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Überarbeitet 8 gefährliche Anzeichen

Überarbeitet: Frau sitzt am Schreibtisch und wird mit Arbeit überhäuft.
© GaudiLab / Shutterstock
Bist du nur etwas gestresst oder definitiv stark überarbeitet? Wir verraten dir, wie du eine Überanstrengung erkennst und was du dagegen tun kannst.

Überarbeitet: Die Vorstufe vom Burnout

Die totale Erschöpfung, das System fährt auf null herunter, nichts geht mehr: Das ist Burnout. Vor diesem Wort haben viele von uns Respekt. Doch meistens ist es schon fast zu spät, wenn die Erschöpfungsdepression diagnostiziert wird. Es kann Wochen, Monate und manchmal sogar Jahre dauern, bis sich Körper und Geist davon erholt haben. Aber dazu muss es nicht kommen!

Wir sollten schon früher auf Anzeichen achten, die uns verraten, dass wir einfach überarbeitet sind und dringend eine Pause brauchen. Eine Phase der Überarbeitung bekommt man schneller wieder in den Griff, als einen diagnostizierten Burnout.

Folgende Anzeichen sprechen dafür, dass du aktuell einen Gang runterschalten solltest.

Anzeichen Nr. 1: Ständige Erschöpfung

Du achtest auf deine Ernährung, du trinkst genug, du schläfst ausreichend – und dennoch bist du ständig müde? Achtung, das ist ein ganz klassisches Anzeichen dafür, dass du eine Pause brauchst, um wieder zu regenerieren. Mit ein oder zwei Urlaubstagen ist das meistens nicht getan. In stressigen Phasen ist der Nährstoffbedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Co. außerdem stark erhöht. Daher macht der Körper schnell schlapp und du fühlst dich schnell müde. Checke also unbedingt nochmal deine Ernährung und stelle sicher, dass genügend Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf dem Teller landen. Hier stecken besonders viele Mikro-Nährstoffe drin.

Anzeichen Nr. 2: Schlafstörungen

Licht aus, Augen zu, Ruhe finden: Schön wär’s! Liegst du nachts noch lange wach und denkst an die Aufgaben, die morgen auf dich zukommen? Dies kann ein Anzeichen von Überarbeitung sein. Wir können dann nicht mehr abschalten, der Denkapparat rattert und rattert und hält uns lange wach. Morgens wachen wir dann gerädert auf und müssen wieder performen – ein Teufelskreis, der in einem Burnout enden kann.

Versuche also unbedingt deine Schlafqualität zu verbessern – dazu muss der Schlaf lang genug und tief genug sein. Nur dann kann sich dein Körper während der Nachtruhe erholen und regenerieren.

Hier findest du Tipps, wie sich die sogenannte Schlafhygiene verbessern lässt und hier erfährst du, wie du schnell einschlafen kannst und nicht mehr so lange wach liegen bleiben musst.

Anzeichen Nr. 3: Ernährungsveränderungen

Starke Belastungen können sich auch in einer veränderten Ernährungsweise bemerkbar machen. Manche von uns können nichts essen, wenn viel zu arbeiten ist. Andere essen besonders viel, um sich zu belohnen. Beide Extreme sind natürlich nicht gut für dich – daraus können sich Essstörungen entwickeln, die deine Gesundheit stark gefährden.

Wenn du in letzter Zeit bemerkst, dass du keinen oder einen stark erhöhten Appetit hast, solltest du auch einen Blick auf dein Arbeitspensum werfen. Sie kann der Auslöser sein.

Übrigens: Bitte die Diät in Zeiten von hoher Anstrengung sein lassen: Wissenschaftler konnten beweisen, dass eine Kalorienreduzierung zur Erhöhung von Cortisol führt – unserem Stresshormon. Und zusätzlichen Stress braucht dein Körper jetzt wirklich nicht.

Anzeichen Nr. 4: Beziehungsprobleme

Nein, nicht jedes Problem in der Partnerschaft lässt sich auf Überarbeitung zurückführen. Aber oft unterschätzen wir den Einfluss, den unsere Arbeitszufriedenheit auf unsere Beziehung haben kann.

Sind wir überarbeitet, reagieren wir gereizter. Unser Geduldsfaden hängt am seidenen Faden: Wir sind kritischer, weniger positiv und schneller genervt. Außerdem neigen wir dazu, mehr vom Partner zu verlangen. Wir sind müde, kraftlos und brauchen dadurch besonders viel Aufmerksamkeit und praktische Hilfe. Oft fordern wir unterbewusst mehr, können aber auf Grund von Überarbeitung selbst weniger geben. Und dann wird es gefährlich für Partnerschaft – sie muss dann die Folgen der individuellen Überanstrengung tragen.

Überarbeitet: 8 gefährliche Anzeichen

Anzeichen Nr. 5: Bauchschmerzen

Natürlich können Probleme in der Magengegend viele Ursachen haben. Neben Unverträglichkeiten und Entzündungen sind aber auch sehr häufig Sorgen und Stress für unangenehme Bauchschmerzen verantwortlich. Der Magen, der Dünn- und Dickdarm bestehen zu einem Großteil aus Muskeln. Sind wir überarbeitet, kann die innere Anspannung zur Verkrampfung dieser Muskeln führen. Wir bemerken dies durch ein unangenehmes Druckgefühl im Bauchbereich.

Anzeichen Nr. 6: Wutausbrüche

Bringt dich in letzter Zeit vieles auf die Palme? In Zeiten von starker Überarbeitung fehlt uns die Ruhe, um bei Schwierigkeiten drüber zu stehen. Selbst eine sehr ausgeglichene Person gerät dann häufig in Rage. Wenn wir überarbeitet sind, werden wir sehr angreifbar, weil wir schneller gekränkt reagieren. Die Akkus sind einfach leer – da fehlt die Kraft und Energie, um jede Situation vernünftig abzuwägen.

Anzeichen Nr. 7: Antriebslosigkeit

Nichts motiviert dich mehr so richtig. Du hast den Spaß an der Arbeit verloren. Du funktionierst, weil du funktionieren musst. Kommt dir das bekannt vor? Auch diese Gefühle sprechen für eine klare Überarbeitung. Was du früher gerne gemacht hast, ist für dich mittlerweile zur Last geworden. Die fehlende Arbeitsmotivation begleitet dich schon seit einiger Zeit und scheint sich nicht zu bessern.

Überarbeitet? Was gegen Überarbeitung hilft

Wenn du mehrere dieser Anzeichen bei dir selbst festgestellt hast, solltest du jetzt handeln. Egal, welches wichtige Jobprojekt noch ansteht: deine Gesundheit und dein Wohlbefinden gehen ganz klar vor!

Folgende Tipps können jetzt helfen:

  • Urlaub nehmen: Schiebe die freien Tage nicht bis zum Sommer auf, weil dann der Sommerurlaub wartet. Dein Körper braucht jetzt Ruhe und eine Auszeit
  • Dazu stehen: Viele von uns kennen das Gefühl der Überarbeitung. Du bist nicht allein – teile dich anderen mit, um Unterstützung zu bekommen
  • Gespräche mit dem Chef: Eventuell müssen Arbeitsprozesse so umgestaltet werden, dass du dich nicht mehr so überfordert fühlst.
  • Hilfe suchen: Ein Coach oder eine psychologische Beratung können dir dabei helfen zu lernen, wie du besser mit Anspannung und Druck umgehen kannst.
  • Mehr Ich-Zeit einplanen: Stehe für das, was du brauchst ein – auch wenn du dadurch öfter Nein sagen musst.

Nimm dir weniger vor: In der nächsten Zeit brauchst du eine Pause von Aufgaben und Anforderungen. Fühlst du dich besser, kannst du wieder mehrere To-Dos in Angriff nehmen.

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