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Corona aktuell: Laut Studie sterben Patienten häufig an Blutgerinnseln

Corona aktuell Bluttest
© angellodeco / Shutterstock
Hamburger Rechtsmediziner haben rund 170 Personen obduziert, die am Coronavirus verstorben sind. Laut ihrer Untersuchung sterben die Patienten vergleichsweise häufig an Thrombosen und Lungenembolien.

In Hamburg wurden bisher mehr am Coronavirus verstorbene Patienten obduziert, als in jedem anderen Bundesland: Rund 170 Tote wurden vom Rechtsmediziner Klaus Püschel und seinen Kollegen am Hamburger Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in den letzten Wochen untersucht. Dabei stellten die Experten fest, dass die Verstorbenen gehäuft unter Thrombosen und tödlichen Lungenembolien gelitten hatten.

Löst das Coronavirus Thrombosen aus?

Püschel, der auch Direktor des Instituts ist, obduzierte mit seinen Kollegen zwölf Verstorbene in einem Alter von 52 bis 87 genauer. Bei sieben dieser Patienten ließen sich Thrombosen oder Lungenembolien nachweisen, bei vier von ihnen war die Lungenembolie sogar die Todesursache. Vor ihrem Tod gab es nicht einmal einen Verdacht auf diese Krankheiten. Abgesehen von diesen zwölf näher obduzierten Patienten fand Püschel aber auch bei einigen der anderen untersuchten Toten Hinweise auf Lungenembolien.

Aber wie kamen die Experten überhaupt darauf, explizit nach diesen Krankheitsbildern bei den am Coronavirus verstorbenen Patienten zu suchen? "Wir haben schon im klinischen Alltag gesehen, dass Covid-19 in ungewöhnlich vielen Krankheitsfällen zu Thrombosen sowie Lungenembolien bei den Patientinnen und Patienten geführt hat", sagte Püschels Kollege Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin des UKE, dazu gegenüber der Tagesschau. Mit den Obduktionen ließ sich ein Zusammenhang nun bestätigen.

Könnten Blutverdünner das Coronavirus besiegen?

Diese Erkenntnisse könnten künftig bei der Behandlung des Coronavirus helfen – denn es lässt sich ableiten, dass blutverdünnende Medikamente im Kampf mit dem Virus wirksam sein könnten. Außerdem achten Mediziner nun verstärkt auf eine mögliche Blutgerinnung bei ihren Patienten, sodass der Bildung einer Thrombose oder Embolie vorgebeugt werden kann.

Veröffentlicht wurde die Studie im angesehenen Fachblatt Annals of Interrnal Medicine. Zuvor wurde sie von vier unabhängigen Gutachtern geprüft.


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