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Corona aktuell Junge lässt sich freiwillig infizieren – für die Wissenschaft

Corona aktuell: Frau mit Covid-Medikament
© Sam Wordley / Shutterstock
Die meisten Menschen versuchen alles, um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren. Der 18-jährige Alastair Fraser-Urquhart lässt sich freiwillig anstecken – denn er will der Wissenschaft dienen.

Die Corona-Krise hält die Welt nun bereits über ein Jahr auf Trab – im Griff haben wir sie trotzdem noch nicht. Zahlreiche Maßnahmen sind in unseren Alltag eingezogen, um uns und andere vor einer Corona-Infektion zu schützen. Währenddessen lässt sich nun ein 18-jähriger Junge in London freiwillig infizieren. Was auf den ersten Blick abstrus klingt, ist für ihn ein Akt der Aufopferung für das Gemeinwohl.

Alastair Fraser-Urquhart ist einer von 90 Teilnehmer*innen einer britischen Studie des Forschungsunternehmens hVivo. Sie findet am Imperial College London statt und soll Aufklärung rund um die Infektion mit dem Coronavirus bringen. Die Proband*innen sind zwischen 18 und 30 Jahren alt – und lassen sich allesamt freiwillig mit dem Coronavirus infizieren.

Corona-Studie soll Aufklärung bringen

"Meine Eltern sind nicht übermäßig begeistert“, berichtet Alastair Fraser-Urquhart der BILD-Zeitung. Das ist kaum verwunderlich. Zwar sollen die Proband*innen der Studie allesamt auf Vorerkrankungen und Risiken untersucht worden sein – ein Restrisiko bleibt aber trotzdem. Was treibt den Jungen also an, sich diesem Risiko freiwillig auszusetzen?

5.000 Euro bekommen die Proband*innen für die Teilnahme. Doch das Geld soll für Alastair keine Rolle spielen. Vielmehr zeigt der 18-Jährige sich völlig selbstlos: "Wir brauchen die Informationen, die wir so bekommen, um mit der Pandemie fertig zu werden“, zitiert die BILD ihn.

Absichtliche Injektion von Coronaviruspartikeln

In der Studie soll den Teilnehmer*innen zunächst eine sich steigernde Menge an Viruspartikeln injiziert werden, um herauszufinden, bei wie viel Virusmenge die Erkrankung ausgelöst wird und wann es zu Symptomen kommt. Daraufhin soll der Verlauf genau untersucht werden.

Schließlich sollen auch Medikamente und Impfungen an den Proband*innen getestet werden. Um keine anderen Menschen zu gefährden, müssen die Infizierten zudem im Rahmen der Studie 16 Tage in Isolation bleiben.


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