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Selbstverantwortung So kannst du sie lernen

Selbstverantwortung: Frau sitzt am Fenster, trinkt Tee und schreibt in einem Notizbuch.
© Pixel-Shot / Shutterstock
Selbstverantwortung bedeutet, für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen – gar nicht so leicht! Wir zeigen, wie es gelingt und was du davon hast.

Selbstverantwortung: Was ist das eigentlich genau?

Unter dem Begriff Selbstverantwortung, auch Eigenverantwortung genannt, versteht man die Bereitschaft, für das eigene Handeln, Fühlen und Denken, Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet: Wir beschäftigen uns mit unserem eigenen Verhalten und zeigen nicht auf andere Menschen. Dabei stehen wir auch für mögliche Konsequenzen ein, die sich durch unser Tun ergeben.

Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan: Wenn etwas schiefläuft, neigen wir dazu, unser Verhalten durch das Verhalten anderer Menschen zu erklären. Das fühlt sich für den Moment gut an, weil wir den Ärger, unser schlechtes Gewissen und unsere Schuldgefühle auf diese Weise verlagern können. Langfristig gesehen bringt dich Selbstverantwortung allerdings viel weiter!

Selbstverantwortung: Was du gewinnst

Um zu verstehen, was dir ein Leben mit mehr Selbstverantwortung bringen wird, sollten wir uns zwei Beispiele ansehen. Der folgende Satz könnte von einer Person stammen, die wenig Verantwortung übernehmen möchte:

"Ich bin nicht gut aufgewachsen, deshalb bin ich eben unsicher."

Wer nach dem Prinzip der Eigenverantwortung lebt, würde wahrscheinlich eher folgendes sagen:

"Ich bin nicht gut aufgewachsen, deshalb kümmere ich mich darum, heute an meinen Unsicherheiten zu arbeiten."

Ein zweites Beispiel:

"Wenn meine Schwester so mit mir spricht, kann ich ja nur aggressiv werden und muss zurück zicken."

Stattdessen könntest du Selbstverantwortung übernehmen und dich entsprechend anders äußern:

"Wenn meine Schwester so mit mir spricht, liegt es an mir, trotzdem die Ruhe zu bewahren und nicht auf ihre Ebene abzugleiten."

Selbstmotivation: Raus aus der Opferrolle

Ist dir aufgefallen, dass uns jeweils die ersten beiden Sätze sofort in die Opferrolle katapultieren? Unser Gemüt, unsere Handlungen und unser Denken machen wir abhängig von dem Verhalten anderer Menschen. Dadurch werden wir ziemlich lenkbar und beeinflussbar – also alles andere als standhaft. Da reicht ein blöder Kommentar und wir werden selbst zur Oberzicke, die wir doch eigentlich gar nicht sein wollen.

Wir könnten uns jetzt dafür entscheiden, auf andere Menschen zu zeigen und sie verantwortlich zu machen. Aber dann wären wir quasi ständig mit Schuldzuweisungen beschäftigt – und das fühlt sich nicht gut an. Oder wir kümmern uns darum, so stark zu werden, dass uns keiner mehr so leicht auf die Palme bringen kann: Hier kommt die Selbstverantwortung ins Spiel.

Wichtig: Bei dem Thema Verantwortung geht es nicht darum, sich für alles die Schuld zu geben, sondern den eigenen Einfluss und die eigenen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Und das macht dich stark, denn dann machst du dein Glück (oder Unglück) nicht mehr von äußeren Faktoren abhängig. Du kannst dich aus der Opferrolle befreien und erkennst, dass du selbst sehr viel bewirken und steuern kannst. Egal, was die anderen Menschen machen!

Aber wie kann man es schaffen, Selbstverantwortung zu lernen? Dazu sollten wir folgende fünf Mindsets verinnerlichen:

Mindset 1: Andere sind nicht für meine Gefühle verantwortlich

Es passiert oft unterbewusst: Wir machen andere Menschen für unsere Gefühle verantwortlich. Vielleicht kennst du das auch. Du bist verärgert, weil der Chef unfreundlich war. Für deinen Unmut machst du nun den Boss verantwortlich.

Ein Leben voller Selbstverantwortung bedeutet aber auch, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen. Manchmal braucht es dafür ein paar Strategien – du kannst zum Beispiel lernen, wie du besser mit Kritik umgehst, so dass sie dich nicht runterzieht. Oder wie du deine eigene Wut so handelst, dass dir keine bösen Worte herausrutschen.

Eine gute Strategie, um etwas Abstand von negativen Gefühlen zu gewinnen, ist: Frage dich, ob du in dieser Situation auch anders reagieren könntest. Das schafft etwas Abstand zum Problem und wir handeln (und sprechen) viel überlegter.

Mindset 2: Ich akzeptiere meine Schwächen

Wer ist schon perfekt? Selbstverantwortung bedeutet, für sich selbst einzustehen. Dazu müssen wir uns annehmen und akzeptieren – mit allen Fehlern und Schwächen. Der eine ist etwas empfindlich, der andere reagiert schnell wütend. Übernimm Verantwortung für dich und deine Persönlichkeit – das beweist wahre Stärke!

Tipp: Hier findest du heraus, was eine starke Persönlichkeit sonst noch ausmacht.

Mindset 3: Meine Stimmung steuere ich selbst

Wir alle kennen es: Der Tag läuft soweit super, aber dann passiert etwas Unvorhersehbares und die Stimmung ist im Keller. Ärgerlich. Keine Frage, wir können nicht immer steuern, was da draußen auf uns zukommt. Aber was wir trotzdem immer steuern können, ist unsere Stimmung!

Mindset 4: Ich bin nicht das Opfer meiner Umstände

Hast du schon mal etwas von der "internalen Kontrollüberzeugung" gehört? Das ist ein Begriff aus der Psychologieforschung. Wer über eine internale Kontrollüberzeugung verfügt, glaubt daran, dass er sein Leben selbst gestalten kann und Einfluss auf das Geschehen hat. Im Gegenteil dazu ist da jemand, der eine "externale Kontrollüberzeugung" hat. Diese Person ist eher davon überzeugt, dass man in seinen Entscheidungen nicht frei ist und äußere Faktoren (Herkunft, Biologie, Finanzen) das Leben bestimmen.

Wenn du nach Selbstverantwortung strebst, ist es natürlich die internale Kontrollüberzeugung, die du erreichen willst. Dann weißt du: Ich habe das Ruder selbst in der Hand und ich bin nicht das Opfer meiner Umstände!

Mindset 5: Dein Verhalten rechtfertigt nicht mein Verhalten

"Was hätte ich denn sonst tun sollen, wenn er mich so behandelt!" Vor allem in Konfliktsituationen, privat oder auf der Arbeit, neigen wir dazu, unser eigenes Verhalten durch das Verhalten eines anderen zu rechtfertigen. Vielleicht vergreift man sich im Ton, weil der Partner einen blöden Kommentar abgegeben hat. Dann liegt es erstmal nah, im Gegenüber den Grund für die eigene problematische Kommunikationsart zu sehen.

Das Prinzip der Selbstverantwortung besagt aber das Gegenteil: Egal, was um uns herum passiert – wir sind dennoch immer für unser eignes Handeln und unsere eigenen Worte verantwortlich. Das jemand anderes gemein zu uns war, gibt uns trotzdem nicht das Recht, genauso gemein zu sein. Das schadet im Endeffekt nur uns selbst.

Erinnere dich also an das Prinzip Verantwortung, wenn du dich herausgefordert fühlst. Du musst dich niemals auf die verletzende Ebene herablassen, auf der sich dein Gegenüber befindet. Steh darüber und bewahre deine Energie!

Neben Selbstverantwortung könnten dich auch noch die Themen Selbstdisziplin und Selbstmotivation interessieren. Denn du weißt ja: Selbst ist die Frau!

Viele weitere spannende Texte rund um die Themen Verantwortung übernehmen, Persönlichkeit und Charakterentwicklung, findest du auch in der BRIGITTE Community. Schau doch mal vorbei!


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