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Impf-Priorisierung Corona aktuell: Wer wird wann geimpft?

Corona aktuell: Frau wird geimpft
© BaLL LunLa / Shutterstock
Die Ständige Impfkommission hat Empfehlungen veröffentlicht, welche Personengruppe wann gegen das Coronavirus geimpft werden soll. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn scheint von den Empfehlungen abweichen zu wollen.

Am 27. Dezember soll es endlich soweit sein: Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen an diesem Tag in Deutschland die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Aber wer bekommt die Impfung sofort? Die Ständige Infokommission (Stiko) empfiehlt fünf verschiedene Kategorien für die Priorisierung der Corona-Impfung. Laut einem aktuellen Bericht scheint Spahn von diesen Empfehlungen aber abweichen zu wollen.

Empfehlung der Stiko

Folgende Gruppen-Priorisierung empfiehlt die Stiko für die Impfung gegen das Coronavirus:

Gruppe eins: sehr hohe Priorität (schätzungsweise 8,6 Millionen Menschen)

  • Senioren über 80
  • Menschen in Pflegeheimen
  • Personen mit Berufen aus dem Gesundheitsbereich, zum Beispiel Personal im Krankenhaus oder in Notaufnahmen sowie diejenigen, die mit gefährdeten Patient*innen wie Krebskranken arbeiten oder in der Transplantationsmedizin tätig sind

Gruppe zwei: hohe Priorität

  • Senioren zwischen 75 und 79
  • demente oder geistig behinderte Menschen sowie das Personal, das diese Menschen betreut.
  • Menschen mit Trisomie 21

Gruppe drei: moderate Priorität

  • Senioren zwischen 70 und 74
  • Menschen mit Vorerkrankungen und dadurch erhöhtem Risiko sowie deren engste Kontaktpersonen
  • Organtransplantierte Menschen
  • Personen in Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünften
  • enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen mit moderatem Infektionsrisiko, die in medizinischen Einrichtungen und Kliniken tätig sind
  • Mitarbeiter*innen von Gesundheitsämtern

Gruppe vier: erhöhte Priorität

  • Menschen im Alter von 65 bis 69
  • Lehrer*innen und Erzieher*innen
  • Menschen mit prekären Arbeit- oder Lebensbedingungen, zum Beispiel Saisonarbeiter*innen
  • Personal in Verteilzentren
  • Personal in der fleischverarbeitenden Industrie
  • Vorerkrankte Menschen mit moderatem Infektionsrisiko

Gruppe fünf: gering erhöhte Priorität

  • Menschen zwischen 60 und 64 Jahren
  • wichtige Politiker*innen
  • Personal mit Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierung
  • Personal im Einzelhandel
  • Personal der Bundeswehr, Feuerwehr und Polizei
  • Personal der sogenannten kritischen Infrastruktur wie beispielsweise dem öffentlichen Personennahverkehr und der Abfallwirtschaft

Allen anderen Bundesbürgern, einer Mehrheit von etwa 45 Millionen, wird eine niedrige Priorität zugeschrieben. 

Was sind die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn?

Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland soll sich Jens Spahn nur teilweise an diese Empfehlungen halten wollen. Das Redaktionsnetzwerk verweist auf die Impfverordnung, die Spahn heute unterzeichnen soll. Darin seien nur drei Gruppen aufgeführt, die folgendermaßen zusammengesetzt werden:

Gruppe eins: höchste Priorität

  • Menschen ab dem 80. Lebensjahr
  • Pflegekräfte mit hohem Infektionsrisiko
  • Pfleger*innen von Patient*innen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine schwer verlaufende Infektion oder einen tödlichen Verlauf besteht

Gruppe zwei: hohe Priorität

  • Menschen ab 70 Jahren
  • Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
  • enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren
  • Menschen in Asyl-oder Obdachlosenunterkünften

Gruppe drei: moderate Priorität

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Mitarbeiter*innen in besonders relevanten Positionen in staatlichen Einrichtungen (zum Beispiel Polizei, Regierung oder Justiz)
  • Menschen mit prekären Arbeitsbedingungen, zum Beispiel Saisonarbeiter*innen

Außerdem sieht der Entwurf von Jens Spahn vor, innerhalb der Gruppen priorisieren zu können. Wer sich impfen lassen möchte, muss mit Dokumenten oder ärztlichen Bescheinigungen nachweisen, dass er/ sie zu einer bestimmten Gruppe gehört.

Im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF bat der Bundesgesundheitsminister um Verständnis dafür, dass sich nicht jeder sofort gegen das Coronavirus impfen lassen kann: "Wir fangen jetzt mit den über 80-jährigen, den höchst betagten, den Pflegebedürftigen und denjenigen, die sie pflegen und betreuen, an", so Spahn. Um alle Bundesbürger*innen impfen zu können, werden aufgrund einer nötigen Zweifachdosis mehr als 160 Millionen Impfstoffdosen benötigt.


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