Cellulite? "Eine Erfindung der Industrie!"

Cellulite ist eine Lüge – es gibt sie gar nicht! Davon ist die Autorin Megan Jayne Crabbe überzeugt. Sie weiß: Cellulite ist eine Erfindung der Industrie, um mit weiblichem Selbstzweifel Geld zu machen...

Die Influencerin und Autorin Megan Jayne Crabbe (Body Positivity – Liebe deinen Körper, Knaur Verlag) ist sich sicher: Cellulite ist eine Erfindung der Industrie, um Frauen zu verunsichern und mit dieser Verunsicherung Geld zu machen.

In einem Podcast mit dem britischen Moderator Russel Brand (Video-Ausschnitt auf Englisch siehe unten) erzählt Megan die Entstehungsgeschichte von dem Feind Cellulite. Sie ist etwas völlig Natürliches – und wird erst seit den 1970er Jahren gehasst.

Erfinderin des Cellulite-Problems wurde reich

"Fast jede Frau hat Cellulite. Vor 1972 wurde Cellulite nicht als Fehler angesehen. Es war schlicht eine Art des Fleisches, es galt als normal", erklärt Megan. "Erst im Jahr 1972 hat eine Frau namens Nicole Ronsard eine Idee gehabt. Sie besaß einen Beauty Salon in New York und wollte ihre Produkte verkaufen, die versprachen, Cellulite zu bekämpfen. Sie schrieb ein Buch darüber, wie man Cellulite loswerden kann und schaffte es damit sogar in die amerikanische Vogue. Darin behauptete sie, dass Cellulite eine Frau entstellt", beschreibt Megan.

1973 behauptete Nicole Ronsard in der New York Times – der meistgelesenen Tageszeitung der USA – Cellulite sei Fett, das falsch angesetzt wird. "Das verfestigte sich in den Köpfen aller amerikanischen Frauen", erklärt Megan. "Dass ihre Dellen an Beinen, Armen, am Po abscheuliche, entstellende Fehler darstellen! Und Nicole Ronsard? Sie wurde dadurch zur Millionärin!"

Für Megan steht fest: Die Selbstzweifel, der Selbsthass der Frauen ist künstlich geschürt von Menschen, die damit Geld verdienen wollen. Es werden lukrative Gewinne damit erzielt, Frauen weiszumachen, ihr Körper sei nicht normal und ihnen so teure Produkte zu verkaufen, die diese angeblichen Mankos zu liquidieren versuchen – wie etwa Nicole Ronsard.

Sie schrieb ein Buch nach dem anderen über Cellulite und wie man sie los wird. Und diese Bücher avancierten weltweit zu Bestsellern und machten Ronsard reich. Hinzu kam, dass Ronsard in ihrem Beauty Salon Anti-Cellulite-Behandlungen anbot – 20 Sitzungen für 275 Dollar (rund 240 Euro).

Was ist dran an Megans Theorie? Tatsächlich hat Nicole Ronsard den Schrecken rund um Cellulite nach Amerika gebracht. Allerdings hat die gebürtige Franzosin die Cellulite-Idee aus Europa in die USA importiert. Tatsächlich gab es hier schon in den 1920er Jahren die Mär von den Dellen.

1978 bestätigte eine US-Studie, dass Cellulite ein normales, typisches Körpermerkmal weiblicher Körper ist. Doch es war zu spät. Millionen Frauen weltweit haben sich dem Kampf gegen Cellulite verschrieben. Nichts konnte sie mehr davon abbringen, sie beschwichtigen.

Heute kennt kaum einer mehr den Namen Nicole Ronsard. Aber das Problem Cellulite ist Frauen nach wie vor präsent. Cellulite ist eines der Dinge, die Frauen am meisten an sich hassen, die sie zu bekämpfen, zu kaschieren versuchen, für die sie sich schämen.

Ein hinterhältiger Trick der Industrie

Megan Jayne Crabbe beschreibt die Intention der Industrie dahinter: Hersteller haben eine Lösung für ein Problem gefunden, das es nie gab. Also machten sie aus etwas Natürlichem ein Problem: den Frauenkörper. "Das ist einfach genial", sagt Megan über diesen hinterhältigen Trick der Industrie. Denn haben Frauen die Selbstzweifel erst einmal eingeimpft bekommen, kaufen sie die vermeidlichen Lösungen für die vermeidlichen Probleme immer und immer wieder.

So wurde der weibliche Körper, den es immer geben wird, zum Problem deklariert. Denn gerade zu jener Zeit begannen Frauen sich zu emanzipieren, ihr eigenes Geld zu verdienen. An dieses Geld wollten die Produkthersteller ran.

Megan hält von dem künstlich geschürten Selbsthass nichts. Sie ruft Frauen weltweit dazu auf, sich selbst und seinen Körper so zu lieben und zu akzeptieren, wie er ist. Selbstbewusst zeigt sie sich auf ihrem Instagram-Account bodyposipanda leicht bekleidet, in Badeanzügen, Bikinis und sogar nackt – Cellulite hin oder her!

Inzwischen folgen ihr 1,1 Millionen Abonennten. Mit ihrem Buch über Body Positivity will Megan vor allem eins erreichen: Eine Gegenbewegung zu Nicole Ronsards Vermächtnis. Megan hofft, dass Selbstbewusstsein an die Stelle des Selbstzweifels tritt – in den Köpfen aller Frauen weltweit. Wir drücken Megan die Daumen, dass es klappt!

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