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Bonnie Strange "Mütter sind auch Frauen mit Bedürfnissen"

Bonnie Strange
Bonnie Strange ist unbeeindruckt von Rollen-Zuschreibungen jeder Art.
© PR
Bonnie Strange, 35, hat es satt, dass Frauen auf ihre Mutter-Rolle reduziert werden. Sie ist selbst Mama und möchte die Themen Sexualität und Selbstbefriedigung aus der Tabu-Zone holen. Bonnie ist deshalb Testimonial der neuen Womanzier Edition "BadAss Moms" und spricht mit GALA.de über die wahren Bedürfnisse von Müttern.

Bonnie Strange, 35, wurde 2018 Mutter ihrer Tochter Goldie Venus. Dass sie auf diese Rolle reduziert wird, geht ihr gegen den Strich – denn sie ist und bleibt auch eine eigenständige Frau. Im Interview mit GALA.de stellt sie klar, dass es nichts gibt, das Mütter und Frauen beim Thema Sexualität unterscheidet. 

Bonnie Strange: "Ich bin eine bessere Mutter für Goldie, wenn ich glücklich bin"

GALA: Fällt es Ihnen schwer zwischen Badass-Bonnie und Mutter-Rolle zu wechseln?
Bonnie Strange: Nein, überhaupt nicht. Natürlich hat es einige Zeit gedauert, bis sich unser Leben eingependelt und eingespielt hat. Am Anfang bist du 24/7 müde und musst dich auf die neue Situation einstellen. Ich war ja seit der Geburt alleinerziehend. Trotzdem habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass ich für Goldie eine viel bessere Mutter bin, wenn ich auch glücklich bin und die Dinge weiterhin mache, die mich glücklich machen.

Wieso ist es manchen Menschen ein Dorn im Auge, wenn sich Mütter sexuell ausleben?
Es ist ja oft so, dass du als Frau nur noch auf deine Mutterrolle reduzierst wirst. Gehst du arbeiten, bist du eine schlechte Mutter, weil du dein Kind alleine lässt. Gehst du nicht arbeiten, dann bist du faul.

Für viele existieren Mütter nur noch in Relation zu ihrem Kind oder Kindern und nicht mehr als eigenständige Frau.

Das Thema Sexualität passt da - vermeintlich - überhaupt nicht rein und löst ganz viel Widerstand in den Köpfen vieler aus. Mütter sind auch Frauen, mit ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Es ist wichtig, dass wir das nicht vergessen. Zudem sollten wir uns nicht einreden lassen, dass wir als Frauen nicht alles haben können und dürfen. Wir verdienen alles!

Wann fühlen Sie sich im Alltag "badass"?
Meistens wenn ich Fotos oder Videos produziere. Ich liebe es, sexy Fotos oder Videos zu shooten. Das Video zur Kampagne hat unglaublichen Spaß gemacht und ich kann mich dabei kreativ ausleben und meinen Körper so in Szene setzen, wie ich es schön und ästhetisch finde.

Wieso wird über das Thema "Selbstbefriedigung" so wenig gesprochen? Wieso sollte man darüber sprechen?
Selbstbefriedigung ist einfach noch mit sehr viel Scham behaftet. Also konkret: Es ist vielen peinlich, darüber zu reden. Dazu kursieren sehr viele Mythen rund um Masturbation, gleichzeitig wird zu wenig darüber aufgeklärt in Schulen oder von den Eltern. Das alles trägt dazu bei, das das Thema verheimlicht wird. Dabei ist es etwas ganz normales – wie schlafen, trinken, essen.

Sexualität ist ein Grundbedürfnis und wir verschweigen es einfach. Deswegen ist es so wichtig, dass wir darüber reden.

Womanizer leistet seit Jahren Aufklärungsarbeit und will einen offenen und schambefreiten Austausch schaffen. Das finde ich persönlich auch so wichtig und habe mich deswegen umso mehr gefreut, als sie mich angesprochen haben für eine Zusammenarbeit.

Bonnie fühlt sich wohl mit mehr Kilos

Sie sagen, dass sie vor der Geburt manchmal Probleme mit Ihrem Körper hatten. Wieso hat sich das jetzt verändert?
Ich habe sehr früh als Model gearbeitet, da hast du immer Druck, was deinen Körper und deine Figur angeht. Als ich schwanger geworden bin, kamen die Kilos automatisch und ich habe gemerkt, dass ich mich gar nicht unwohl gefühlt habe. Seitdem habe ich ein total gesundes Verhältnis zu meinem Körper und bin sehr stolz auf ihn und fühle mich rundum wohl.

Muss man seinen Körper erst kennen, um ihn lieben zu können? Ich glaube, dass muss jede oder jeder für sich selbst beantworten. Gerade als Frauen werden wir gegen unzählige, unrealistische (Schönheits-)Ideale gemessen. Da ist es schon "radikal" zu sagen "Nein, ich akzeptiere meinen Körper so, wie er ist. Und das ist gut so". 

Verwendete Quelle: eigenes Interview

Dieser Artikel ist ursprünglich auf GALA.de erschienen.


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