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Corona aktuell Polizei stoppt illegalen Karnevalsumzug

Polizei stoppt illegalen Karnevalsumzug: Karnevalsumzug
© Bilderstoeckchen / Shutterstock
Am vergangenen Sonntag musste die Polizei im Süden Thüringens einen illegalen Karnevals-Umzug stoppen, an dem rund 90 Menschen teilnahmen. Laut Polizeisprecher hatten sie sich über die sozialen Netzwerke verabredet. 

Jüchsen ist ein kleines Dorf im Kreis Schmalkalden-Meiningen, das im Süden von Thüringen liegt. Einem Polizeisprecher zufolge weist der Landkreis, zu dem das Örtchen gehört, mit 471 Infektionen pro 100.000 Einwohner aktuell den höchsten Wochenwert an Corona-Infektionen auf – und das im gesamten Bundesland, so der "Mitteldeutsche Rundfunk". Damit ist Jüchsen ein Corona-Hotspot. Das hinderte etwa 90 Feierlustige aber nicht daran, am Sonntag zu einem illegalen Lichtmess-Umzug zusammenzukommen.  

Polizei mit Großeinsatz in Jüchsen

Nach Angaben der Polizei hatten sich die Feierlustigen über die sozialen Medien verabredet. Inklusive Pferden und geschmückter Fahrzeuge – und offenbar ohne Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstände, berichtet der "Mitteldeutsche Rundfunk" auf Facebook und bezog sich dabei auf die Aussage des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen. 

Die Polizei war mit einem Großeinsatz vor Ort und stellte vier Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und drei Strafanzeigen wegen Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte aus. 

"Rückt organisierten Karneval in ein völlig falsches Licht"

Der Landesverband Thüringer Karnevalsvereine lässt ordnungsgemäß keine Veranstaltungen stattfinden und ist demnach nicht für die Organisation des Umzugs verantwortlich. Auf seiner Website grenzt sich der Verband eindeutig von dem Spektakel ab: "In den aktuell so schwierigen Corona Zeiten ist dies einfach verantwortungslos und rückt den organisierten Karneval in ein völlig falsches Licht."

Identitäten der Teilnehmer*innen sollen festgestellt werden

Auch Landrätin Peggy Greiser, sei laut der "Zeit Online" entsetzt gewesen: "Es ist angesichts der aktuellen ernsten Lage absolut verantwortungslos und nicht zu tolerieren, was in Jüchsen passiert ist." Greiser verurteilte die Umzugsteilnehmer offen und wies auf hart arbeitendes Krankenhauspersonal und die Angst um die wirtschaftliche Existenz hin, mit der unsere Gesellschaft momentan zu kämpfen habe: "Und hier wird munter Karneval gefeiert." Sie kündigte laut dem "stern" an, die Identitäten der Teilnehmer des Umzugs feststellen zu wollen und entsprechende Bestrafungen für Verstöße gegen geltende Corona-Regeln durchsetzen zu wollen. 


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