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Corona aktuell Was passiert, wenn ich mich zwischen zwei Impfungen infiziere?

Infiziert zwischen zwei Impfdosen: Frau beim Impfen
© Tikhonova Yana / Shutterstock
Die Impfung gegen das Coronavirus erfolgt in zwei Dosen mit zeitlichem Abstand. Zwischen diesen Dosen kann man sich aber tatsächlich noch mit dem Virus infizieren. Doch warum ist das so?

Nicht nur Deutschland setzt im Kampf gegen das Coronavirus nach wie vor auf eine Kombination aus Lockdown und Impfungen. Die Impfmittel werden in zwei Dosen im Abstand von etwa je zwei Wochen verimpft, bevor die tatsächliche Wirksamkeit des jeweiligen Impfstoffes erreicht ist. Allerdings bedeutet das auch, dass man nach der ersten Impfdosis immer noch eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit hat, sich mit den Coronaviren anzustecken. "Besonders bei den Impfmitteln, die zwei Dosen voraussetzen – wie bei Pfizer oder Moderna – ist es wichtig, immer noch Vorkehrungen zu treffen, weil man eben noch nicht vollständig geimpft ist und man sich zwischen den Dosen infizieren kann", sagte Amesh Adalja vom Johns Hopkins Center for Health Security gegenüber Refinery29.

Effektivität erst nach zwei Dosen erreicht

Der Grund dafür liegt in der Effektivität der jeweils einzelnen Dosen der Impfmittel. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist laut Studienangaben beispielsweise nach der ersten Impfung nur zu 52 Prozent effektiv. Bei Moderna liegt die Wirksamkeit der Erstimpfung zwar bereits bei 80 Prozent, aber die Wirksamkeit beider im Mittel steigt mit der zweiten Impfdosis auf über 90 Prozent. Das Immunsystem braucht laut den Centers for Disease Control and Prevention etwa zwei Wochen, um auf die Coronaviren zu reagieren. Deshalb ist die zweite Impfung so wichtig.

Zusätzlich scheint es eine Rolle zu spielen, wann genau man sich nach der ersten Impfung infiziert: Direkt nach der Erstimpfung hatte das Immunsystem noch keine Zeit, sich mit dem Virus auseinanderzusetzen. Wer sich zu diesem Zeitpunkt infiziert, kann daher einen genauso schweren Covid-19-Verlauf entwickeln wie jemand, der noch gar keine Impfung hat. Kommt es etwa zwei Wochen nach der Erstimpfung zur Infektion, geht Adalja von einem milderen Krankheitsverlauf aus. "Ist die Erstimpfung zwei Wochen her, vermute ich, dass die durch das Impfmittel erreichte Immunität sich darauf auswirken könnte, wie schwer die Infektion wird. In der Zeit davor denke ich, dass es noch keine impfschutzbedingte Immunität gibt."

Was tun, wenn ich infiziert bin?

Wird man tatsächlich zwischen den zwei Impfdosen krank, gelten im Grunde die gleichen Regeln wie bei einer Infektion ohne Impfung: Man sollte sich zu Hause isolieren und Kontakt zu anderen vermeiden. Die zweite Impfdosis sollte man sich laut Adalja trotzdem holen. "Allerdings nur dann, wenn man nicht mehr ansteckend ist. Es sollten also etwa zehn Tage vergangen sein, seit man Symptome entwickelt hat oder positiv getestet wurde." Diese Zeitspanne kann allerdings variieren – manche Menschen erholen sich weniger schnell, leiden länger an Symptomen und sollten dann die zweite Impfung lieber noch hinauszögern. Es können auch bis zu 20 Tage sinnvoll sein. Am besten spricht man dazu mit seinem Arzt.

Quellen: Refinery29.com, Studie


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