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Mit AstraZeneca geimpft? Corona aktuell: Bei diesen Symptomen solltest du zum Arzt

Corona aktuell: Impfstoff
© M-Foto / Shutterstock
Nach mehreren Meldungen über Thrombosen nach der Impfung mit AstraZeneca wird das Präparat vorsorglich nicht mehr geimpft. Aber was sollte ich beachten, wenn ich schon eine Impfung damit bekommen habe?

Das Impf-Desaster ist komplett: Nachdem bereits mehrere Länder Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca ausgesetzt hatten, hat nun gestern Nachmittag auch Deutschland die Impfungen mit dem Präparat gestoppt. Zuvor hatte es Meldungen darüber gegeben, dass der Impfstoff Thrombosen der Hirnvenen verursachen könnte. Letzte Woche sah das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) noch keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Blutgerinnseln. Nun widerrief das PEI diese Einschätzung und riet der Bundesregierung, die Impfungen zu stoppen.

Drei von sieben Thrombose-Fällen tödlich verlaufen

Aktuell spricht das Institut von sieben Fällen in Deutschland, bei denen es in einem zeitlichen Zusammenhang zur Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu Thrombosen der Hirnvenen gekommen sei. Drei dieser Fälle seien tödlich verlaufen. "Wir haben aufgrund von neuen Untersuchungen, aber auch neuen Meldungen, eine neue Lage", begründete Institutspräsident Klaus Cichutek am Montagabend in den Tagesthemen beim ARD diesen Schritt.

Was tun, wenn ich mit AstraZeneca geimpft wurde?

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bisher rund 1,65 Millionen Menschen in Deutschland mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Im Vergleich zur Masse seien die schweren Nebenwirkungen also sehr selten aufgetreten. Ein mulmiges Gefühl dürfte bei den bisher Geimpften aber bleiben. Ob ein Arztbesuch nötig ist, hängt vor allem davon ab, wie lange die Impfung her ist: Liegt sie länger als 16 Tage zurück, ohne dass anhaltende Beschwerden aufgetreten sind, haben die Betroffenen laut PEI-Institutspräsident Cichutek nichts mehr zu befürchten: "Hier kann ich Entwarnung geben."

In den Tagen davor sollten Geimpfte genau auf ihre Symptome achten: Vor allem wer sich länger als vier Tage nach der Impfung sehr unwohl fühlt, anhaltende Kopfschmerzen hat oder unter punktförmigen Hautblutungen leidet, sollte umgehend zum Arzt gehen.

Wie hoch ist das Risiko für schwere Nebenwirkungen?

Laut PEI sind die aufgetretenen Thrombosen der Hirnvenen sehr selten. Dieser Einschätzung schließt sich auch das RKI an: Das Risiko, an Covid-19 zu sterben, sei höher als das Risiko, durch die Impfung mit AstraZeneca eine Thrombose zu bekommen und daran zu sterben, wie der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann laut WDR sagte.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA erklärte, sie würde den Impfstoff von AstraZeneca am kommenden Donnerstag neu bewerten. Cichutek geht dagegen davon aus, dass die Analyse der Ursachen noch diese Woche andauern werde. Die Experten des PEI sind Teil der EMA-Gremien. Generell hält der Institutspräsident die Überprüfung aber auch für sinnvoll: "Ich glaube, es ist ein gutes Signal für die Impfwilligen in diesem Land, dass wir wachsam sind, dass wir genau aufpassen und selbst bei kleinsten Signalen gucken, dass wir diese analysieren, bevor die Impfungen einfach weitergehen."

Quellen: WDR, Tagesthemen


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