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Scanner-Persönlichkeit Bist du ein Multitalent?

Scanner-Persönlichkeit: Frau sitzt am Fenster und liest.
© Andrii Kobryn / Shutterstock
Die Scanner-Persönlichkeit ist vielseitig interessiert und langweilt sich schnell. Zählst du dazu? Erfahre, welche Vor- und Nachteile damit einhergehen.

Such dir ein Hobby aus, entscheide dich für einen Leistungskurs, wähle einen Job aus: In unserem Leben werden wir darauf getrimmt, uns auf etwas zu spezialisieren. Aber was, wenn dich vieles interessiert? In diesem Zwiespalt stecken Menschen mit der sogenannten Scanner-Persönlichkeit. Ihr vielseitiges Interesse bringt zwar einige Vorteile mit – kann in bestimmten Lebenssituationen aber auch zur Herausforderung werden.

Scanner-Persönlichkeit: Was ist das genau?

Der Begriff Scanner-Persönlichkeit klingt zuerst etwas technisch – mit Elektronik hat die Bezeichnung aber nicht viel zu tun. Scannen ist ein schneller Prozess, bei dem in kurzer Zeit eine Momentaufnahme gemacht wird – mit Hilfe eines Scanners. Den Begriff kann man aber auch mit "erfassen" oder "beleuchten" gleichsetzen. Und genau darum geht es bei den Scanner-Persönlichkeiten: Sie haben öfters Phasen, in denen sie sich ganz intensiv für eine Themengebiet interessieren. Haben sie dieses vollständig umfasst, wird das nächste "gescannt". Dabei brauchen sie oft nicht lange, um sich neue Fähigkeiten anzueignen oder den Lernstoff zu verstehen.

Hinter den breitgefächerten Leidenschaften der Scanner steckt aber nicht nur reines Interesse, sondern oft auch eine Begabung. Ob Technik oder Sprachen – die typische Scanner-Persönlichkeit hat ein Händchen für viele unterschiedliche Themengebiete. Und genau das macht die Spezialisierung auch so schwer. 

Woher kommt der Begriff?

Obwohl die Bezeichnung Scanner-Persönlichkeit durch die Technik-Assoziation ziemlich modern klingt, entstand der Name bereits 1979. Die Karriereberaterin Barbara Sehr hat in diesem Jahr gleich mehrere Ratgeber für Multitalentegeschrieben, um Chancen und Hilfen aufzuzeigen. Denn auch wenn es sich erstmal großartig anhört, vielbegabt zu sein, kann es den Alltag auch manchmal ziemlich erschweren.

Das merken die Scanner vor allem bei der Berufswahl: Was soll man bloß studieren, wenn man sich eben für so viele Dinge interessiert und in vielen Bereichen gute Schulnoten erzielen konnte? Ähnlich geht es dann auch bei der Wahl des Berufs weiter. Nicht selten enden Scanner in einer Quarter-Life-Crisis bzw. einer Midlife-Crisis, bei der die eigenen Entscheidungen ganz kritisch hinterfragt werden.

Scanner-Persönlichkeit: Woher weiß ich, dass ich sie habe?

Bist du ein Scanner? Nicht jeder, der offen für Verschiedenes ist, ist auch gleich eine Scanner-Persönlichkeit. Um besser abzuschätzen, ob du ebenfalls zu dieser Gruppe zählst, kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Habe ich mich schon in der Schule für ganz verschiedene Fächer begeistern können?

  • Waren meine Noten in unterschiedlichen Fächern ähnlich gut?

  • Fiel mir die Wahl des Studiums bzw. der Ausbildung schwer?

  • Wechsele ich meine Hobbys oft (und gerne)?

  • Wird mir schnell langweilig, wenn es nichts zu tun oder zu lernen gibt?

  • Habe ich den Drang, ständig Neues zu lernen?

Je mehr von diesen Fragen mit "Ja" beantwortet werden können, desto wahrscheinlicher bist du ebenfalls eine Scanner-Persönlichkeit. 

Vorteile von Scanner-Persönlichkeiten

Vielbegabte können sich über jede Menge Vorteile freuen, um die sie andere Charaktertypen ganz sicher beneiden würden. Dazu zählen:

  • Schnelle Einarbeitung: Scanner sind besonders fix darin, neue Techniken und Fähigkeiten zu erlernen.

  • Gute Ergebnisse: Scanner sind Multitalente, die in vielen Bereichen erstaunliche Leistungen bringen.

  • Großes Allgemeinwissen: Weil Scanner so vielseitig interessiert sind, überraschen sie andere mit vielseitigem Wissen über jedes mögliche Thema

  • Begeisterungsfähigkeit: Scanner sind meistens lebhafte Persönlichkeiten, die durch immer neue Interessen mitreißend wirken.

  • Motivation: Scanner möchten lernen. Sie gehen fokussiert durchs Leben und entwickeln sich ständig weiter.

  • Hohe Belastbarkeit: Da die Scanner-Persönlichkeit wandelbar und flexibel ist, kann sie gut mit Veränderungen umgehen.

Herausforderungen von Scanner-Persönlichkeiten 

Auch als Multitalent ist das Leben nicht immer einfach. Mit welchen Schwierigkeiten muss die typische Scanner-Persönlichkeit rechnen? Folgende Herausforderungen können entstehen:

  • Überforderung: So großartig die Neugier der Scanner ist, sie kann auch zur Überarbeitung führen. Scanner-Persönlichkeiten nehmen sich manchmal zu viel vor – das kann zu großem Stress und im schlimmsten Fall auch zum Burnout führen.

  • Vermeidungsverhalten: Scanner können sich für vieles interessieren – dadurch fallen Entscheidungen schwer und werden gerne hinausgezögert.

  • Wechselhaftigkeit: Hobby, Studium, Job – der klassische Scanner verliert schnell das Interesse, wenn ein Gebiet nicht vielseitig ist und bricht dann kurzfristig Verbindungen ab, um sich neu zu orientieren.

  • Ruhelosigkeit: Scanner langweilen sich schnell und brauchen Abwechslung. Für das soziale Umfeld kann das manchmal anstrengend sein.

Scanner-Persönlichkeiten: Tipps und Tricks für den Alltag

Um als Scanner glücklich und zufrieden zu sein, brauchst du vor allem eins: Abwechslung! Entscheide dich also am besten für  einen Job, in dem du es mit unterschiedlichen Themenbereichen zu tun hast oder zumindest eine gewisse Freiheit innerhalb des Joballtags hast, um dich immer wieder weiterzuentwickeln. Am besten du suchst dir auch im privaten Bereich ein paar Gleichgesinnte, die ähnlich neugierig sind, wie du und nur ungern jeden Tag die gleiche Serie auf Netflix gucken. 

Und ganz wichtig: Lass dich als Scanner nicht von anderen verunsichern. Nicht jeder versteht, warum man seine Hobbys oft wechselt oder schnell das Interesse an eintönigen Aufgaben verliert. Steh zu dir und deinen Interessen, auch wenn dich manche als flatterhaft oder unbeständig abstempeln wollen. Dein Charakter ist einzigartig – nicht jeder ist ein Multitalent!

Nun weißt du, was hinter dem Begriff Scanner-Persönlichkeit steckt. Wenn dich das Thema interessiert, wird dich auch das Riemann-Thomann-Modell oder das Myers-Briggs Konzept begeistern – hier geht es um Einteilungen verschiedenster Charaktereigenschaften.

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Verwendete Quellen: scannersuniverse.neocities.org, talentdevelop.com


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