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"eFootball 2022" Der "FIFA"-Rivale startet in seine erste Saison

"eFootball" startet mit einer abgespeckten Fassung in die Saison - mehr Inhalte werden folgen.
"eFootball" startet mit einer abgespeckten Fassung in die Saison - mehr Inhalte werden folgen.
© Miguel Lagoa/Shutterstock.com
Die ewige Nummer zwei des digitalen Fußballs geht mit einem neuen Geschäftsmodell an den Start. Aus "Pro Evolution Soccer" wird "eFootball".

Heimlich, still und leise vollzieht sich ein Wandel im Gaming-Sektor. Der japanische Hersteller Konami geht mit seiner Fußball-Reihe "Pro Evolution Soccer" einen neuen Weg, manche sagen, weil er keine andere Wahl hat. Jährlich neu produzierte Titel gehören bei den Japanern seit heute der Vergangenheit an: Konami hat mit "eFootball 2022" eine Fußball-Plattform gestartet, die nicht nur mit der bisherigen Logik ständig neuer Vollpreis-Titel bricht, sondern gleich ganz kostenlos ist. Das steckt dahinter.

Die Vorgeschichte

Konami ist mit seiner "Pro Evolution Soccer"-Reihe, was die Verkaufszahlen angeht, die ewige Nummer zwei hinter den "FIFA"-Titeln. In erster Linie liegt das am Lizenz-Aufgebot, in dem die Konkurrenz von EA Sports dank offizieller FIFA-Lizenzierung die Nase vorn hat. Sämtliche Ligen und Vereine dürfen die Macher des Platzhirschs originalgetreu abbilden - mit ganz wenigen Ausnahmen. Nur auf die UEFA-Lizenzen und damit die Champions League und die Europa League muss "FIFA" verzichten. Lediglich in den späten 2000er Jahren sah es danach aus, als könnten die Japaner den Branchenkönig längerfristig ärgern, doch seit dem Rekordjahr 2007 ("Pro Evolution Soccer 2008", rund 8,5 Millionen verkaufte Kopien) ging es stetig bergab. Als 2019 zum ersten Mal weniger als eine Million Spiele verkauft wurden, schien bei Konami klar zu werden: Etwas muss sich ändern.

Seit 2019 hat Konami deshalb eine Lite-Version seines jeweils aktuellen Titels veröffentlicht und sich damit an Casual Gamer gerichtet. Die Idee: Wer das Spiel gratis bekommt, lässt vielleicht den ein oder anderen Euro als Mikrotransaktion da, etwa um einen Klassik-Star von Manchester United oder Bayern München in seinem Team begrüßen zu können. Der Schritt in Richtung Free-to-Play ist daher nur konsequent. Innerhalb der Branche wird bereits darüber spekuliert, dass die Konkurrenz von EA Sports schon mit "FIFA 23" nachziehen und ebenfalls Free-to-Play werden könnte.

Wichtig ist auf dem Platz

Dass die "Pro Evolution"-Reihe überhaupt eine echte Alternative zu "FIFA" darstellt, hat sie in erster Linie ihrem Gameplay zu verdanken. Weil Konami "eFootball 2022" technisch neu aufstellt und von der Fox-Engine auf die Unreal-Engine gewechselt ist, erwarten Fans mit Spannung, ob sie sich dennoch auf das echte "PES"-Gefühl freuen dürfen. Um es kurz zu machen: Die Antwort ist ein entschiedenes "Nein". Bei "eFootball 2022" handelt es sich eindeutig nicht um einen Klon früherer "PES"-Titel. Vom Pass- bis zum Schussgefühl, vom Tackling bis zum Sprint: Zum Neustart der Reihe liefert Konami ein Spiel, das sich frisch und unverbraucht anfühlt, aber auch mit der ein oder anderen Macke zu kämpfen hat.

Konami hat in Sachen Cross-Plattform-Gaming viel vor

Laut einer von Konami veröffentlichten Roadmap ist es zunächst nur möglich, zwischen zwei Generationen der gleichen Konsolenfamilie online zu spielen. Will heißen: Playstation-5- und Playstation-4-Besitzer können ebenso gegeneinander antreten wie XBox Series X und Series S gegen die ältere XBox One. In weiteren Schritten möchte Konami das Spiel für "echtes" Crossplay öffnen - dann können sämtliche Plattformen online gegeneinander spielen, egal ob Konsoleros, PC-Spieler oder sogar Mobile Gamer.

"eFootball 2022" - Das Fazit zum Release

Dass Konami plant, sämtliche Gaming-Plattformen miteinander zu verknüpfen, dürfte vor allem Spielern der neuesten Hardware-Generation Kopfzerbrechen bereiten. Um mobiles Gaming mit High-End-Konsolen oder PCs in Einklang zu bringen, mussten die Entwickler Kompromisse bei der Performance und der Komplexität eingehen - das ist speziell zum Release spürbar. Die ersten Reaktionen von Steam-Spielern fallen "überwältigend negativ" (rund 3.000 Reviews in den ersten zwölf Stunden) aus. Bleibt zu hoffen, dass dieser Umstand den japanischen Spielemachern als Motivation dient, das Spiel bis Ende des Jahres so auf die Beine zu stellen, wie sie es sich wohl selbst wünschen.

SpotOnNews

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