Braut lädt Freundin von ihrer Hochzeit aus – weil sie eine Totgeburt hatte

Weil man nach einem Schicksalsschlag trauert, von der Freundin von deren Hochzeit ausgeladen werden – klingt unglaublich und hart, doch eine junge Australierin hat genau das erlebt. Hier die ganze Geschichte.

An ihre Hochzeit stellen viele Menschen bekanntlich den Anspruch, dass sie der schönste Tag ihres Lebens wird. Deko, Location, Catering, Gäste – alles soll perfekt sein, und gerade Bräuten ist es zudem oft wichtig, dass sie ganz allein im Mittelpunkt stehen und niemand "ihnen die Show" stiehlt. Wohin dieser Perfektionswahn im Extremfall führen kann, zeigt folgende Geschichte aus Australien, die die Betroffene in der Facebook-Gruppe "That's it, I'm Wedding shaming" teilte. 

Sie wäre eigentlich schwanger gewesen ...

Eigentlich hätte sie bei der Hochzeit ihrer Freundin im Februar hochschwanger sein sollen, zitiert "The Sun" aus dem Post der jungen Australierin, der Geburtstermin war für Ende des Monats berechnet. Doch im Oktober erlebte die Schwangere etwas, das man niemandem wünscht: Sie verlor ihr Baby, eine Totgeburt. "Es ist eine furchtbare Zeit und mein Partner und ich kämpfen uns immer noch durch jeden Tag. Bis jetzt waren alle sehr verständnisvoll und lieb zu uns ...", schreibt sie.

Dann allerdings habe sie eine Nachricht von ihrer Freundin erhalten, die im Februar heiraten wird. Zunächst fragte sie die Trauernde nur, ob sie plane, trotz ihres Verlusts zur Hochzeit zu erscheinen. Dann aber legte sie ihr relativ schnell nahe, nicht zu kommen. "Ich möchte ja nicht kalt oder unhöflich rüberkommen, aber ich hätte gedacht, dass du mittlerweile verarbeitet hast, was passiert ist. Heute hast du geweint, als du eine Frau mit Baby gesehen hast – das ist schon ein bisschen dramatisch. Und dann wissen viele Leute auch noch nichts davon, weil du offensichtlich nicht bereit bist, darüber zu reden."

Hochzeit: Braut mit Brautstrauß

"Alle werden dich fragen, warum du nicht schwanger bist"

In der Facebook-Gruppe teilte die Frau Screenshots des Nachrichtenverlaufs zwischen ihr und der Braut, die demnach fortfuhr: "Ich versuche, so nett zu sein, wie ich kann, aber alle werden dich fragen, warum du nicht schwanger bist und ich möchte, dass sie mir das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein, und nicht davon abgelenkt werden. Was passiert ist, ist schrecklich, aber ich war davon ausgegangen, du hättest mittlerweile genug Zeit gehabt, darüber hinwegzukommen, sodass es kein Problem wäre."

Auch wenn die Braut anschließend noch mit dem Kompromiss einzulenken versuchte, ihre Freundin könne ihr Umfeld ja via Social Media über die Totgeburt informieren, damit sie bei der Hochzeit niemand darauf anspricht – sie habe entschieden jeglichen Kontakt zur Braut abzubrechen, schreibt die Trauernde. Die letzten Nachrichten, die die beiden austauschten, lauteten laut "The Sun": "Weißt du was? Genieß deine Hochzeit ohne mich! Ich hoffe, all die Aufmerksamkeit, die du offenbar so dringend brauchst, ist unsere Freundschaft wert." Die Antwort der Braut darauf: "Es ist nun zwei Monate her, ehrlich, wie viel Zeit brauchst du denn? Es ist ja nicht so, dass du sie gekannt hättest."

Sicher gibt es immer zwei Seiten und man sollte niemals urteilen, ehe man beide gehört hat, doch so viel ist klar: Freundinnen sollten aufeinander eingehen, Rücksicht nehmen und versuchen, sich gegenseitig zu Kraft zu geben und zu verstehen. Und das war in dieser Freundschaft offensichtlich nicht der Fall ...

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