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Durchbruch von Greifswalder Forschern Corona aktuell: Thrombose-Ursache bei AstraZeneca-Impfstoff gefunden

Corona aktuell: AstraZeneca-Impfstoff
© Tobias Arhelger / Shutterstock
Greifswalder Forscher haben offenbar die Ursache für die aufgetretenen Hirnthrombosen nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff gefunden. Demnach scheint ein bestimmter Abwehrmechanismus bei einigen Menschen der Grund für die schwere Nebenwirkung zu sein.

In dieser Woche rätselten nicht nur Experten in Deutschland darüber, ob eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca hierzulande bei sieben Personen zu Gerinnseln im Hirn geführt hat. Drei der Betroffenen starben an dieser Thrombose – und die Impfungen wurden vorerst gestoppt. Nun berichten Forscher der Unimedizin Greifswald laut NDR 1 Radio MV überraschend, die Ursache für diese schwere Nebenwirkung entdeckt zu haben: Laut ihrer Untersuchung löst das Mittel bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus, der zu der Hirnthrombose führt.

Blutplättchen werden durch Impfstoff aktiviert

Um die Ursache für die Thrombosen zu ergründen, haben sich die Forscher eigenen Angaben zufolge an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt, sobald der Impfstopp verhängt worden war. Daraufhin wurden ihnen Blutproben von sechs der Thrombosepatienten für eine Untersuchung zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Impfstoff von AstraZeneca die sogenannten Thrombozyten, also Blutplättchen, aktiviert. Normalerweise sorgen diese bei einer Wunde im Körper dafür, dass das Blut gerinnt und die Wunde verschlossen wird. Durch die Impfung mit dem Mittel wurde bei einigen der Patienten ein bestimmter Mechanismus aktiviert, durch den sich Blutgerinnsel im Gehirn gebildet haben.

Entdeckung ermöglicht auch Behandlung

Diese Entdeckung ist ein echter Durchbruch. Denn da der Mechanismus genau identifiziert worden ist, konnten die Forscher auch direkt eine Behandlungsmethode dagegen entwickeln. Patienten, die nach der Impfung eine Thrombose entwickeln, könne nun ein spezieller Wirkstoff dagegen verabreicht werden. Vorbeugend könne dieser Wirkstoff aber nicht genutzt werden – die Behandlung sei nur möglich, wenn sich tatsächlich ein Blutgerinnsel gebildet habe.

Die Forscher betonen, dass der schnelle Erfolg ihrer Untersuchung nur durch die gute Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut sowie mit österreichischen Ärzten möglich war. Dort war zuvor eine Krankenschwester nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff an einer Gehirnthrombose verstorben.

Du wünschst dir mehr Hintergrundinformationen zum Thema? In diesem Artikel erklären wir, warum der oft herangezogene Vergleich von Thrombosen nach der Impfung und als Nebenwirkung der Pille nicht sinnvoll ist.

Quellen: NDR, NDR 1 Radio MV


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