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Studie zu Corona Schwangere haben erhöhtes Risiko für schwere Infektion

Corona aktuell: Schwangere Frau am Spielplatz
© Coffeemill / Shutterstock
Eine neue Studie belegt, dass schwangere Frauen generell ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben als nicht schwangere Frauen. Alle Studienergebnisse findest du hier.

Bisher sah es nicht danach aus, dass sich schwangere Frauen große Sorgen darüber machen müssten, vergleichsweise schwer an Covid-19 zu erkranken. Diese Annahme wird von den amerikanischen Gesundheitsbehörden nun korrigiert: Eine groß angelegte Studie der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) belegt nun, dass die Infektion bei schwangeren Frauen mit höherer Wahrscheinlichkeit schwerer verläuft als bei nicht schwangeren Frauen.

Schwangere für schweren Verlauf eher gefährdet

Insgesamt wurden bei der Untersuchung die Daten von rund 400.000 Amerikanerinnen berücksichtigt, die zwischen dem 22. Januar und dem 3. Oktober 2020 Symptome von Covid-19 entwickelt hatten und auch positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Die Studienautoren schreiben: "Obwohl das absolute Risiko für schwere Erkrankungen bei Frauen niedrig ist, gibt es bei schwangeren Frauen ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung."

Infektion verläuft auch oft symptomfrei

Wie Ulrich Pecks, dem Leiter der Geburtshilfe-Abteilung am Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für perinatale Medizin in der "Augsburger Allgemeine" sagt, habe es zwar schon entsprechende Hinweise auf dieses Ergebnis gegeben. Aber zum ersten Mal liegen belastbare Daten dazu vor. Es gibt allerdings auch gute Nachrichten: Das generelle Risiko für Schwangere, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und Symptome zu entwickeln, ist vergleichsweise gering. "Bei 50 bis 80 Prozent der Frauen verläuft die Infektion symptomfrei", so Pecks.

10,5 von 1000 schwangeren Frauen mussten der Studie zufolge auf der Intensivstation behandelt werden – das entspricht knapp über einem Prozent. Von 1000 nicht schwangeren Frauen mussten nur 3,9 auf die Intensivstation. Die Schwangeren mussten mit 2,9 von 1000 Fällen auch etwas häufiger beatmet werden als die nicht schwangeren Frauen, bei denen die Quote lediglich bei 1,1 von 1000 Fällen lag. Außerdem: Schwangere Frauen im Alter zwischen 35 und 44 mussten mit einer viermal höheren Wahrscheinlichkeit beatmet werden und starben auch doppelt so häufig wie nicht schwangere Frauen in dieser Altersgruppe.

Was sollte ich als Schwangere beachten?

Um sich gar nicht erst mit dem Coronavirus zu infizieren, ist es aber laut Ulrich Pecks nicht nötig, dass Schwangere jetzt nur noch im Haus bleiben. Für sie gelten laut dem Mediziner die gleichen Regeln wie für alle anderen auch: Maske tragen, Abstand zu anderen Menschen halten und generell den Kontakt zu anderen reduzieren sowie regelmäßig die Hände zu waschen. Sinnvoll sei für Schwangere auch die Grippeimpfung.


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