Kurs bietet mit seiner vertiefenden Achtsamkeitspraxis einen Weg an, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Meine Meditationserfahrung habe ich mit der Liebe zum Laufen kombiniert und so ist mein Programm „Mindful Running“ entstanden. 

Was liebst du so sehr am Laufen?
Laufen ist für mich ein Gefühl von Freiheit und Verbundenheit. Ich liebe die Flow-Momente. Also die Momente, in denen sich alles miteinander verbindet und es einfach läuft, Momente innerer Verbundenheit mit der Natur und dem Leben. Beim Laufen sind die Beine so locker und leicht, sie tragen mich einfach nur dahin und ich nehme die Natur wahr, die Menschen und mich selbst in der Umgebung. Ein Gefühl von Wow!

Dein Programm heißt Mindful Running – was beinhaltet das?
Mindful Running kombiniert die Vorteile von Laufen, Mindfulness und wissenschaftlich fundierten Achtsamkeitstechniken zur Stressreduktion und Konzentrationsförderung. Achtsamkeitsbasiertes Laufen hat eine ganzheitlich positive Wirkung auf dein gesamtes Leben. Es fördert deine körperliche, mentale und soziale Gesundheit, deine Vitalität, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude.

Wie passen Laufen und Meditation zusammen?
Laufen ist Meditation in Bewegung. Beim Mindful Running betreibe ich verschiedene Achtsamkeitsmeditationen, wie den Fokus auf den Atem oder den Body Scan, bei dem man in die einzelnen Körperteile hineinfühlt. Ich setze beispielsweise den Fokus auf meinen kleinen Zeh und sobald ich mit den Gedanken abschweife, fokussiere ich mich erneut.

Welche Trainings bietest du genau an und an wen richten sich diese?
Ich habe ganz verschiedene Trainings im Programm: In halb- und ganztägigen Workshops bringen wir stückchenweise die Meditation ins Laufen und ich gebe Anwendungsmöglichkeiten an die Hand. Momentan sind die Workshops noch für Anfänger und Profis, allerdings werde ich das demnächst etwas unterteilen und die Trainings auf die Erfahrungsstufen abstimmen. Meine Retreats sind intensiver und dauern ein ganzes Wochenende. Im Mai geht es in ein Trail-Camp in die Schweiz und im Herbst nach Portugal. Die Retreats richten sich in erster Linie an Menschen, die sich für das Thema Stressreduktion interessieren. Meine fortlaufenden Kurse, die dann tiefergehend sind, finden ein Mal die Woche statt – den Rest der Woche trainieren die Teilnehmer allein für sich. Der offene Lauftreff findet ab Sommer wieder statt und ist wirklich für jeden gedacht. Außerdem biete ich spezielle Workshops für Führungskräfte an, die sich rund um die Themen Lifebalance und Stressabbau drehen.

Was bietest du an beim BRIGITTE Academy Balance Day an?
Zunächst werde ich vorstellen, was Mindful Running eigentlich ist und was es bringt, um eine wissenschaftliche Basis zu schaffen. Dann geht es in die Praxis: Wir starten mit einem Warm-up in Form von einer Körperwahrnehmungsübung und dann geht es über in den Lauf selbst in der Gruppe. Nach dem Lauf führen wir einen Bodyscan im Liegen durch und stretchen uns. 

Hast du einen Tipp für lauffaule Menschen?
Man sollte sich immer nach seiner Bewegungsintention fragen und dieses „Warum“ verankern. Dann muss eine feste Routine entwickelt werden. Dazu macht man sich am besten einen Wochenplan, sucht sich einen Laufpartner und hält feste Termine ein. Klar ist das eine Sache von Disziplin und eine Routine aufzubauen dauert drei bis sechs Wochen. Wenn ich aber wirklich gar kein Läufer bin, sollte ich mir eine Sportart suchen, die mir Spaß macht und die Meditation dann zum Beispiel beim Radfahren oder Schwimmen etablieren.

Danke für das Gespräch, Hanna Tempelhagen. 

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Wer hier schreibt:

Rabea Sobolewski

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