Rache am gemeinsamen Ex: Frauen setzen Mann nackt im Wald aus

Ein Mann hat es sich mit Ex-Frau und Ex-Freundin kräftig verscherzt: Die beiden taten sich zusammen und setzten den Verflossenen im Brandenburger Wald aus - nackt. 

Er sollte bis 100 zählen, splitternackt und bei 6 Grad Außentemperatur: Zwei Frauen aus Brandenburg haben zusammen Rache an ihrem gemeinsamen Ex genommen. Dafür müssen sich die Komplizinnen jetzt vor dem Landgericht in Frankfurt (Oder) verantworten. 

Angeklagt sind die getrennt lebende 39-jährige Ehefrau und eine zwei Jahre jüngere Ex-Freundin des Opfers. Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die beiden zusammengeschlossen haben, um dem gemeinsamen Ex einen "Denkzettel" zu verpassen, wie die MOZ berichtet. "Gemeinschaftliche Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung" lautet der Vorwurf.

Vom Schlägertrupp verprügelt: Hirn-Trauma

So sollen die Frauen einen Schlägertrupp angeheuert haben, der dem 45-Jährigen schwer zusetzte. Die Gruppe lauerte dem Opfer auf, zerrten es in einen Kühltransporter. Dort fesselten die Täter den Mann mit Kabelbindern, verschlossen Augen und Mund mit Klebeband. Die Peiniger nahmen dem Mann Handy und Brieftasche ab, schlugen und traten ihn, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Dann setzte die Gruppe den 45-Jährigen im Wald aus, befahl ihm, bis 100 zu zählen – und zwar bloß nicht zu schnell, sonst "knallen wir dich ab". Draußen waren zu dem Zeitpunkt um die 6 Grad. Ein Autofahrer las den Mann schließlich auf, brachte ihn ins Krankenhaus, wo ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt wurde. Später kam der Mann mit Angstzuständen in die Psychiatrie.

Mann soll jahrelang gewalttätig gewesen sein

Die Aktion sei nicht geplant gewesen, gab die Ex-Frau des Opfers am ersten Verhandlungstag zu Protokoll. Die 39-Jährige begründet die Tat mit dem Terror, den sie unter ihrem Ex-Mann habe erleiden müssen. Unter Tränen sprach sie vor Gericht von jahrelangen Gewaltausbrüchen, Alkoholmissbrauch und Telefonterror. Ihr Ex habe ihr aufgelauert, sie überwacht. "Er wusste immer, wo ich war", zitiert die MOZ die Frau. Etliche Strafanzeigen seien wirkungslos geblieben.

Unbekannter soll Hilfe angeboten haben

Die Männer, die ihren Ex verprügelten, will die Frau zuvor nicht gekannt haben: Vielmehr habe ein Fremder sie am Tattag angesprochen, als sie weinend in ihrem Auto auf einem Parkplatz saß. Sie erzählte dem unbekannten Helfer von ihrer Lage. Daraufhin bot er ihr an, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen.

Ursprünglich haben sie und die 37 Jahre alte andere Ex-Freundin ihren Gatten nur zur Rede stellen wollen – dann sei alles aus dem Ruder gelaufen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

kia
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