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Polizistin rettet Neugeborenes – indem sie es selbst stillt

Polizistin rettet Neugeborenes: Stillende Frau
© Pressmaster / Shutterstock
"Als er schrie, brach die ganze Station in Jubel aus": Ein ausgesetztes Neugeborenes hätte fast den Kampf ins Leben verloren – wäre da nicht eine beherzte Retterin gewesen.

Im Kampf um das Leben anderer gehen Retter oft bis ans Limit des Erwartbaren – und manchmal darüber hinaus. Eine Polizistin im indischen Bangalore hat jetzt besonderen Einsatz in ihrem Job gezeigt. Und eine Geschichte geliefert, die ans Herz rührt.

Der Anruf ging am späten Morgen bei der Polizei ein: Ein kleines Baby, erst wenige Stunden alt, sei ausgesetzt worden. Passanten hatten das winzige Bündel gefunden – eingewickelt in eine Plastiktüte in einem halbfertigen Gebäude. "Es war entsetzlich, ihn so verlassen zu sehen", zitiert "The News Minute" einen der vier Retter, die dem kleinen Jungen zu Hilfe eilten. "Seine Nabelschnur hing um seinen Hals und am ganzen Körper war Blut. Das Krankenhaus hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Baby sauber zu machen."

"Wir hatten Angst um sein Leben"

Die Polizisten brachten das Neugeborene schnell in eine Klinik, wo sich Ärzte um den Winzling kümmerten. Dennoch: Sein Gesamtzustand besserte sich kaum. "Wir hatten Angst um sein Leben", berichtet der Einsatzleiter. "Er machte überhaupt keine Geräusche oder schrie und wir waren ziemlich hilflos."

Und hier kam die rettende weibliche Kollegin ins Spiel. Die Frau, die in dem Bericht "Police Constable Archana" genannt wird, war erst 15 Tage wieder im Dienst – zuvor hatte sie selbst entbunden und war in Mutterschutz gewesen. Behutsam nahm Archana den Kleinen auf den Arm, trug ihn zur Seite und gab ihm die Brust. Sei es die Milch oder die Zuwendung und Wärme einer Mutter gewesen: Nur kurze Zeit später stieß das Baby einen Schrei aus, Röte schoss ihm in Wangen und Ohren.

Ein Schrei – und die ganze Station jubelt

"Als er schrie, brach die ganze Station in Jubel aus", berichtet der leitende Polizist. Alle hätten große Sorge gehabt, dass das Baby es nicht schaffen würde. Doch der beherzte Einsatz der Kollegin habe dem Jungen wieder Leben eingehaucht. "Die Ärzte dankten uns sehr und beschieden uns, mit der schnellen Reaktion das Leben des Kleinen gerettet zu haben."

Das elternlose Neugeborene ist nun in einem Pflegeheim untergebracht. Zuvor gaben die Retter ihm noch einen Namen: "Kumaraswamy", nach dem indischen Regierungschef. Durch den Einsatz sei das Kind schließlich irgendwie ein "Regierungs-Baby", scherzten die Polizisten. Dem Kleinen war das zum Zeitpunkt seiner Rettung mutmaßlich herzlich egal: Nach dem Stillen schlief der Junge friedlich auf Archanas Schoß ein.

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