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Corona-Hochzeit Wie bitte?! Paar verschickt Einladung mit "Gäste-Ranking"

Corona-Hochzeit: Mundschutz und Ring
© Nastya_Korchagina / Shutterstock
Eine Hochzeit zu Corona-Zeiten zu planen, ist sicher nicht leicht. Dieses Paar tappte dabei jedoch ins Fettnäpfchen – und verärgerte mit seiner Einladung die Gäste.

Na, auf welchem Platz stehst du? So oder so ähnlich dürfte die Hauptkonversation auf einer Corona-Hochzeit in Großbritannien wohl ausgesehen haben. Und nein, es ging dabei nicht um eins der verrückten Heiratsspiele, die während ausgelassener Feiern gerne ausgeübt werden. Vielmehr glich die gesamte Hochzeit von Anfang einer Art Ranking-Show. Aber zurück zum Anfang.

Die Planung einer Hochzeit ist immer eine Herausforderung. Kommt dann noch eine Pandemie hinzu, wirft ein kleines Virus namens Corona mal eben sämtliche Vorbereitungen durcheinander. So erging es vielen Paaren dieses Jahr. Eins ergatterte mit seinem Umgang mit der Coronakrise nun Internet-Ruhm – und zwar nicht im positiven Sinne.

Corona-Hochzeitseinladung geht viral

Journalistin Mary von Aue war es, die Ende Juli ein Foto der Hochzeitseinladung einer Freundin auf Twitter veröffentlichte. Mittlerweile wird das kleine Stück Pappe im Internet heiß diskutiert. Grund dafür: Das Brautpaar hatte die Gäste darauf in mehrere Klassen eingeteilt.

"So sehr wir uns wünschen, jeden von euch an unserem großen Tag dabei zu haben, sind wir gezwungen, unsere Gäste in Gruppen zu unterteilen, damit wir unsere Kapazitätsgrenzen nicht übertreffen", lautet die Erklärung auf der Einladung. Diese leuchtet ein. Unangenehm stößt jedoch die Art der Aufteilung auf: Es gibt die Gruppen A, B und C. 

Wer zu A gehört, hat den Jackpot gezogen: Die Gruppenmitglieder haben einen Platz sicher. Schwieriger wird es aber für die Gäste in B und C: "Bitte beobachtet unsere Hochzeits-Website gut, um zu schauen, ob wir noch Platz haben", steht dort geschrieben. Hier beginnt also der Kampf unter den Gästen – wer ist schnell genug, noch einen Sitzplatz zu ergattern? Dieser Part dürfte für etwas Rivalität unter den Besuchern sorgen. Wer dabei sein will, muss auf Absagen anderer hoffen – und sich schnell genug eintragen. Zusätzlich werden die Gäste gebeten, Kinder und Partner (Plus1) zu Hause zu lassen. Am Ende der Einladung wird der Empfänger darauf hingewiesen, zu welchem Ranking er gehört.

Was ist es genau, was die Empfänger der Einladung nun so empört? Unter dem Twitter-Beitrag entfacht innerhalb kürzester Zeit eine hitzige Diskussion. "Ich vermute, Gruppe B und C wird nicht erscheinen, selbst wenn es freie Plätze gibt. Niemand möchte die schludrige zweite oder dritte Wahl sein", kommentiert ein Nutzer. Jemand anderes stimmt zu: "Ladet einfach nur Gruppe A ein und verletzt die anderen nicht", heißt es in den Kommentaren.

In einem sind sich jedoch trotzdem alle einig: Es ist nicht einfach, eine Hochzeit unter Corona-Regeln zu veranstalten. Und dafür haben sie Verständnis. Doch der Ton ist es, der einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt: Tut es nicht weh, von dem Brautpaar in eine weniger beliebte Gruppe eingeteilt zu werden? Und würde es nicht helfen, gar nicht von den höheren Kategorien zu erfahren, wenn man nicht Teil derer ist? 

Wie die Hochzeit ausgegangen ist, wissen wir nicht. Letztendlich geht es am Tag der Eheschließung einzig und allein um zwei Menschen: Braut und Bräutigam. Wir hoffen, dass die Gäste dieses Paares das genauso sahen …


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