VG-Wort Pixel

Selbstdisziplin 5 Tipps für mehr Willenskraft

Selbstdisziplin: Frau schreibt an einer To-Do Liste
© Tiko Aramyan / Shutterstock
Etwas vornehmen, aber nicht durchziehen: Das Problem kennen viele. Wir zeigen, wie du zukünftig mehr Selbstdisziplin aufbringst, um deine Pläne umzusetzen!

Diszipliniert oder nicht: Eine Charakter-Eigenschaft?

Der eine hat eine unbändige Willensstärke, geht drei Mal in der Woche pünktlich um 18 Uhr Laufen und ist spätestens um 22 Uhr im Bett. Der andere nimmt sich das Gleiche vor – kommt im Monat aber nur auf zwei Läufe und (dank Netflix) auf eine Zubettgehzeit von 23:30 Uhr. Manche von uns würden vermuten, dass hier ganz einfach Persönlichkeitsunterschiede vorliegen. Selbstdisziplin hat man eben, oder man hat sie nicht, richtig? Falsch!

Wissenschaftler vergleichen unsere Disziplin mit einem Muskel, der trainiert werden kann. Und einige sind in dieser Hinsicht bereits Leistungssportler, während andere noch hinterherhecheln. Aber das Wichtigste an dieser Erkenntnis ist: Du kannst dein Level an Willensstärke und Selbstdisziplin verändern – und zwar zu jeder Zeit! Wenn du dich also schon immer über deine eigene Selbstdisziplin geärgert hast, musst du dich nicht mehr damit zufriedengeben.

Probiere doch mal folgende fünf Tricks aus: Sie stärken deinen Disziplin-Muskel, wodurch du in Zukunft jedes Ziel umsetzen kannst, was noch auf deiner To-Do-Liste steht!

1. Selbstdisziplin: Ein tägliches Workout ist notwendig

Genau wie Bodybuilder täglich ins Gym gehen um ihre Muckis zu fordern, müssen wir das gleiche tun, wenn wir unsere Selbstdisziplin stärken wollen. Jeden Tag solltest du dir daher mindestens zwei oder drei Aufgaben vornehmen, die du dann streng durchziehst – komme, was wolle!

Das können einfache Dinge sein, wie zum Beispiel ein Anruf oder Putzen. Vielleicht steht aber auch etwas Größeres an, wie zum Beispiel den Kleiderschrank ausmisten. Für deine Selbstdisziplin spielt die Komplexität der Aufgabe keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du dich an deine Vorsätze hältst. Nimm dir also lieber weniger vor und ziehe To-Dos immer durch, statt dich selbst mit zu vielen Aufgaben zu überfordern. So gewöhnt sich dein Gehirn daran, dass deine Ansagen Gewicht haben!

2. Plane deinen Tag

Unterbewusst treffen wir jedes Mal, wenn wir eine Handlung durchführen, eine Entscheidung. "Jetzt noch laufen gehen" oder "jetzt den Putzbesen holen": In jeder Situation musst du dich fürs Handeln oder fürs Liegenlassen entscheiden. Genau hier kommt die Willensstärke ins Spiel: Sie sollte dich dazu bringen, die Option "handeln" zu wählen. Aber leider funktioniert das nicht immer, wie wir alle wissen. Woran liegt’s?

Genau wie ein Muskel, der nach einem intensiven Workout ermüdet, macht auch unsere Willensstärke am Ende des Tages schlapp. Vor allem, wenn wir bereits jede Menge Entscheidungen treffen mussten. Forscher nennen das "Entscheidungsmüdigkeit": Der Kopf ist zu und du kannst dich ganz einfach nicht mehr Aufraffen. Dann wirst du dich gegen die Laufschuhe und für die Fernbedienung entscheiden.

Dies kann man allerdings umgehen: Damit du deine Vorsätze einhältst und dadurch deine Disziplin förderst, solltest du bei anstrengenden Tagen vorplanen. Vielleicht lassen sich ein paar Dinge erledigen, bevor du zur Arbeit gehst oder während du deine Mittagspause machst. Mach es deiner Disziplin an intensiven Tagen einfach und schiebe wichtige Aufgaben – wenn möglich – nicht auf das Tagesende.

3. Probiere die "5-Sekunden-Regel" für mehr Selbstdisziplin aus

Wo wir schon beim Thema Aufraffen und Disziplin sind: Wer mit seiner eigenen Selbstdisziplin hadert, sollte unbedingt die "5-Sekunden-Regel" ausprobieren. Sie hilft dir dabei, deine To-Do’s nicht mehr aufzuschieben und ist denkbar einfach in der Umsetzung.

So geht’s: Nachdem du einen Impuls verspürt hast, aktiv zu werden, zählst du gedanklich (oder laut) von 5 nach 1 herunter. Dann stehst du sofort auf und kümmerst dich um die Aufgabe.

Oft machen wir uns nämlich gerade durchs Zögern einen Strich durch unsere Produktivitäts-Rechnung: Plötzlich fallen uns viele gute Gründe ein, jetzt doch nicht aktiv zu werden. Du überlegst hin und her, immer mehr Zeit vergeht und die Disziplin schwindet. Damit du gar nicht erst ins Grübeln kommst, solltest du rasch von 5-4-3-2-1 zählen und dann handeln. So umgehst du unproduktive Gedanken und förderst deine Willenskraft.

4. Lerne auf sofortige Belohnungen zu verzichten

In der heutigen Zeit sind wir sehr auf schnelle Ergebnisse getrimmt. Das bedeutet aber auch, dass wir schnelle Belohnungen erwarten. Treten diese nicht rasch genug ein, geben wir unser Vorhaben auf. Das ist schade, denn vieles lässt sich einfach nicht von heute auf morgen umsetzen.

Vielleicht kennst du dieses Szenario auch: Wer fleißig zahlreiche Bewerbungen schreibt und noch keine einzige positive Rückmeldung bekommen hat, könnte resignieren und gar nichts mehr rausschicken. Hier hat die Selbstdisziplin versagt und die Ungeduld gewonnen. Lass das nicht zu!

Erinnere dich daran, dass nichts umsonst ist und du immer etwas dazulernst, auch wenn du aktuell noch nicht das hast, was du gerne hättest. Disziplin zu haben bedeutet oft auch, auf eine sofortige Belohnung verzichten zu können. Das kennt auch jeder, der gerade abnehmen möchte: Von der einen gesunden Salat-Bowl erreicht man noch nicht sein Endziel – dennoch ist sie wichtig für den Weg dahin. 

Wer öfters mit Ungeduld kämpft, findet hier Tricks, um geduldiger werden zu können.

5. Selbstdisziplin: Mach dich selbst zur Priorität

Bist du jemand, der zuerst an andere denkt und dann an sich selbst? Das ehrt dich, denn Rücksicht und Hilfsbereitschaft sind wunderbare Eigenschaften. Trotzdem schützen sie leider nicht vor Überforderung! 

Selbstdisziplin kannst du nur entwickeln, wenn du deine eigenen Grenzen kennst, schützt und kommunizierst. Wer ständig mit dem Leben der anderen beschäftigt ist, kann sich schließlich nicht um die eigenen Anliegen kümmern. Ein Nein für andere ist manchmal ein Ja für sich selbst – nicht vergessen!

Noch mehr Tipps gefällig? Hier erfährst du, wie du deine Produktivität steigern kannst und die Ivy Lee-Methode verrät dir, wie du deine Zeit optimal einteilst, um dein Ziel zu erreichen. Außerdem kann dir Timeboxing dabei helfen, eine gute To-Do-Liste für den Tag zu erstellen.

Weitere spannende Themen rund um Disziplin, Persönlichkeit und Willenskraft findest du auch in der BRIGITTE Community. Schau doch mal vorbei!


Mehr zum Thema