Big Brother: Alle Fakten zu 20 Jahre TV-Container

An diesem Montag geht "Big Brother" in eine neue Runde. Der Startschuss des TV-Containers fiel im Jahr 2000 - ein Rückblick.

Der Sender Sat.1 bringt nach fünf Jahren Abstinenz die Show "Big Brother" zurück ins TV (Montag, 10. Februar 2020 um 20:15 Uhr). Das Format, bei dem sich Teilnehmer freiwillig in ein Fernsehstudio sperren lassen und um eine Siegprämie kämpfen, startete in Deutschland bereits im Jahr 2000. Ein Rückblick auf die Show, die TV-Geschichte schrieb und regelmäßig für Gesprächsstoff sorgte.

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Konzept bleibt Konzept

Die Idee des Formats stammt von der Produktionsfirma Endemol Entertainment, die die Show im Jahr 1999 zum ersten Mal in den Niederlanden präsentierte. Eine Gruppe von Kandidaten verbringt mehrere Monate in einem Fernsehstudio, das als Wohnung ausgestattet ist. In dem "Container" werden sie rund um die Uhr von Kameras bewacht, den Tagesablauf bestimmt die Produktionsfirma, die durch die "Big Brother"-Stimme zu den Teilnehmern spricht. Durch Wettbewerbe und Spiele wird der Alltag, in dem jegliche Privatsphäre unter dem Motto "Big Brother is watching you" fehlt, aufgelockert. In einer dazugehörigen TV-Sendung werden die Geschehnisse im Haus live gezeigt oder durch Highlights zusammengefasst.

Die Bewohner nominieren regelmäßig Mitstreiter, die das Haus verlassen sollen, die Zuschauer stimmen dann über deren Schicksal ab. Der Kandidat, der als letzter den Container verlässt, erhält eine Siegprämie. Das Format wurde in rund 70 Ländern adaptiert, das Grundprinzip der Dauerüberwachung blieb stets erhalten. Die erste deutsche Version von "Big Brother" lief von Februar bis Juni 2000. 13 Bewohner harrten hinter verschlossenen Türen aus. Am Ende verbrachte Sieger John Milz (46) 102 Tage im Haus. Bis 2011 folgte jedes Jahr eine weitere Staffel.

Nach vier Jahren Pause kehrte der TV-Container im Herbst 2015 auf den Bildschirm zurück, dieses Mal beim Sender sixx. Mit 92 Tagen ist es die bis dato kürzeste Staffel des Formats. Den umgekehrten Rekord hält bis heute die fünfte Staffel, in der Sieger Sascha Sirtl für eine Million Euro 365 Tage im Container wohnte. Das war Weltrekord für die längste ununterbrochene Fernsehsendung. Trotz des großen Zuschauererfolgs insbesondere in den ersten Staffeln geriet die Show des Öfteren in die Kritik. Sie galt durch die Dauerüberwachung, das Zusammenleben auf engstem Raum und den massiven Eingriff in das Privatleben der Bewohner als Tabubruch.

Der Container und seine Verwandlungen

Um dem Zuschauerauge nicht nur durch neue Kandidaten eine Abwechslung zu bieten, wurde das Aussehen und die Bereiche des Wohncontainers regelmäßig angepasst. In Staffel eins, zwei und drei bezogen die Bewohner eine 153 m² Wohnfläche mit Garten auf dem Gelände eines Kölner Studios. In Staffel vier wurden die Bewohner erstmals in Teams aufgeteilt, statt des alten Containers gab es ein Haus mit einem luxuriösen und einem kargen Bereich. Je nach ihrem sozialen Status wurden die Bewohner in Staffel fünf auf die drei Wohnbereiche "Reich", "Normal" und "Survivor" eingeteilt. Staffel sechs wurde in einem Dorf ähnelnden Container samt Bauernhof und Kfz-Werkstatt abgehalten.

Die zwölf Kandidaten der siebten Staffel wohnten wieder in einem gemeinsamen Wohnbereich. In Staffel acht bestand der Container aus zwei Bereichen (arm und reich) und erstmals aus zwei Etagen. Das Motto der neunten Staffel lautete "Himmel und Hölle", die Bewohner des luxuriösen Bereichs konnten von diversen Diensten der "Hölle"-Bewohner profitieren. Daraufhin gab es in Staffel zehn zwei komplett voneinander getrennte Häuser: Die Bewohner des heruntergekommenen "Secret"-Hauses wussten nichts von der Existenz des "Big Brother"-Hauses. Staffel elf und zwölf fanden wieder in einem Wohnbereich statt. In der neuen Staffel warten auf die Bewohner ein luxuriöses Glashaus sowie ein rustikales Blockhaus.

Die ersten Bewohner wurden zu Stars

Die erste "Big Brother"-Staffel sorgte für viel Aufsehen. Neben Gewinner John Milz, der den Container mit 250.000 DM verließ, gelangten insbesondere der Zweitplatzierte Jürgen Milski (56) und die Teilnehmer Zlatko Trpkovski (44), Sabrina Lange (52) und Alex Jolig (57) am Ende der Show zu großer Bekanntheit. Neben dem Titelsong "Leb" der Boyband Die 3. Generation konnten Milski und Trpkovski mit ihrer Single "Großer Bruder", die Platz eins der Charts erreichte, in Erinnerung bleiben. Milski nutzte die Show als Karrieresprungbrett und ist bis heute als erfolgreicher Sänger und Moderator tätig, Trpkovski feierte 2019 ein kurzes Comeback im Spin-off "Promi Big Brother". Sabrina Lange sorgte im selben Jahr mit ihrer Teilnahme beim "Sommerhaus der Stars" für Wirbel.

Namen wie Natalie Langer (38), Giuseppe Pellegrino (36), Annina Ucatis (41) oder Walter Unterweger (43) sind wohl nur noch "Big Brother"-Experten ein Begriff: Während auch in der zweiten Staffel die Gewinnerin Alida-Nadine Kurras (42) samt Mitstreiter wie Hanka Rackwitz (51), Christian Möllmann (47) oder Harry Schmidt (60) und in Staffel vier Kader Loth (47) den Container-Ruhm für sich nutzen konnten, blieben in allen weiteren Staffeln die Kandidaten meist nur kurz in Erinnerung. In den Jahren verwischten immer mehr die Grenzen zwischen dem regulären "Big Brother" und einer Promi-Variante. So zogen auch Patricia Blanco (49), Micaela Schäfer (36) und Iris Klein (52) schon ins "BB"-Haus.

Das Spin-off feierte Erfolge

Die bekannten Gesichter im Container kamen bei den Zuschauern an: Seit 2013 läuft der Ableger "Promi Big Brother" in Sat.1. Durch die mehr oder weniger Prominenz der Kandidaten werden die Zuschauer mit einer extra Portion an Lästereien, Zickereien und persönlichen Beichten versorgt. Die allererste "Promi Big Brother"-Staffel gewann Jenny Elvers (47). Auf die Blondine folgten YouTuber Aaron Troschke (30), Fußball-Star David Odonkor (35), Schauspieler Ben Tewaag (43), Reality-TV-Star Jens Hilbert (41) und Reality-TV-Star Silvia Wollny (55). Zuletzt holte sich Ex-"Köln 50667"-Darstellerin Janine Pink (32) den Sieg. Auch 2020 soll es wieder eine Staffel geben.

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