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Corona aktuell Kommt schon im Herbst eine Pille gegen das Virus?

Corona aktuell: Tabletten
© nito / Shutterstock
UK-Premierminister Boris Johnson kündigte an, dass es vielleicht schon im kommenden Herbst eine Pille gegen das Coronavirus geben könnte. Voraussetzung seien schnelle Fortschritte in der Forschung, die Johnson unterstützen will.

Wenn es nach dem UK-Premierminister Boris Johnson geht, könnten wir abgesehen von den Impfungen schon bald einen weiteren großen Schritt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie machen. Auf einer Pressekonferenz in London kündigte Johnson an, dass es vielleicht schon im Herbst dieses Jahres eine Tablette geben könnte, die das Coronavirus direkt zu Beginn der Erkrankung aufhalten kann. Eine entsprechende Forschung in diese Richtung will er unterstützen.

Klinische Studien sollen von der Londoner Regierung gefördert werden

"Das heißt, zum Beispiel, wenn Sie einen positiven Test erhalten, könnte es dann eine Tablette geben, die Sie zu Hause nehmen können, um das Virus aufzuhalten und das Risiko drastisch zu reduzieren, dass aus der Infektion eine ernsthafte Erkrankung wird", so der Premierminister. Und weiter: "Oder wenn Sie mit jemandem zusammen leben, der positiv auf Corona getestet wurde, könnte es eine Pille geben, die man ein paar Tage lang nehmen kann, um sich nicht anzustecken."

Da sich Wissenschaftler*innen einig darüber seien, dass im Vereinigten Königreich eine weitere Corona-Welle nicht zu verhindern sei, will Johnson in die Medikamentenforschung investieren. "Wir rufen eine neue Task-Force für antivirale Medizin ins Leben, um nach den erfolgversprechendsten neuen Medikamenten zu suchen und deren Entwicklung durch klinische Studien zu fördern." Damit möchte man erreichen, "Medikamente sicher und schnell verfügbar zu machen."

Aber wie realistisch ist die zeitliche Einschätzung des Premierministers? Bisher gibt es keine bemerkenswerten Durchbrüche in der Medikamentenforschung gegen Covid-19. Und generell haben Viren wenige angreifbare Schwächen, weil sie anders als Bakterien beispielsweise keinen eigenen Stoffwechsel haben, den man mit einem Medikament attackieren könnte. "Die sind so einfach gebaut, dass man kaum Angriffsfläche hat, etwas gegen sie zu unternehmen", erklärte der Mediziner Dr. Christoph Specht gegenüber RTL.de. Deshalb habe es beispielsweise über zehn Jahre gedauert, ein Medikament zu entwickeln, dass gegen die Viren hilft, die Hepatitis C auslösen.

Impfungen nehmen Fahrt auf

Immerhin: Beim Thema Impfungen geht es in Deutschland endlich voran. Wie das Robert-Koch-Institut meldet, wurden vorgestern 1,1 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft, gestern waren es fast wieder eine Million. Auch die Zahl der Neuinfektionen geht gerade leicht zurück. Eine deutliche Trendwende ist laut Expert*innen aber noch nicht in Sicht.

Verwendete Quellen: Robert-Koch-Institut, rtl.de

Brigitte

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