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Corona aktuell Wieso du auf öffentlichen Toiletten nie die Maske absetzen solltest

Corona aktuell: Öffentliche Toiletten
© August_0802 / Shutterstock
Ein US-Forschungsteam warnt nun vor Aerosolen in öffentlichen Toiletten, da auch dort ein Corona-Übertragungsrisiko bestünde.

Wir sind schon länger unterwegs, machen Erledigungen und plötzlich drückt die Blase. Zum Glück stehen in Einkaufszentren oder bei vielen großen Supermärkten öffentliche Toiletten zur Verfügung. Nachdem wir den Mund-Nasen-Schutz bereits seit Stunden tragen, können wir ihn doch in der Toiletten-Kabine kurz abnehmen, oder? Falsch! Genau davor warnt jetzt ein US-amerikanisches Forschungsteam.

Hohe Aerosolbelastung in öffentlichen Toiletten

Aerosole sind der hauptsächliche Übertragungsweg des Coronavirus. Diese atmen wir aus oder werden beim Husten sowie Niesen freigesetzt. In Urin und Stuhlgang wurden zudem bereits Sars-CoV-2-Viruspartikel festgestellt, weshalb auch eine urinbasierte Übertragung nicht ausgeschlossen wurde.

Eine neue Studie von Forscher*innen der Florida Atlantic University, die in dem Fachmagazin "Physics of Fluids" veröffentlicht wurde, hat nun ergeben, dass die Aerosolwerte nach dem Spülen von Toiletten oder Urinalen extrem ansteigen. In stehendem Wasser, Urin oder Stuhlgang befinden sich häufig eine Vielzahl von Krankheitserregern. Durch den Druck der Spülung werden dann unzählige Tröpfchen in die Luft gewirbelt. Wenn diese Tröpfchen Mikroorganismen wie das Coronavirus enthalten, stelle das ein erhebliches Infektionsrisiko dar.

Corona-Risiko Klo

Für die Studie haben die Forschenden Partikelzähler in verschiedenen Höhen über Toiletten und Urinalen angebracht, um die Tröpfchen zu messen. Drei Stunden und 100 Spülungen später stellt das Team einen "erheblichen Anstieg der gemessenen Aerosolwerte in der Umgebung fest, wobei die Gesamtzahl der bei jedem Spülversuch erzeugten Tröpfchen in die Zehntausende ging", sagt Forscher Siddhartha Verma.

Jeder Spülgang, ob Toilette oder Urinal, habe eine hohe Menge an Aerosolen erzeugt, die kleiner als drei Mikrometer waren. Das stelle ein "beträchtliches Übertragungsrisiko dar, wenn die Ausscheidungsprodukte Krankheitsüberträger beinhalten", erklärt Verma weiter. Das liege vor allem an ihrer kleinen Größe – dadurch können sie nämlich sehr lange (mehrere Stunden) in der Luft schweben. Ein geschlossener Toilettendeckel verringere die Anzahl der Tröpfchen zwar, unterbindet sie allerdings nicht. 

Erschwerend hinzu kommt, dass öffentliche Toiletten meist recht beengt und nicht gut belüftet sind. Der an der Studie beteiligte Manhar Dhanak legt nahe, dass eine angemessene Belüftung jedoch dazu beitragen würde "die Ansammlung von Aerosolen in stark frequentierten Bereichen wie öffentlichen Toiletten zu verhindern." Vorerst solltest du die Maske also auch in der öffentlichen Toiletten-Kabine anlassen.

Verwendete Quellen: spektrum.de, heilpraxis.net, netdoktor.de

sti Brigitte

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