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Corona aktuell Abwasser zeigt steigende Delta-Ausbrüche an

Corona aktuell: Delta-Probe
© Jarun Ontakrai / Shutterstock
Nicht nur Testzahlen, auch Abwasser-Daten können Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus geben.  Eine Untersuchung aus Wiesbaden zeigt nun steigende Infektionen mit der Delta-Variante.

Die Corona-Zahlen sinken in Deutschland, die Inzidenz befindet sich am heutigen Freitag bei 5,0. Doch parallel steigt der Anteil der Delta-Variante unter den gemeldeten Infizierten. Laut Robert-Koch-Institut soll mittlerweile jede zweite Infektion auf die Mutation zurückgehen. Das Problem: Die Delta-Variante des Coronavirus gilt noch einmal als deutlich ansteckender als deren Ursprung. Selbst in Ländern mit hoher Impfquote, wie England und Portugal, breitete sich die Virus-Variation bislang stark aus. Lissabon wurde kurzzeitig abgeriegelt. Auch in Deutschland wird vor einer vierten Welle gewarnt.

Delta-Variante in Abwasser erkennbar

Um einen solchen Verlauf zu vermeiden, gilt zum einen, die Impfungen voranzutreiben. So sollen nach aktuellen Informationen alle Impfungen zumindest in Teilen vor einer schweren Infektion mit der Delta-Variante schützen. Zum anderen ist es wichtig, Corona-Ausbrüche frühzeitig zu erkennen, um Infektionsketten zu unterbrechen und damit die Verbreitung der Delta-Mutation zu unterdrücken. 

Bei letzterem könnten nun neben regelmäßigen Corona-Tests auch die Abwasser-Daten helfen. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, sollen Forscher:innen der TU Darmstadt bereits seit April wöchentlich Abwasser-Proben an mehreren Standorten in Wiesbaden entnommen haben. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen nun: Schon seit Mitte Mai steigt der Anteil der Delta-Variante. 

Wichtiger Teil der Corona-Bekämpfung

Zudem konnten über das Abwasser zwei konkrete Corona-Ausbrüche in Wiesbaden lokalisiert werden, die auf die Delta-Variante zurückzuführen waren. Werden zusätzlich zu Proben aus den Klärwerken auch solche aus Kanälen genommen, soll damit sogar eine Lokalisierung auf bestimmte Stadtteile oder sogar Häuserblöcke möglich sein.

Zwar können die Abwasser-Proben keine genaue Anzahl an Infektionen feststellen. Allerdings können sie durch die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt zukünftig einen wichtigen Teil zur Früherkennung von Corona-Ausbrüchen beitragen, der unabhängig von Testkapazitäten und asymptomatischen Verläufen ist.

verwendete Quellen: Robert-Koch-Institut, Frankfurter Rundschau, TU Darmstadt

Brigitte

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