"Ehe für alle": ER brachte die Diskussion ins Rollen

Er ist gefunden! Der Mann, der beim BRIGITTE-LIVE-Talk mit Angela Merkel die entscheidende Frage stellte - und damit kurz vor der Bundestagswahl einen politischen Diskurs auslöste.

Es war ein besonderer Moment gestern im Maxim Gorki Theater in Berlin. Auf den BRIGITTE-LIVE-Talk mit Angela Merkel, den BRIGITTE-Chefredakteurin Brigitte Huber und Ressortleiterin Meike Dinklage moderierten, folgte eine Fragerunde aus dem Publikum.

Besucher Ulli Köppe ergriff die Chance und stellte der Kanzlerin die Frage, wann er denn seinen Mann "Ehemann" nennen dürfe, falls er ihn heiraten sollte. Darauf folgte eine lange Erklärung der Kanzlerin, die zum einen die ablehnende Haltung ihrer Partei zur gleichgeschlechtlichen Ehe verteidigte - sich andererseits aber auch offen für Veränderungen zeigte. "Das sind Dinge, die mich sehr beschäftigen", sagte die Kanzlerin.

Angela Merkel denkt um

Auch zum Thema Adoption nahm sie Stellung (bisher ist es homosexuellen Paaren nicht erlaubt, gemeinsam ein Kind zu adoptieren). Merkel habe ein Schlüsselerlebnis gehabt, als sie eine lesbische Frau kennenlernte, die sich mit ihrer Partnerin um acht Pflegekinder kümmert. "Wenn der Staat einem homosexuellen Paar Kinder zur Pflege gibt, kann ich nicht mehr mit dem Kindeswohl argumentieren", sagte die Kanzlerin.

Am Ende spricht sie von einer Gewissensfrage, die künftig zu klären sei - und löste damit Spekulationen über eine Kehrtwende ihrer Partei in Sachen gleichgeschlechtlicher Ehe aus.

Wer ist der Mann, der den Stein ins Rollen brachte?

Ulli Köppe ist Verantwortlicher für die Eventagentur des Portals blu.fm und ein großer Merkel-Fan. "Ich habe mich an ihr Straucheln bei der Adoptionsfrage in der Wahlarena vor vier Jahren erinnert. Der berühmte 'Bauchgefühlmoment'. Ich hatte das Gefühl, dass seither nie wieder jemand so konkret nachgefragt hat", sagt er gegenüber blu.fm. Über die große Resonanz sei er überrascht - aber natürlich froh. Denn das Thema liege ihm sehr am Herzen.

Merkel gibt Abstimmung frei

Nach dem BRIGITTE-Talk machte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz Druck: Er will Berichten zufolge noch diese Woche eine Abstimmung über einen Gesetzesentwurf im Bundestag in die Wege leiten.

Und Merkel? Die hob den Fraktionszwang für die CDU- und CSU-Abgeordneten auf. Nun können alle frei über die "Ehe für alle" abstimmen.

Wir sind gespannt ...

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as

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Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • WolfgangHoebel
    WolfgangHoebel
    Das ist ja fast vergleichbar, mit dem Zettel von Schabowski zur Maueröffnung. Auch er niemals gedacht, was er mit seiner Bemerkung auslöste.

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Ehe für alle: Ulli Köppe
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