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Corona aktuell Bei diesem Impfstoff gibt es die meisten Impfdurchbrüche

Corona: Impfung einer Frau
© BaLL LunLa / Shutterstock
Auch wer vollständig geimpft ist, kann sich mit Corona infizieren. Aber wie viele Impfstoffdurchbrüche gibt es tatsächlich – und mit welchem Vakzin am häufigsten?

Mittlerweile sind in Deutschland etwas mehr als 55 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nachlässig werden und etwa die Hygienevorschriften missachten sollte man deshalb aber trotzdem nicht, denn es gibt keinen 100-prozentigen Impfschutz. Das bedeutet, es kann zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen, bei denen sich auch vollständig geimpfte Personen anstecken.

Warum kommt es zu Impfdurchbrüchen?

Die bisher zugelassenen Impfmittel gegen das Coronavirus sind sehr wirksam – aber eben nicht zu 100 Prozent. Virolog:innen haben deshalb von Anfang an damit gerechnet, dass es zu Infektionen trotz vollständiger Impfung kommen kann. Das bestätigte auch die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, Sandra Ciesek, im Podcast "Coronavirus Update". Demnach gebe es in der Geschichte der Medizin fast nie einen 100-prozentigen Schutz vor einer Krankheit durch eine Impfung.

Es müsse laut Ciesek damit gerechnet werden, dass die Zahl der Impfdurchbrüche noch weiter steigt. Grund dafür seien die sehr ansteckende Delta-Variante, die generell steigenden Infektionszahlen sowie der Fakt, dass die Immunabwehr gegen das Virus bei älteren Menschen in den Monaten nach der Impfung wieder abnimmt.

Wie viele Impfdurchbrüche gibt es bisher?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert einen Impfdurchbruch "als SARS-CoV-2-Infektion mit klinischer Symptomatik, die bei einer vollständig geimpften Personen mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde." Laut dem letzten Wochenbericht mit dem Stand vom 8. November gab es laut RKI insgesamt 145.185 Impfdurchbrüche. Vorrangig betroffen waren Menschen zwischen 18 und 59 mit insgesamt 107.890 Fällen, bei den über 60-Jährigen waren es 33.310 Fälle. Das klingt im ersten Moment nach einer sehr hohen Zahl – man muss sie allerdings in Relation mit der inzwischen ebenfalls recht hohen Impfquote setzen. Tatsächlich infizieren sich deutlich mehr ungeimpfte Personen als geimpfte.

Bei welchem Impfstoff kommt es gehäuft zu Impfdurchbrüchen?

Die meisten Impfdurchbrüche gibt es mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer – insgesamt berichtet das RKI hier seit Anfang Februar von 96.970 Infektionen trotz vollständiger Impfung. Bei den anderen Vakzinen verteilen sich die Impfdurchbrüche folgendermaßen:

  • Johnson & Johnson: 18.585 Fälle
  • AstraZeneca: 11.494 Fälle
  • Moderna: 7.096 Fälle

Auch bei den Kreuzimpfungen sind Impfdurchbrüche vorgekommen: Wurden AstraZeneca und BioNTech verimpft, kam es zu insgesamt 6.995 Impfdurchbrüchen, wurde die zweite Impfung mit dem Mittel von Moderna vorgenommen, lag die Zahl bei 1.241.

Wie aussagekräftig sind diese Zahlen?

Man kann aus diesen Impfdurchbrüchen allerdings nicht ableiten, dass das Vakzin von BioNTech/Pfizer generell unsicher sei. Denn auch hier muss man die Zahl der Impfdurchbrüche in Relation mit der Zahl der insgesamt geimpften Menschen setzen. Der Grund für die vielen Impfdurchbrüche bei dem Vakzin von BioNTech/Pfizer ist vor allem, dass mit Abstand am meisten Menschen damit geimpft wurden – dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Impfdurchbruch automatisch. Vergleicht man die Impfdurchbrüche des BioNTech/Pfizer-Mittels mit denen der anderen Impfstoffe, kommt es laut dem RKI bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson zu den meisten Impfdurchbrüchen.

Dennoch bietet die Impfung nach wie vor den besten Schutz vor einer schweren Covid-19-Infektion: Dadurch kann das Immunsystem reagieren und Antikörper bilden, die die Viren bei einer möglichen Infektion in Schach halten. Kommt es trotz Impfung zur Erkrankung, verläuft sie in den allermeisten Fällen mild – in mehr als 86 Prozent aller Fälle ist eine Einweisung ins Krankenhaus dann unnötig. In den Meldewochen 5 bis 43 mussten laut RKI lediglich 3,5 Prozent der 18- bis 59-Jährigen wegen eines Impfdurchbruchs intensivmedizinisch behandelt werden, von den über 60-Jährigen 10,3 Prozent. Bei den unter 18-Jährigen musste bisher kein Fall intensivmedizinisch betreut werden.

Quellen: RKI, zdf.de, morgenpost.de

Brigitte

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