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Tragödie Putzfrau kam gegen das Beatmungsgerät – Mutter nach Routine-OP hirntot!

Beatmungsfehler
© Stokkete / Shutterstock
Eine Junge Mutter wurde nach einem Beatmungsfehler für hirntot erklärt. Dabei handelte es sich um eine Routine-OP – doch ein Missgeschick brachte die Katastrophe ins Rollen.

Für Katharina aus Arnsberg sollte 2018 ein lebensveränderndes Jahr werden. Die 37-jährige Ärztin brachte im November ein Baby zur Welt. Doch anders als erwartet, war es nicht die Geburt, die ihre Welt und die ihrer Familie auf den Kopf stellte. Sondern ein einfacher Routine-Eingriff, der vier Tage später bei ihr vorgenommen wurde.

Junge Mutter nach Beatmungsfehler hintot

Seit dem Tag der OP im November 2018 ist die junge Mutter nicht wieder aufgewacht. Katharina wurde nach dem Eingriff für hirntot erklärt, sie liegt bis heute im Koma. Der Grund war eine Komplikation bei der Narkose: Die Frau wurde mehrere Minuten lang nicht mit Sauerstoff versorgt – denn das Beatmungsgerät war defekt. Den Fehler bemerkte der behandelnde Arzt zwar, jedoch zu spät. Katharina war zu diesem Zeitpunkt bereits hirntot. 

Knapp zwei Jahre später fand nun der Prozess zu dem Unfall im Karolinen Hospital in Arnsberg statt. Der behandelnde Chefarzt soll laut Bild-Zeitung zu einer Strafe von 20.700 Euro verurteilt worden sein – wegen fahrlässiger Tötung. Im Laufe des Prozess kam die unglückliche Aneinanderkettung von Fehlern im Krankenhaus ans Licht. 

Putzfrau stieß gegen das Beatmungsgerät

Am Abend vor der Operation soll eine Putzfrau mit ihrem Wagen gegen das Beatmungsgerät gestoßen sein. Die daraufhin gelösten Kabel steckte diese zwar wieder fest, auch informierte sie die Oberschwester über den Unfall. Doch diese wiederum vergaß den Vorfall zu melden – und hatte am nächsten Morgen frei. Um 9.15 Uhr am nächsten Tag soll der Chefarzt wiederum die Narkose bei Katharina vorgenommen haben. Das Gerät gab zwar eine Fehlermeldung von sich – doch da der Arzt nichts von dem Unfall wusste, dachte er sich nichts dabei und schob den Alarm auf eine Atemwegserkrankung der Patientin. Als er den wahren Grund für den Fehler bemerkte, nämlich dass die junge Frau auf dem OP-Tisch gar nicht mit Sauerstoff versorgt wurde, war es bereits zu spät. 

"Diese Tragödie wird mich mein Leben lang begleiten”, soll der Chefarzt im Prozess geäußert haben. Der Richter verurteilte ihn trotzdem – denn er trug die Verantwortung und hätte das Gerät kontrollieren müssen, um den Beatmungsfehler zu entdecken. Die weiteren Verfahren wurden eingestellt. Die Oberschwester erhielt eine Geldbuße, die Klinik soll sich außergerichtlich mit der Familie der jungen Mutter geeinigt haben.

verwendete Quelle: Bild, Express


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