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Impfstoff-Tester Corona aktuell: So ging es mir nach der Impfung

Corona aktuell: Impfstoff
© joel bubble ben / Shutterstock
Nächste Woche soll der Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech zur Zulassung beantragt werden. Ein Studien-Proband verrät nun, wie er sich nach der Impfung gefühlt hat.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie könnte das die beste Nachricht seit langem sein: Die Pharmariesen Pfizer und Biontech haben einen Impfstoff entwickelt, der eine Schutzrate von etwa 90 Prozent gegen Covid-19 bieten soll. Nächste Woche soll der Impfstoff zur Zulassung beantragt werden, sobald alle nötigen Schritte der sogenannten Phase-III-Studie abgeschlossen sind. Aber was macht die Impfung mit uns? Einer der freiwilligen 43500 Probanden, der US-Amerikaner Glenn Deshields, verriet jetzt in der "Daily Mail", wie es ihm nach der Impfung ergangen war.

Eine Impfung wie ein Kater

Laut Deshields hatte die Impfung gegen Covid-19 bei ihm eine ähnliche Wirkung wie ein Kater nach einer durchzechten Nacht: "Es ging mir schlecht, nachdem ich zuhause war. Ich habe gegessen und lag buchstäblich flach. Drei Stunden habe ich geschlafen. Ich vermute, dass sie Steroide zu manchen Dosen hinzugefügt haben, damit eine bessere Immunreaktion hervorgerufen wird. Und ich war hungrig und habe noch mehr gegessen. Ich habe noch nie so viel gegessen wie in den 24 Stunden danach. Die Leute glauben, das sei lustig. Ich würde es mit einem schweren Kater beschreiben (…)."

Zusätzlich litt Deshields für zwei bis drei Tage unter Schmerzen im Arm, was er als Anzeichen für eine Immunreaktion interpretierte. Durch die Symptome war ihm klar, dass er zu der Testgruppe gehören musste, die tatsächlich die Impfung bekommen hatte und kein Placebo. Die von ihm vermutete Immunreaktion stimmte ihn zuversichtlich, dass der Impfstoff ein Erfolg sein könnte, was ihn über die leichten Beschwerden hinwegsehen ließ. Und: "Die Nebenwirkungen haben sich schnell gebessert" so Deshields. Insgesamt sei er sehr erfreut über den Impfstofferfolg.

Freiwillige Teilnahme, um zu helfen

Auch eine weitere Testkandidatin, die anonym bleiben möchte und deshalb unter dem Namen Carrie aufgeführt wird, sieht in dem Impfstoff eine große Hoffnung, die Corona-Pandemie bald einzudämmen. Und sie erklärt, dass es ihr persönlich wichtig gewesen sei, an der Studie teilzunehmen: "Es gibt so viele, die infiziert waren und darunter gelitten haben (…). Der Gedanke, dass ich dazu beitragen kann, dass es aufhört, dass Menschen unter dem Virus leiden, dass sie ihre Angehörigen verlieren, dass wir zurück zur Normalität kehren können – das hat für mich den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben. Ich will, dass niemand mehr krank wird." Carrie empfand es als ihre Bürgerpflicht, sich für die Studie freiwillig zu melden, damit bei Erfolg möglichst bald ein Impfstoff zur Verfügung steht.

Tatsächlich konnte der Impfstoff, der unter dem passenden Namen "Lightspeed" (Lichtgeschwindigkeit) entwickelt wurde, nur deshalb so schnell alle nötigen klinischen Studien durchlaufen, weil die Tests parallel zu anderen Entwicklungsprozessen stattfinden konnten. Normalerweise müssen diese Prozesse hintereinander erfolgen, weshalb es bei einigen Medikamenten Jahre dauern kann, bis sie zur Zulassung beantragt werden können. Sollte für den neuen Corona-Impfstoff ein Eilantrag zur Zulassung gestellt werden, könnte das Mittel bereits Ende dieses Jahres oder Anfang 2021 verfügbar sein.

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