Ann Sophie: Der ESC 2015 war "ein tolles Erlebnis"

2015 war sie die Verliererin beim ESC und landete auf dem letzten Platz. Von diesem Tiefpunkt hat sich Ann Sophie nun aber erholt.

Ann Sophie (29) nahm 2015 mit ihrem Song "Black Smoke" am Eurovision Song Contest für Deutschland teil - und landete auf dem letzten Platz. Das Debakel verbinden immer noch viele mit ihr. Genervt ist die Sängerin davon aber nicht, wie sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt. Mit ihrer Single "Tornado", die sie bereits Anfang November veröffentlicht hat, feiert sie ihr Comeback. Am heutigen Freitag erscheint außerdem ihre neue EP "VOID!".

Sie beschreiben sich in Ihrem Song "Tornado" als "Tornado, der keine Rückkehr riskiert". Was meinen Sie damit?

Ann Sophie: Es heißt "Weitermachen", egal, was passiert, egal, wie oft man auf dem Boden liegt. "Tornado" ist für mich ein Neuanfang, der nur den Weg nach vorne kennt.

Ihre neue EP heißt "VOID!" - zu Deutsch Leere. Wie kamen Sie auf diesen Titel?

Ann Sophie: Ich habe mich gefragt, woraus die meisten meiner Songs entstanden sind. Und oft war es so, dass ich mich ans Klavier gesetzt habe, wenn es mir mal nicht so gut ging oder ich mich leer gefühlt habe. Musik füllt mein Herz und meine Seele. Sie hat mir immer wieder geholfen, neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Die Titel meiner EP "VOID!" sind aus einer Leere entstanden. Von daher fand ich den Namen sehr passend. Außerdem gefällt mir das Wort unglaublich gut. Ich finde es sehr ästhetisch. "VOID" klingt, obwohl es Leere heißt, nach Kraft, nach Fülle, nach Leben.

Den Tod Ihres Vaters haben Sie musikalisch auf Ihrer neuen EP verarbeitet. Was hat Ihnen über den Verlust hinweggeholfen?

Ann Sophie: Meine Arbeit hilft mir sehr dabei, aber diesen Verlust werde ich nie ganz verkraften. Ich weiß, dass er stolz ist, dass ich weitermache und unaufhörlich an mich glaube. Aber er fehlt mir unglaublich doll.

Woher nehmen Sie Ihren starken Willen?

Ann Sophie: Mein starker Wille kommt, glaube ich, aus meinem Herzen. Mein Herz weiß, wofür es schlägt, und dafür kämpft es und gibt nicht auf. Dazu gehören meine Träume, wozu unter anderem meine Musik zählt.

Nervt es Sie, immer noch als "Verliererin des ESC 2015" bezeichnet zu werden?

Ann Sophie: Nein, überhaupt nicht. Der ESC und was da passiert ist, ist Teil meines Weges und Teil meiner Geschichte. Dadurch konnte ich auch Kraft schöpfen und meine Ziele neu fokussieren. Außerdem war es ein tolles Erlebnis, auf dieser Bühne zu stehen. Dafür werde ich immer dankbar sein.

Können Sie der Niederlage auch etwas Positives abgewinnen?

Ann Sophie: Niederlagen machen einen immer stärker. Punkt.

Würden Sie noch einmal an einem Songcontest teilnehmen?

Ann Sophie: Och. Warum eigentlich nicht! Schlechter kann es ja nicht werden.

Momentan stehen Sie für das Musical "Paramour" in Hamburg auf der Bühne. Singen und tanzen Sie immer schon gerne?

Ann Sophie: Tanzen habe ich mit vier Jahren begonnen und dass ich Sängerin werden wollte, stand schon mit zwölf Jahren fest. Ich liebe die Bühne und das Singen und Schauspielern ist ebenso eine große Herausforderung, an der ich gern wachse. Es macht sehr viel Spaß.

Wie schaffen Sie es, Ihre Tätigkeit als Musicaldarstellerin mit Ihrer Solokarriere zu vereinbaren? Ist das nicht sehr viel Stress?

Ann Sophie: Sagen wir mal, es ist eine sehr große Herausforderung. Ich spiele acht Shows die Woche und treibe meine Musik und alles, was damit einhergeht, aus eigener Hand voran. Das heißt, ich mache alles selbst. Ich habe tolle Leute, die mir helfen, aber ich bin der Motor. Das ist schon anstrengend. Viel Zeit für mich habe ich zurzeit nicht... aber ich schöpfe auch Kraft aus meiner Arbeit. Sie gibt mir viel zurück. Ich darf zurzeit auf einer wahnsinnig tollen Bühne stehen und spiele eine Hauptrolle in einem sagenhaften Stück. "Paramour" ist etwas ganz Besonderes. Und dazu habe ich einen wunderbaren Freund, der mir auch sehr viel Kraft gibt.

Mit "Tornado" feiern Sie Ihr Comeback. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Ann Sophie: Ich hoffe, meine Zukunft bleibt weiterhin bunt. Ich wünsche mir, meine eigene Musik weiter zu machen. Vielleicht spiele ich noch mehr Musicals. Ich werde es etwas auf mich zukommen lassen. Das Universum weiß ja auch manchmal, wie es weitergehen soll. Diese Erfahrung habe ich zumindest oft gemacht. Also heißt es vielleicht, zuversichtlich zu bleiben und etwas zu vertrauen.

SpotOnNews
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