BRIGITTE Academy Finanz-Symposium: Wir machen Euch geldbewusst!

„Finanzielle Sicherheit ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und heute lernen Sie, wie genau das funktioniert “ – bereits mit dem Ziel vor Augen begrüßte BRIGITTE-Chefredakteurin Brigitte Huber die 300 Teilnehmerinnen in München auf dem zweiten BRIGITTE Academy Finanz-Symposium in Kooperation mit herMoney!

Die Finanz-Expertinnen Dagmar Stock (Amundi), Birgit Wetjen (Redaktionsleiterin herMoney.de), Christiane Warnke (Rechtsanwältin), Prof. Johanna Bath (Professorin für Finanzwirtschaft und Strategie, ESB Business School) eröffneten den Tag im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München mit einer Podiumsdiskussion. Gleich zu Beginn stellte Claudia Münster, stellvertretende Chefredakteurin der BRIGITTE, die wichtigste Frage in die Runde: „Was bedeutet Ihnen Geld?“. „Geld ist und ermöglicht Entlohnung, Belohnung, Bildung, Freiheit – in allen Lebensbereichen“, waren sich die Expertinnen einig.

Auch das Fehlen von Geld und die Konsequenzen thematisierte Claudia Münster auf der Podiumsdiskussion, denn immer mehr Frauen droht die Altersarmut. „Seien Sie sich bewusst, welche Konsequenzen es für die Rente hat und in welche Abhängigkeit es Sie bringt, wenn Sie wegen der Kinder aus dem Beruf aussteigen oder lange nur Teilzeit arbeiten“, sagte Münster. „Achten Sie darauf, wen Sie heiraten. Schließen Sie einen Ehevertrag ab,“ ergänzte Dagmar Stock. Mehr Frauen müssten ihre Finanzen in die Hand nehmen und dafür brauche es Vorbilder, so Münster. Und fragte deshalb die Frauen auf der Bühne neben ihr ganz genau, wie sie Haushalts- und Carearbeit mit ihren Partnern aufteilen, wann und wie sie nach der Geburt ihrer Kinder zurück in den Job gegangen sind, welche Klauseln in ihren Eheverträgen stehen.

Geld und Liebe – wie funktioniert das?

In Workshops, Meet-Ups und Plenumsdiskussionen ging es ins Detail. Das Blogger-Paar „Beziehungsinvestoren“ erklärte, wie man in Beziehungen gute Gespräche über Geld führen kann, wie gemeinsame finanzielle Ziele gefunden und Zwischenziele als Motivation gesteckt werden können. „Alles was man alleine machen kann, geht auch gemeinsam. Bloß bedarf es dafür absoluter Ehrlichkeit, Offenheit und gemeinsames Einverständnis bei jeder Investition. Dann lernen Sie voneinander,“ rieten Marielle und Mike Schäfer. 

Anwältin Christiane Warnke sensibilisierte mit handfesten Zahlen und Beispielen aus ihrer Kanzlei, was ohne Ehevertrag drohen kann. „Der beste Ehevertrag ist der, den ich nicht brauche, aber nutzen Sie die Chance, eigene Gesetze für die Familie zu schreiben.“ Die vielen Gründerinnen und Unternehmerinnen im Publikum wollten wissen, wie sie ihr eigenes Unternehmen absichern, andere fragten, wie der Verzicht aufs eigene Einkommen in der Elternzeit finanziell ausgeglichen werden kann und wie die Kinder im Todesfall versorgt  werden können. Was macht man, wenn nur ein Partner ein größeres Einkommen oder Immobilien mit in die Ehe bringt? Christiane Warnke stellt sich allen Fragen.

Finanzsymposium 2019 – Aftervideo

Keine Angst vor der Börse!

Finanz-Journalistin Birgit Wetjen motivierte schon bei der Eröffnungsdiskussion: „Der zweitbeste Fonds ist besser als gar keiner, deshalb stolpert nicht über euren eigenen Perfektionismus, sondern setzt euch positive Ziele.“

Börsenexpertin Jessica Schwarzer freute sich, an diesem Tag nur vor Frauen sprechen zu dürfen: „Männer haben oft die Strategie: 'Höher, schneller, weiter' und rennen dem neuesten Einzelaktion-Hype hinterher. Frauen denken langfristig. Diese Strategie ist erfolgreicher." Sie begann mit den Grundlagen der Börse, erklärte Begriffe, nahm sich Zeit für Fragen. Ihre Message: "Man muss nicht studiert haben, um an der Börse zu investieren, Sie brauchen nur Geduld.“ Denn: "Über 13, 14 Jahre gedacht gibt es quasi keine Verluste an der Börse, bei Aktien also immer langfristig denken. Und nie alles auf eine Karte setzen.“

Monika Rothenari von iShares erklärte den Teilnehmerinnen im nächsten Workshop, wie sie in vier Schritten ihre Altersvorsorge mit ETFs angehen. „Schritt eins: Berechnet, wie viel euch monatlich fehlen wird, im zweiten Schritt definiert ihr, wie lange das Geld reichen soll: Wie groß ist die Spanne zwischen Renteneintritt und der Lebenserwartung?“ Anhand ihres eigenen Beispiels führte sie dann eine Beispielrechnung durch. „Es ist ganz schön ernüchternd, was als Bestandsaufnahme dabei herauskommt,“ gestand sie. Doch: „Ein langer Atem lohnt sich. Anlagezeiträume von mehr als zehn Jahren führen erfahrungsgemäß zu Rendite“, sagte die Expertin. Sie erklärte, wie die Teilnehmerinnen in Schritt drei und vier die Gesamtsumme des benötigten Geldes berechnen und ein ETF-Sparplan bei der Altersvorsorge helfe. „Ab 25 Euro monatlich können Sie starten, es gibt also keine Ausreden,“ Monika Rothenari steckte mit ihrer Begeisterung an. 

Wir nehmen unsere Altersvorsorge selbst in die Hand!

"Die Geschichte von Frauen und Geld ist auch die Geschichte der weiblichen Enteignung. Es wird immer so getan, als seien wir Frauen eine Minderheit. Aber wir sind die Hälfte der Menschheit," der Vortrag von Helma Sick rüttelte auf. Die Finanzberaterin ist seit Jahrzehnten Autorin der BRIGITTE und ein echtes Vorbild – nach ihrem Vortrag musste sie Autogramme und Widmungen in ihre Bücher schreiben. Renate Fritz nahm in ihren Vorträgen die verschiedenen Riester-Modelle und Betriebsrenten unter die Lupe, denn: „die gesetzliche Altersvorsorge heute geht planmäßig bergab und Teilzeitarbeit bedeutet leider auch Teilzeitrente". Die Atmosphäre kam einem persönlichen Gruppen-Beratungsgespräch nahe. Die Teilnehmerinnen stellten viele persönliche Fragen.

Verhandlungstrainerin Claudia Kimich band ihre Zuhörerinnen ein. „Was ist Ihr persönlicher Wert?“ fragte sie – und erntete Schweigen. „Je loyaler wir Männern gegenüber sind, umso größer wird die Equal Pay Gap. Wir müssen uns endlich um uns selbst kümmern“, sagt sie. Und übte mit den Teilnehmerinnen, wie sie ihren Selbstwert erkennen und klar vertreten.

Nachhaltigkeit und Anlage – Geld mit Sinn

Parisa Shahyari vom WWF Deutschland erklärte, wie wir echte Nachhaltigkeit bei Unternehmen erkennen und was wir mit unserem Geld bewegen können. Sie erzählte, wie der WWF die eigene Macht als Marke nutze, um Politikern nachhaltige Wahlversprechen abzuringen. „Wir unterstützen aber auch diejenigen, die noch nicht perfekt sind, sich aber auf den Weg in eine grünere Zukunft gemacht haben,“ sagte sie. Ihre Prognose: „Durch politische Beschlüsse werden Unternehmen einige ihrer Produktionsweisen gar nicht mehr weiterführen dürfen. Und die Aussicht hilft auch den Letzten beim Umdenken.“

Dem stimmte auch Finanzberaterin Jennifer Brockerhoff in ihrem Workshop zu: „Das Konzept der Nachhaltigkeit wird das ganze Finanzwesen verändern, weil es durch Gesetze zur Pflicht wird.“ Bis dahin riet sie den Zuhörerinnen, zu nachhaltig wirtschaftenden Banken zu wechseln, verschiedene Siegel zu vergleichen und vor allem Beratern unbequeme Fragen zu stellen: „Wenn Ihr Berater zum 20. Mal zu nachhaltigen ETFs befragt wurde, wird er das auch seinem Chef erzählen. Und so gelingt uns ein Umbruch.“ 

Netzwerken, Nachfragen, Neues lernen

Die Teilnehmerinnen nutzten die Pausen zwischen den Workshops, um konkrete und ganz persönliche Fragen mit den Speakern und Expertinnen zu klären: Wie komme ich aus diesem Ehevertrag wieder heraus? Zu welchem ETF würden Sie mir raten? Was kann ich meinem Chef auf seine Forderungen antworten? Viele Fragen konnten auch die Teams von hermoney, Blackrock, Amundi an ihren Ständen in der Networking-Lounge beantworten. Währenddessen gab es Kaffee von Dallmayr, Frühstücks-Snacks, eine Bowl zum Mittag mit Mousse au Chocolat zum Nachtisch und Kuchen am Nachmittag zur Kaffeezeit und ganz viele Gespräche unter den Teilnehmerinnen, die sich einig waren: „Wir gehen mit einer langen To do-Liste nach Hause.“ 

'Lassen Sie uns über Geld reden...' – mit Monika Gruber 

"Frauen reden zu wenig untereinander über Geld. Geld zu verdienen ist aber einfach geil" findet die bayerische Kabarettisten Monika Gruber. Im Gespräch mit herMoney-Geschäfsführererin Anne Connelly erzählte sie über ihre Karriere, ihren Umgang mit Finanzen – und wo sie Lehrgeld zahlen musste. Deshalb investiere sie jetzt ihr Geld dort, wo sie es sehen könne: "Ich bin ein großer Fan von Immobilien. Als Mensch vom Bauernhof glaube ich an Betongold.“ Monika Gruber sieht ihre eigene Arbeitskraft als Wertanlage kritisch: "Es läuft alles momentan super. Aber ich möchte noch ein zweites Standbein aufbauen. Was passiert, wenn ich meine Stimme verliere? Was passiert, wenn ich das Reisen nicht mehr schaffe?" Deshalb motivierte sie die Teilnehmerinnen, sich gegenseitig zu unterstützen, Erfolge zu gönnen. Denn: "Es ist keine Schande, egoistisch zu sein, wenn es ums Sparen und um Altersvorsorge geht. Aber bleibt auch großzügig mit Geld und dem Herzen!"


In Zusammenarbeit mit herMoney. Wir danken unseren Sponsoren und Partnern:






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