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Corona aktuell Warum ist Gemüse derzeit so teuer?

Corona-Folge: Frau im Supermarkt
© PR Image Factory / Shutterstock
Für Gemüse müssen Deutsche gerade tief in die Tasche greifen. Auch ein Nebeneffekt der Corona-Krise? Tatsächlich schon, aber nicht der einzige Grund für die hohen Preise. 

Sehen wir richtig oder hat die Maske schon wieder unsere Brillengläser beschlagen? 7,12 Euro für ein Kilogramm Paprika, 1,25 Euro für einen Bund Frühlingszwiebeln? Ja, wer Einkaufen geht, dürfte von den hohen Gemüse- und Obstpreisen zurzeit überrascht worden sein. Doch wie kommt es dazu?

Corona-Krise verursacht höhere Erntekosten

Auch bei diesem Thema hat das Coronavirus seine Finger im Spiel. Die meisten Obst- und Gemüsesorten werden per Hand gepflückt, weshalb Deutschland und andere südeuropäischen Länder Saisonkräfte aus dem Ausland einsetzen. Ein Problem stellt dabei die Unterbringung der Arbeiter*innen dar. Denn auch hier müssen Hygieneauflagen und Abstandsregeln eingehalten werden – ebenso bei der Ernte selbst. Die Folge: Es kommt zu längeren Erntezeiten und geringerer Produktivität. 

Kälte und Frost statt Wärme und Sonne 

Doch das Coronavirus trägt nicht die alleinige Schuld. Wer sich an die Schneebilder vom Anfang des Jahres aus Madrid erinnert, kann es vielleicht schon erahnen. Das kalte und schlechte Wetter in Spanien und Nordafrika ist mitverantwortlich für die hohen Preise in den Gemüse- und Obstabteilungen. Das bestätigte auch Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (Ami) gegenüber t-online.de. "Wir befinden uns aktuell im Übergang von der spanischen zur mitteleuropäischen Ernte. In den deutschen und niederländischen Gewächshäusern ist die Paprika erst jetzt allmählich erntereif", so der Experte. Solange müssen wir noch auf die geringere Ernte, die bei den unterdurchschnittlichen Temperaturen im Januar und Februar heranwuchs, zurückgreifen. Und je knapper das Angebot, desto höher die Nachfrage – und damit die Preise.

Wann wird das Gemüse wieder billiger?

Leider werden die Preise in den nächsten paar Wochen nicht sofort sinken. Die gute Nachricht ist aber, dass schnellwachsendes Gemüse zuerst billiger wird. Denn je schneller es wächst, desto mehr Angebot gibt es wieder – und die Preise fallen. Das bedeutet: Paprika bleiben noch eine Weile teuerer, aber zum Beispiel Gurken, die schneller wachsen, werden bald schon wieder schonender für den Geldbeutel sein.  

Verwendete Quellen: T-online.de, Merkur.de


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