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Schneller lernen Die 8 besten Lernstrategien

Schneller lernen: Frau sitzt am Schreibtisch und macht Notizen.
© GaudiLab / Shutterstock
Eine Fremdsprache, ein Instrument oder eine neue Fähigkeit: Wir verraten dir, wie du schneller lernen kannst und welche Methoden den Lernerfolg steigern.

Jedes Mal, wenn wir etwas Neues lernen, brauchen wir anfangs sehr lange, um Zusammenhänge und Vorgänge zu verstehen. Da kann schon mal die eigene Ungeduld Alarm machen! Du möchtest schnell lernen und dir neue, unbekannte Fähigkeiten möglichst rasch aneignen? Gute Nachrichten: Du kannst tatsächlich viel dafür tun, um deine individuelle Lerndauer positiv zu beeinflussen. Folgende acht Tipps helfen dir dabei.

1. Lerntipp: Schneller lernen: Wiederholungen führen zum Lernerfolg

Lernen ist ein biologischer Prozess, bei dem neue Verbindungen zwischen Gehirnzellen geschaffen werden. Im Gehirn sind die verschiedenen Informationen als neuronale Netze gespeichert. Diese Netze sind bei neuen Inhalten eher schwach ausgeprägt – wir müssen uns anfangs richtig anstrengend, um die neuen Fähigkeiten zu lernen. Jeder, der einen Führerschein hat, erinnert sich sicher noch an die ersten schwierigen Fahrstunden.

Durch ständige Wiederholungen wird das neuronale Netz so stark, dass uns die Lerninhalte immer leichter fallen, bis sie irgendwann ganz automatisch ablaufen. Egal, ob es ums Autofahren oder ums Kochen geht: Nur durch ständige Wiederholungen können wir neue Fähigkeiten meistern. Wenn du schneller lernen willst, solltest du dir also möglichst oft Zeit fürs Wiederholen nehmen. Wer sich nur zwei Mal in der Woche um die Lerninhalte kümmert, wird langsamer vorankommen, als jemand der sich viermal in der Woche damit beschäftigt. Übung macht definitiv den Meister!

2. Lerntipp: Ein kurzes Nickerchen bewirkt wahre (Lern-)Wunder

Kennst du das? Nach dem Lernen fühlt man sich oft total erschöpft und müde – obwohl man gar nicht körperlich aktiv war. Dafür war dein Gehirn allerdings umso aktiver: Es kostet unseren Denkapparat jede Menge Energie, um Neues zu lernen. Solltest du es zeitlich einrichten können, spricht absolut nichts gegen ein kleines Nickerchen.

Forscher konnten im Jahr 2016 sogar ermitteln, dass uns eine kleine Schlafpause beim auswendig lernen unterstützen kann. Studienteilnehmer, die vor der Lernphase schliefen, konnten sich doppelt so viele Vokabeln in einer Fremdsprache merken, wie Teilnehmer, die nicht geschlafen hatten. Ein enormer Unterschied! Zwischen deinen Lerneinheiten ist eine Mütze Schlaf also definitiv erlaubt – vor allem, wenn es ums auswendig lernen geht.

3. Lerntipp: Schneller lernen durch mehr Emotionen

"Lernen hat immer eine emotionale Basis" – das hat vor tausenden von Jahren der Philosoph Plato niedergeschrieben. Recht hat er: Ist uns der Lerninhalt persönlich wichtig, hängen wir uns viel mehr rein. Wir bringen dann eine ganz andere Motivation auf und können dadurch auch schneller lernen, als wenn uns die Lerninhalte nicht wirklich bewegen.

Beim Lernen gibt es Höhen und Tiefen – nicht alles am Lernmaterial ist interessant. Versuche aber trotzdem auch bei den unliebsamen Inhalten immer Freude und Interesse beizubehalten. Stell dir zum Beispiel vor, wie glücklich und stolz du sein wirst, wenn du endlich eine neue Fremdsprache sprechen kannst. So kannst du dich immer wieder zur Selbstmotivation bringen, wenn sich eine Lernflaute anbahnt.

4. Lerntipp: Greife zum altmodischen Notizbuch

Lernst du am liebsten durch digitale Methoden? Dann könntest du laut Wissenschaftlern einen kleinen Nachteil haben. Sie vermuten nämlich, dass uns handschriftliche Notizen schneller zum Erfolg bringen können.

Genau das konnten Experten innerhalb drei wissenschaftlicher Erhebungen belegen: Studenten, die handschriftliche Notizen machten, konnten nach dem Lernen mehr Fragen beantworten, als Studenten, die am Laptop gearbeitet hatten. Wer schneller lernen möchte, sollte also ruhig wieder zu analogen Lernmethoden übergehen!

5. Lerntipp: Lernen nach deinem Lerntyp

Lernst du nach Strategien, die deinem Lerntyp entsprechen? Denn erst dann kannst du schneller lernen und deinen Lernerfolg in Kürze steigern. Grob unterscheidet man vier verschiedene Lerntypen. Sie brauchen jeweils ein ganz unterschiedliches Lernmaterial und spezielle Lernmethoden.

Auditiver Lerntyp

Bist du jemand, der stark auf akustische Reize reagiert? Dann hörst du wahrscheinlich extrem gerne Musik, Podcasts oder Hörbücher. Diese Eigenschaft solltest du dir auch beim Lernen zunutze machen. Verwende selbst aufgenommenen Audio-Aufnahmen mit Lernmaterial, um dir Lerninhalte besser zu verinnerlichen. Ein auditiver Lerntyp profitiert beim Lernen auch von einer guten Hintergrundmusik – aber Vorsicht, sie sollte dich inspirieren, nicht ablenken!

Visueller Lerntyp

Ein visueller Lerntyp lernt am besten durch Bilder und Grafiken. Auch Vorbilder, die das was du lernen willst ausführen, können dir helfen, Lerninhalte besser zu verstehen. Dir hilft es also wenig, wenn du Lerninhalte einfach nur stumpf zuhörst – dann fällt das Lernen schwer. Um sehr abstrakten Lernstoff besser zu verarbeiten, hilft es dir auch, wenn du eigenständig Bilder und Übersichten dazu erstellst.

Motorischer Lerntyp

Diese Lerntypen brauchen Bewegung – im Alltag und speziell beim Lernen. Stundenlang über einem Buch hocken ist für sie der Graus. Ein motorischer Lerntyp sollte möglichst versuchen, Inhalte praktisch anzuwenden. Auch Rollenspiele können helfen, um die Konzentration länger aufrecht zu halten. Halte zusätzlich Pausen ein, in der du dir die Beine vertreten kannst und nicht die Lust am Lernen verlierst!

Haptischer Lerntyp

Ein haptischer Lerntyp lernt durchs Berühren und Anfassen besonders schnell. Für dich sind handschriftliche Notizen ganz besonders empfehlenswert: Beim händischen Aufschreiben ist der haptische Reiz nämlich viel höher, als beim Tippen auf einer Laptop-Tastatur. Ziehe deshalb analoge Methoden vor: handschriftliche Notizen kannst du anfassen und antippen und dir Lerninhalte dadurch eher einprägen und auswendig lernen.

6. Lerntipp: Schneller lernen, indem du selbst zum Lehrer wirst

Stell dir vor, du lernst etwas, um es anderen beibringen zu können. Dann würde sich wahrscheinlich viel am eigenen Lernverhalten verändern: Du würdest dich verstärkt auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist und die Lerninhalte präzisieren und besser strukturieren. Vielleicht wäre die Motivation auch nochmal viel größer, wenn du weißt, dass andere von dir abhängen.

Selbst zum Lehrer werden (wollen) – laut einer Studie soll genau das beim Lernen helfen. Wissenschaftler stellten im Jahr 2014 fest, dass wir schneller lernen und uns mehr merken können, wenn wir beabsichtigen, den Lernstoff auch anderen beizubringen. Und auch, wenn du das nicht wirklich planst: die Vorstellung allein kann dich auch schon beim Lernen unterstützen.

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7. Lerntipp: Kurze Lerneinheiten statt langem Pauken

Good to know: Unser Gehirn behält die Information, die wir uns als erstes und als letztes angucken, am allerbesten. Deshalb empfehlen viele Experten, die Lerneinheiten insgesamt kurz und knapp zu halten – so sparen wir uns die unproduktivere Mittelphase.

Laut Experten der University of New Hampshire, sollten wir nach 50 Minuten eine Lernpause einlegen und unserem Gehirn eine kleine Auszeit gönnen. So schützt du dich vor Überforderung und verschwendest keine Zeit mit Lernphasen, die nicht wirklich effektiv sind. Wir sollten uns also besser für kurze und häufige Lerneinheiten entscheiden, statt ein sehr langes Lernintervall auszuüben.

8. Lerntipp: Sag Tschüss zum Multitasking

Eine Serie gucken und dabei ganz locker ein paar Vokabeln auswendig lernen oder eine Präsentation durchgehen? Wir glauben beim Multitasking Zeit zu sparen, indem wir mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Leider sind sich Wissenschaftler ziemlich einig: Multitasking macht uns langsam und ineffektiv. Das konnten Experten bereits 2012 in einer Erhebung belegen.

Tatsächlich ist es nämlich nicht so, dass wir unsere To-Do’s beim Multitasking wirklich gleichzeitig erledigen – wir erledigen sie eher sehr rasch nacheinander. Das fordert unseren Denkapparat enorm, da er sich jedes Mal auf ein neues Problem einstellen muss. Wer schnell lernen will, sollte sich deshalb lieber voll und ganz auf die Lerneinheit einlassen.

Diese acht Tipps können dir dabei helfen, deine Lernleistung zu steigern – ob im privaten Bereich oder fürs Studium. Hier findest du außerdem noch mehr Tipps um deine Produktivität steigern zu können und hier erfährst du mehr über gängige Zeitmanagement-Methoden, die dich beim Lernen unterstützen werden. Und solltest du manchmal gegen Aufschieberitis kämpfen müssen, solltest du dir die Eat the Frog Methode genau ansehen.

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