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Corona aktuell Neues Grippemedikament: Der Durchbruch im Kampf gegen Corona?

Corona aktuell: Medizin
© siam.pukkato / Shutterstock
Ein neu entwickeltes Grippemedikament scheint die Übertragungsfähigkeit von Coronaviren hemmen zu können. Forscher sprechen von einem "Durchbruch".

Eigentlich wollten sie ein neues Medikament gegen die Gruppe entwickeln – doch der Wissenschaftler Richard Plemper und seine Kollegen von der Georgia State University änderten ihren Plan aufgrund der Corona Pandemie kurzfristig. Mit Erfolg: Das von ihnen entwickelte neue Medikament mit dem Namen "Molnupiravir" scheint einer ersten Untersuchung zufolge die Verbreitung der Coronaviren eindämmen zu können. Die entsprechende Studie dazu erschien im Fachmagazin Nature Microbiology.

Studie mit Frettchen

Die Forscher simulierten die Ausbreitung der Coronaviren zwischen Menschen mithilfe von Frettchen. Laut den Wissenschaftlern ähnelt die Virusverbreitung unter den Tieren der von jungen Erwachsenen. Dr. Robert Cox, der ebenfalls zum Team gehört, erklärte dazu: "Wir glauben, dass Frettchen relevantes Übertragungsmodell sind, weil sie SARS-CoV-2 leicht verbreiten, aber meistens keine schwere Krankheit entwickeln."

Für die Untersuchung erhielten einige infizierte Frettchen den neu entwickelten Wirkstoff und wurden dann mit nicht infizierten Tieren in einen Käfig gesperrt. Das Ergebnis: Nicht ein einziges der gesunden Frettchen infizierte sich mit SARS-COV-2. Bei einer zum Vergleich eingesetzten Placebogruppe steckten sich dagegen alle gesunden Tiere mit der Krankheit an. Die Forscher schlossen daraus, dass die Einnahme von "Molnupiravir" die Übertragungsfähigkeit der Coronaviren binnen 24 Stunden vollständig blockieren könnte. Damit sei der Wirkstoff das erste "oral verfügbare Medikament, welches die Übertragung von SARS-COV-2 schnell blockiert", so Plember.

Lässt sich die Pandemie bald eindämmen?

In ihrem Bericht zur Studie spricht die Universität deshalb von einem "Durchbruch". Der neue Wirkstoff sei ein "starker Kandidat" zur Eindämmung des Virus und habe die Chance, "das Spiel zu verändern." Insgesamt werden dem Medikament laut der Untersuchung drei wesentliche Vorteile zugeschrieben:

  • Das Fortschreiten eines schweren Krankheitsverlaufs könnte gehemmt werden.
  • Die Infektionsketten könnten sich bei lokalen Ausbrüchen leichter unterbrechen lassen.
  • Die Infektionsphasen sowie die Quarantänezeit könnten verkürzt werden.

Sofern das Medikament tatsächlich bei Menschen so gut wirkt wie bei den Frettchen, könnten betroffene Patienten schon innerhalb von 24 bis 48 Stunden nicht mehr ansteckend sein. Allerdings liegen bisher keine Daten zu möglichen Nebenwirkungen des Mittels vor. Auch über die Wirkungsdauer und die Behandlungslänge gibt es bisher keine konkreten Informationen. Einige Kritiker behaupten außerdem, das Medikament könne das Erbgut verändern – das Forscherteam weist diese Kritik zurück.

Klinische Studie bereits in Arbeit

Um die offenen Fragen zu klären, führt der Pharmakonzern Merck bereits jetzt eine klinische Studie mit rund 1100 Probanden durch, die das Medikament testen sollen. Voraussichtlich liegen im nächsten Jahr die Ergebnisse dazu vor. Sind diese positiv, könnte mithilfe von "Molnupiravir" ein effektives Mittel gefunden worden sein, um die immer noch hohen Infektionszahlen bald schneller zu senken.


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